Vom Hochtor auf den Brennkogel

Der Grenzwächter an der Glocknerstraße

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Vom Gipfel aus hat man einen tollen Blick zum Großglockner (3.798 Meter)!

Fusch an der Glocknerstraße – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht auf einen Dreitausender nahe der Grenze zwischen Salzburg und Kärnten.

Fährt man die Nordseite, also vom Bundesland Salzburg aus, der zwischen 1930 und 1935 errichteten Großglockner-Hochalpenstraße ist er die prägende Gestalt: Wie ein Grenzwächter steht der Brennkogel zwischen Fuscher- und Guttal, dem die Glocknerstraße respektvoll links ausweicht. So bedrohlich wie er auf den ersten Blick wirkt, ist er aber nicht. Eine Route von Süden auf den Berg macht ihn nämlich zu einem der einfachsten Dreitausender in den Tauern, welcher auch getrost an einem Tag bestiegen werden kann. Einziger Wehrmutstropfen: Man muss bereit sein, hohe Mautgebühren zu zahlen.

Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Brennkogel, Glocknergruppe, 3.018 Meter.

Höhenmeter der Wanderung: 660 Höhenmeter.

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Parkplatz vor dem Hochtortunnel, kurz vor der Grenze zwischen Salzburg und Kärnten (Mautgebühr Glocknerstraße: 36,50 Euro).

Gehzeit: Zweidreiviertel bis dreieinhalb Stunden.

Schwierigkeit: Vergleichsweise einfache Tour im Hochgebirge, die aber dennoch Trittsicherheit verlangt!

Einkehrmöglichkeiten: Keine.

Wann sollte man aufpassen? Nicht immer ist der Weg markiert, weswegen ein wenig Orientierungssinn nicht schaden kann. Tour außerdem nur bei stabilen Wetterverhältnissen unternehmen!

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 4/5 Punkte: Nicht nur, weil sie für die Höhe sehr kurz ist, sondern auch, weil sie nur wenig technische Fertigkeiten in Anspruch nimmt, eignet sich die Tour für Anfänger. Absolute Neulinge sollten dennoch nur in Begleitung von einem Bergführer hoch.

Für Familien mit Kindern geeignet? 4/5: Auch für Familien gilt die Tour als empfehlenswert, sofern zumindest schon Zweitausender erstiegen wurden.

Für Hunde geeignet? 5/5: Mehrere Hundebesitzer waren am Tag der Tour ebenfalls auf dem Berg unterwegs. Deswegen kann eine Empfehlung auch für Hundebesitzer ausgesprochen werden.

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 4/5: Lediglich durch die restliche Glocknergruppe im Westen sowie der Goldberggruppe im Westen wird der Blick etwas eingeschränkt, ansonsten freier Blick nach Norden über den Pinzgau zu den Berchtesgadener Alpen, zum Dachstein, den Niederen Tauern bis zu den Kärntner Bergen und den Julischen Alpen in Slowenien und Italien.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Ruhe und Einsamkeit: Während rund 270.000 Fahrzeuge jährlich die Großglockner-Hochalpenstraße befahren, ist der Weg auf den Brennkogel ruhig. Sehr ruhig. Über große Strecken sogar so ruhig, dass man nur noch die eigenen Schritte hört. Ideal also, um aus dem Touristentrubel zu entfliehen und die Stille zu genießen.

Als Tagesausflug planbar: Die Großglockner-Hochalpenstraße ist ein einziger Erlebnispark, der es wert ist, den ganzen Tag erkundet zu werden. Was macht es da schon aus, wenn man sich schnell mal für sechs Stunden auf den Berg verkrümelt? Selbst bei diesem Abstecher bleiben einem noch mehrere Stunden, um die verschiedenen Stationen entlang der höchstgelegenen Passstraße Österreichs zu entdecken.

Aussicht: Nicht nur der Großglockner zeigt sich hier von einer schönen Seite, auch auf die Berchtesgadner Alpen wie auch auf den Dachstein hat man einen hervorragenden Blick. Bei guter Sicht ist sogar der höchste Berg Sloweniens, der Triglav zu sehen!

Wir machen uns auf!

Auf ungefähr halber Wegstrecke kommen wir an einen Schmelzwassersee.

Unser Startpunkt liegt bereits auf 2.500 Metern, unweit der Grenze zwischen den Bundesländern Salzburg und Kärnten. Noch auf Salzburger Seite können wir wählen, ob wir kurz die Straße überqueren und uns auf etwas festerem Weg zum eigentlichen Hochtor bewegen, oder ob wir rechts des Tunnels mühsamer, aber dafür auch ein bisschen kürzer dorthin aufsteigen. Je nach Routenwahl vereinigen sich die Wege aber bald wieder und nach einer guten Viertelstunde sind wir auf dem Hochtor angelangt. Bereits seit der Hallstattzeit, also seit knapp 3.000 Jahren existiert dieser Grenzübergang, in der Römerzeit war es gar ein Passheiligtum, wie es Grabungen seit 1994 nach und nach belegten! 

Nun befinden wir uns auch direkt auf der Grenze zwischen dem südlichsten und fünftkleinsten Bundesland Österreichs und dem sechstkleinsten im Norden. Den abschreckenden Margrötzenköpfen weichen wir aus, indem wir jetzt nach rechts abbiegen. Ein paar Meter sind gemacht und schon betreten wir diestreng geschützte Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern. Der Brennkogel ist schon seit geraumer Zeit in unserem Sichtfeld, aber stand jetzt haben wir das meiste des Wegs noch vor uns. Und der zieht sich erst einmal: Erst endet unser Höhengewinn, dann auch noch der halbwegs befestigte Weg. In mühsamem Auf und Ab müssen wir uns unseren Weg durch die Blockhalde selbst bahnen. Dabei ist auch das ein oder andere Altschneefeld zu überqueren. Nur selten helfen uns die Markierungen weiter, da das Gelände zu unübersichtlich ist. Da unser heutiges Ziel aber weiterhin in Sicht ist, können wir uns schlecht verlaufen. 

Ein leichter Dreitausender an der Glocknerstraße

Vom Gipfel aus hat man einen tollen Blick zum Großglockner (3.798 Meter)!

Eine Dreiviertelstunde nachdem wir den Übergang des Hochtors verlassen haben, treffen wir wiederum auf die Grenze zwischen den beiden Bundesländer. Auf dem Grat zur Bretterscharte hinunter werden wir jetzt wiederum einige Höhenmeter einbüßen müssen, um diese anschließend wieder mühsam zu egalisieren. Aber dafür befinden wir uns jetzt bis zur Bretterscharteexakt auf der Grenze. Zwischendurch wird aber auch der kleine Brettersee sichtbar, der wie ein Auge im einsamen Guttal liegt. Ist die Scharte erreicht, teilt sich der Weg: Rechts geht es nahe den Bretterspitzen hinauf und ist daher ein bisschen länger, der linke ist kürzer, aber auch etwas ausgesetzter. Nicht recht viel später queren wir einen kleinen Bach, der von einem Schmelzwassersee unweit der Traverse gespeist wird. Über Geröll- und Wiesenfelder gewinnen wir wieder an Höhe und bald schon ist die Brennkogelscharte in Sicht, die wir ungefähr einer Dreiviertelstunde nach dem Schmelzwassersee erreichen. 

Hier enden auch die letzten Markierungen und müssen uns fortan mehr oder weniger selbst orientieren. Zum Glück leisten uns aber die „Stoamandln“ wertvolle Hilfe. An der schuttigen und sandigen Gratschneide steigen wir nun in Richtung des Vorgipfels auf. Manchmal ist ein bisschen mehr, manchmal ein bisschen weniger Trittsicherheit gefordert und nach einer weiteren Dreiviertelstunde stehen wir auf dem 2.979 Meter hohen Vorgipfel und können einen Blick auf die Berchtesgadener Alpen erhaschen. Nun ist es nicht mehr weit! Einmal müssen wir noch einen Abstieg hinnehmen, dessen Verlauf wiederum exakt auf der Grenze liegt. Dann geht es das letzte Stück steil bergauf und nach spätestens 30 Minuten ist der Gipfel erreicht. Berg Heil! Abstieg wie Aufstieg.

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

Quelle: rosenheim24.de

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