Vom Pattenberg auf den Bairerkopf

Ein kleiner Aussichtsberg mit überraschendem Panorama

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Vom Gipfel des Engelstein spitzt er zwischen Hochgern (1.748 Meter) und dem kegelförmigen Zinnkopf (1.223 Meter) durch: Der Bairerkopf (1.283 Meter).                                      

Bergen/Obb. – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es vom Weiler Pattenberg auf einen unscheinbaren Aussichtspunkt.

Ganz unscheinbar steht er vor den Aushängeschildern des Chiemgau, dem Hochfelln und dem Hochgern: Der Bairerkopf. Am ehesten kann man ihn noch durch seine breite, steile Grünfläche oberhalb der Baireralm erkennen, der Gipfel selbst scheint aber vor seinen prominenten Nachbarn zu verschwinden. Dennoch ist der Bairerkopf einen Besuch wert, nicht zuletzt wegen seiner überraschenden Aussicht!


Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Bairerkopf, 1.283 Meter 

Höhenmeter der Wanderung: Circa 600 Höhenmeter 


Adresse fürs Navi: Pattenberg, 83346 Bergen - kein öffentlicher Parkplatz vorhanden

Gehzeit: Zwei bis zweieinhalb Stunden hinauf, Zwei Stunden hinab 

Schwierigkeit: Einfache Wanderung, die allerdings etwas Orientierungsvermögen erfordert 

Einkehrmöglichkeiten: Keine (Baireralm wird nicht bewirtschaftet) 

Wann sollte man aufpassen? Beim schmalen und etwas ausgesetzten Gipfelanstieg ist ein bisschen Trittsicherheit gefordert. 

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 4/5 Punkte: Der Weg ist nicht immer beschildert, bei vorhandenem Orientierungsvermögen ist die Tour für Einsteiger allerdings geeignet. 

Für Familien mit Kindern geeignet? 4/5: Auch für Familien mit Kindern ist der Berg ein Erlebnis – vorausgesetzt, man passt beim Gipfelanstieg gut auf. 

Für Hunde geeignet? 5/5: Einsamkeit, mehrere Quellen unterwegs und ein Anstieg, der den vierbeinigen Begleiter nicht überfordert. Eine Tour wie gemacht für Hunde! 

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 4/5: Trotz seiner Höhe von nicht mal 1.300 Metern ist der Bairerkopf eine beachtliche Aussichtskanzel vor Hochfelln und Hochgern: Nicht nur das Alpenvorland mit dem Chiemsee ist zu sehen, sondern auch die Loferer Steinberge und sogar der höchste Berg Österreichs, der Großglockner!

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Einsamkeit: Während die Nachbarn Hochfelln und Hochgern an schönen Tagen regelrecht überrannt werden, geht es am Bairerkopf wesentlich ruhiger zu. Ein Genuss also für den, der die Einsamkeit schätzt! 

Als Sommertour geeignet: Der größte Teil der Tour verläuft durch den Wald und ist zudem schattig. Eine passende Tour auch für heiße Sommertage. 

Flora und Fauna: Geht man die Tour im Frühjahr, so kitzelt einem der unverkennbare Geruch des Bärlauchs in der Nase. Auch sonst hat die Pflanzen- und Tierwelt einiges zu bieten: Mit etwas Glück können zum Beispiel Ringelnattern beobachtet werden.

Für wen die Tour nix ist

Sofern man sich nicht zu orientieren weiß, sollte von einem Marsch auf den Bairerkopf absehen: Nicht immer sind Markierungen vorhanden, sodass sich Ungeübte verlaufen könnten.

Und los geht's!

Wir starten im Weiler Pattenberg, der durch eine recht schwer zu findende Straße von Bergen aus erreichbar ist, gegenüber vom ehemaligen Gasthaus. An der Kapelle vorbei nehmen wir den Weg in Richtung Engelstein, dabei passieren wir ein Wildgehege. Nach ungefähr zehn Minuten geht’s in den Wald und nur wenig steil bergauf. Der Weg ist breit, so ist die Gefahr gering, dass wir uns hier verlaufen. Weitere zwanzig Minuten später kommen wir an eine Weggabelung: Linkerhand können wir den Engelstein besteigen (Circa 15 Minuten bis zum Gipfel), rechterhand geht es weiter zu unserem heutigen Tagesziel. 

So schön ist die Tour vom Pattenberg auf den Bairerkopf

Zwischen Hochgern und dem kegelförmigen Zinnkopf spitzt er durch: Der 1.283 Meter hohe Bairerkopf. © Simon Schmalzgruber
Unser Start ist im Weiler Pattenberg, der durch eine schmale und versteckte Straße von Bergen aus erreicht werden kann. © Simon Sch malzgruber
An der Kapelle vorbei machen wir uns auf zu unserem heutigen Ziel... © Simon Schmalzgruber
...und bleiben dabei nicht unbeobachtet! © Simon Schmalzgruber
Wir folgen dem Weg... © Simon Schmalzgruber
....in den Wald hinein. © Simon Schmalzgruber
Wir halten uns dabei immer auf dem Weg. © Simon Schmalzgruber
Nun haben wir die Wahl: Entweder nach links und dem Engelstein einen Besuch abstatten oder nach rechts weiter zum Bairerkopf. © Simon Schmalzgruber
Und plötzlich: Eine Ringelnatter schlängelt sich durchs Gehölz! © Simon Schmalzgruber
Da sie aber nicht unbedingt amüsiert über unsere Präsenz ist, lassen wir sie in Ruhe und gehen weiter! © Simon Schmalzgruber
Nun stehen wir vor einer weiteren Wahl: Entweder scharf links zu den Engelstein-Nebengipfeln, links hinunter nach Kohlstatt oder rechts in Richtung Baireralm/Bairerkopf. Wir nehmen den rechten Weg! © Simon Schmalzgruber
Weiter durch den Wald... © Simon Schmalzgruber
...bis auf einmal unser heutiges Ziel auftaucht! © Simon Schmalzgruber
Nun haben wir ein weiteres Mal die Wahl: Entweder gemütlicher, aber länger auf dem rechten Weg nach oben oder wilder und kürzer links. © Simon Schmalzgruber
Wir nehmen den alten Weg! © Simon Schmalzgruber
Und eine mystische Landschaft tut sich auf... © Simon Schmalzgruber
...in der wir auch Baumstämme übersteigen müssen. © Simon Schmalzgruber
Nun sind wir bei der Baireralm angekommen... © Simon Schmalzgruber
...und nehmen diesen Weg nach oben. © Simon Schmalzgruber
Noch ist der Weg leicht begehbar... © Si mon Schmalzgruber
...im Wald wird er allerdings etwas mühsamer. © Simon Schmalzgruber
Nun sind wir bereits auf dem Gipfelanstieg, wir halten uns rechtsseitig des Zauns! © Simon Schmalzgruber
Im Sommer weiden hier Kühe. Also Verhaltensregeln beachten! © Simon Schmalzgruber
Erst kurz vor dem Ende zeigt sich der eigentliche Gipfel. Hier noch einmal links durchschlüpfen... © Simon Schmalzgruber
...und wir sind oben! Einerseits ist der Chiemgau mit dem Chiemsee zu sehen... © Simon Schmalzgruber
...andererseits Bergen mit dem Engelstein. © Simon Schmalzgruber
Eindrucksvoll bricht der Weißgrabenkopf nordseitig ab. © Simon Schmalzgruber
Auch die Loferer Steinberge mit dem Großen Ochsenhorn (2.511 Meter) sind vom Gipfel aus zu sehen. © Simon Schmalzgruber
Einen schönen Blick hat man außerdem zum Hochgern (1.748 Meter) © Simon Schmalzgruber
Im Dunst gerade noch zu erkennen: Der Großglockner (3.798 Meter). © Simon Schmalzgruber
Tierischer Besuch unterwegs: Eine Ringelnatter, die allerdings nicht so erfreut ist, uns zu sehen.

Nun wird der Pfad schmaler und ein wenig ausgesetzter, allerdings ist das für den halbwegs geübten Bergfreund wenig tragisch. Nach weiteren 15 Minuten kommen wir erneut an eine Weggabelung: Ganz links können wir uns auf unmarkiertem Wege zu den Nebengipfeln des Engelstein machen, halblinks geht es zum Weiler Kohlstatt hinab, wir schlagen allerdings den rechten Weg ein. Auf nun wieder breitem Forstwege geht es weiter in Richtung Baireralm. Einer längeren Strecke geradeaus folgt eine scharfe Linkskurve, nun zeigt sich auch unser heutiges Ziel mit seiner etwas kahlen Nordseite, die in den warmen Monaten als Almwiese genutzt wird. Ein bisschen später teilt sich ein weiteres Mal der Weg: In den leichteren, aber etwas längeren Fahrweg rechts und den alten und kontrastreichen Weg zur Baireralm links. Wir nehmen den linken Weg und schon bald tauchen wir ein in eine Welt, wie sie auch in Fantasyromanen beschrieben werden könnte: Das Licht dringt mal mehr, mal weniger durch den Wald, Baumstämme müssen mal über-, mal unterquert werden und immer wieder passieren wir Bachläufe. Nur dass ein Fabelwesen um die Ecke kommt und den Weg erklärt, das fehlt noch! 

Nach etwa eineinhalb Stunden haben wir die Baireralm erreicht. Ursprünglich standen hier drei Kaser, heute ist nur mehr einer zu finden. Und da sich dieser in Privatbesitz befindet, ist dort auch keine Einkehr möglich. Irgendwie schade! So müssen wir unsere Brotzeit auf den Gipfel verlegen, den wir nun ansteuern. An den grasenden und wiederkäuenden Kühen vorbei (Verhaltensregeln beachten!) empfiehlt es sich, nicht querfeldein über die Almwiese hochzugehen, sondern über den Fahrweg, der logischerweise etwas länger ist. Dieser verschwindet nach einer Rechtskurve im Wald und unser Orientierungsvermögen ist gefragt. Rechterhand vom Zaun gehen wir auf dem grasigen Rücken in Richtung Ziel, mittlerweile haben wir einen schönen Blick auf den Chiemsee und das Alpenvorland. Erst kurz vor dem Gipfelsturm erkennen wir, dass der Bairerkopf, der von unten als bewaldete Bergkuppe erscheint, eigentlich ein 20 bis 25 Meter hoher Fels ist, der über der Almwiese thront. An diesem gehen wir erstmal links vorbei und auf dem schmalen, etwas ausgesetzten Steig geht es die letzten Meter nach oben. Oben angekommen erwartet uns ein Rastbankerl, ein kleines, schönes Gipfelkreuz und eine Aussicht, die über den Chiemgau bis zum Großglockner im Süden und bei guten Sichtverhältnissen sogar bis zum Bayerischen Wald im Norden reicht. Berg Heil! Abstieg wie Aufstieg.

Simon Schmalzgruber

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Bitte beachtet die Regelungen, die für die Bekämpfung der Corona-Krise vorgeschrieben wurden. Alle Vorschriften zum Thema "Wandern in Zeiten von Corona" findet Ihr in diesem Artikel.

Ob auf den Wegen oder bei Einkehren in der Hütte, es gilt einige Regeln zu beachten. Sie sollen ein möglichst sicheres und angenehmes Erlebnis für alle Bergfreunde ermöglichen.

Quelle: rosenheim24.de

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