Vom Parkplatz Geigelsteinbahn auf drei Gipfel

Wandertipp: Herrliche Aussicht vom Geigelstein aus genießen

Vom Breitenstein sieht man prima hinüber zum Geigelstein!
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Der Geigenstein.

Schleching – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es vom Wanderparkplatz Geigelsteinbahn auf drei Gipfel des Massivs.

Der Geigelstein: Mit seinen 1.808 Metern höchster Berg der westlichen Chiemgauer Alpen und seit 1991 Naturschutzgebiet. An schönen Tagen hat man nicht nur eine bombastische Aussicht auf das Inntal, das Kaisergebirge, die Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, auch die weitläufigen Blumenwiesen sind eine Schau. Und: Mit etwas Glück lassen sich auch Murmeltiere beobachten. Doch nicht nur auf den Geigelstein soll es heute gehen, auch zwei seiner Trabanten haben wir im Visier.


Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Karkopf, 1.507 Meter, Breitenstein, 1.661 Meter, Geigelstein, 1.808 Meter, Chiemgauer Alpen.


Die Fotostrecke findet Ihr hier.

Höhenmeter der Wanderung: Circa 1.200 Höhenmeter.

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Parkplatz Geigelsteinbahn, Geigelsteinstraße 55, 83259 Schleching, kostenpflichtig, 2 Euro.

Gehzeit: fünf bis sechs Stunden aufwärts, drei abwärts.

Schwierigkeit: Einfache, aber lange Bergwanderung, die in den Gipfelbereichen Trittsicherheit verlangt.

Wann sollte man aufpassen? Insbesondere an den Gipfeln teilweise steile Abstürze! Trittsicherheit ist gefragt!

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 3/5 Punkte: Durch die Länge der Tour sollte von Anfängern erst einmal der Geigelstein allein in Angriff genommen werden, da dieser allein schon vier Stunden beansprucht.

Für Familien mit Kindern geeignet? 3/5 Punkte: Auch Eltern sollten sich fragen, wie viel Wegstrecke sie ihren Kindern zutrauen können. Sind sie lange Strecken gewöhnt, ist die Tour kein Problem, ansonsten auch „nur“ den Geigelstein selbst ansteuern!

Für Hunde geeignet? 4/5 Punkte: Für bewegungsfreudige Hunde wird die Tour traumhaft sein: Viele Quellen sprudeln bis in große Höhe und bieten so Erfrischung an heißen Sommertagen. Einziger Wermutstropfen: Im Naturschutzgebiet gilt Anleinpflicht!

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 5/5 Punkte: Durch seine Höhe von 1.808 Metern steht der Geigelstein als exponierte Aussichtskanzel zwischen Inn Tiroler Ache. Dementsprechend toll sind die Tiefblicke auf Kufstein und das Achental, aber auch die Rundschau auf die Berge der Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, die Hohen Tauern, die Zillertaler Alpen, das Kaisergebirge, das Karwendel bis hin zur Zugspitze sind eine Schau!

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Aussicht: Kein anderer Berg im Umkreis von elf Kilometern ist höher als der Geigelstein. Und wenn, dann auch nur das Kaisergebirge, das die Sicht nach Süden etwas einschränkt. Dennoch sind beispielsweise der Großglockner im Süden, der Watzmann im Osten, das Rofan im Westen und die Kampenwand im Norden zu sehen.

Sportliche Herausforderung: Nicht ein, nicht zwei, sondern drei Gipfel werden bei dieser Wanderung teilweise überschritten. Das mag für den Otto Normalwanderer abschreckend klingen, doch wer die Herausforderung sucht, ist auf dieser Tour genau richtig!

Flora und Fauna: Völlig zurecht trägt der Geigelstein seinen Titel als „Blumenberg“: Unzählige (geschützte) Blumen säumen die Wiesen beim Aufstieg. Und nicht nur Blumen sind ein Hingucker auf der Tour: Mit einer Prise Glück sind auch Murmeltiere hier zu sehen.

Für wen die Tour nix ist

Dadurch, dass mehrere Anstiege aus allen Richtungen auf den Gipfel führen, erfreut sich der Berg reger Beliebtheit. Wer also lieber für sich bleiben möchte, sollte den Geigelstein meiden!

Auf Los geht's los!

Unser Start ist – wie schon bei der Tour zum Weitlahnerkopf – an der Geigelsteinbahn, die seit 2014 außer Betrieb ist. Es gibt allerdings seit Jahren Erwägungen, diese zu reaktivieren – dann könnte man sich zumindest den Aufstieg auf die 1.150 Meter hoch gelegene Wuhrsteinalm ersparen. Bis dahin muss der Gipfel allerdings auf Schusters Rappen erobert werden. Wir tauchen in den Wald ein und über den Schneiderhangraben geht’s aufwärts. Nach einer guten Viertelstunde kommen wir an eine Weggabelung: Rechts geht es zum Weitlahnerkopf, da waren wir aber letztens schon oben, heute schlagen wir den linken Weg ein. Nicht viel später kommen wir an ein Marterl vorbei, das an einen erschossenen Wilderer erinnert. Das Wildern, das hat in Schleching Tradition und unter vorgehaltener Hand heißt es manchmal, Schleching sei die „Europäische Hauptstadt der Wilderei“ - doch keine Angst, Wilderern wird man eher weniger unterkommen. Vielmehr Einheimischen wie Touristen, die sich an schönen Tagen in großen Stückzahlen durch das Bergmassiv bewegen.

Bald schon erreichen wir wieder die Seilbahntrasse. Diese unterqueren wir und gleichzeitig gerät der Breitenstein, unser zweites Gipfelziel, in unser Blickfeld. Auf der Forststraße geht es eintönig und mäßig steil zu unserem nächsten Etappenziel, dem Berghotel und Seminarhaus Breitenstein. Dieses lassen wir links liegen, gehen kurz danach eine Linkskurve und marschieren auf den Breitenstein zu. Nun befinden wir uns im Gebiet der Wuhrsteinalm. Nur mäßig steil geht es hinauf in Richtung Kar, das wir an einer Weggabelung rechts liegen lassen. Es dauert nicht lang und aus der Forststraße wird ein Steig und wir umgehen den Breitenstein in einer langen Linkskurve. Zwar ist dieser Part sonnendurchsetzt, aber viele Blumen erfreuen unser Auge ebenso wie die Tatsache, dass hier nicht so viel Betrieb herrscht. Nur unscheinbar spitzt der Karkopf, unser erstes Ziel für heute, hervor. Der Breitenstein ist umkurvt und südlich wandern wir jetzt hinauf in Richtung Karlscharte. Dort angekommen befinden wir uns schon auf über 1.450 Metern Seehöhe – und gleichzeitig auf der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Auf schmalem und leicht ausgesetzten Steig tauchen wir wieder ein bisserl in den Wald ein und nach einer halben Stunde von der Karlscharte weg haben wir den 1.507 Meter hohen Karkopf erreicht, den ein paar Bänke sowie ein relativ junges Gipfelkreuz schmücken. Die Aussicht von hier ist nicht ganz so gut wie auf seinen prominenteren Nachbarn, dafür hat man hier auch seine Ruhe.

Ist genug Rast gemacht worden, wenden wir uns nun dem Breitenstein zu: Auf gleichem Wege zurück geht es wieder zurück zur Karlscharte und sogleich geht es wieder aufwärts. Durch den Wald geht es zunehmend steiler und schrofiger dem Gipfel zu, der nach einer weiteren guten halben Stunde erreicht ist. Von hier aus lässt sich schon gut der Weiterweg erkennen, der uns auf den höchsten Punkt der Tour führen wird. Zuerst müssen wir allerdings wieder ein paar Meter absteigen und nach 20 Minuten gelangen wir an das „Käferl“, eine weitere Scharte auf 1.541 Metern Seehöhe. Von dort aus geht es auf schmalem Pfade, der in mäßigem Zustand ist – manchmal liegen Baumstämme im Weg – in Richtung „Saurer Boden“, eine Scharte, die auf 1.633 Metern Höhe liegt. Südwestlich geht es die letzten Höhenmeter durch Latschengassen nach oben. Nun ist es deutlich schrofiger und das nicht immer feste Gestein fordert unsere Trittsicherheit. Eine gute halbe Stunde nach dem „Sauren Boden“ sind wir dann allerdings schon oben, auf dem 1.808 Meter hohen Gipfel. Berg Heil! Für den Abstieg folgen wir erst der Aufstiegsroute, beim „Sauren Boden“ zweigt allerdings der Weg nach links ab und wir können fast direttissima hinunter zur Wuhrsteinalm. Von dort aus geht es wieder auf dem Aufstiegsweg nach unten.

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

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