Übers Weißachental auf den Hochfelln

Auf anderen Wegen den „Felln“ hoch

Weißgrabenkopf Gipfelkreuz
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Vom Weißgrabenkopf hat man unter Anderem einen tollen Blick zum Hochfelln hinüber!

Bergen/Obb. – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es vom Weiler Kohlstatt auf den Hochfelln.

Der Hochfelln: Gemeinsam mit dem benachbarten Hochgern bildet er ein markantes Zweigestirn zwischen Achen- und Trauntal. Während der Hochgern auf Schusters Rappen erklommen werden muss, führt auf den „Felln“ eine Seilbahn, die die Aufstiegsmühen deutlich reduziert. Und dennoch existieren auch auf diesen Berg einige reizvolle Routen, von denen wir heute eine weitere in Angriff nehmen werden.


Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Weißgrabenkopf, 1.578 Meter, Hochfelln, 1.674 Meter, Chiemgauer Alpen


Höhenmeter der Wanderung: Circa 900 Höhenmeter

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Wanderparkplatz Kohlstadt, 83346 Bergen. Endpunkt der Straße, die an der Talstation der Hochfellnbahn vorbeiführt, kostenlos.

Gehzeit: Circa dreieinhalb bis viereinhalb Stunden aufwärts, zweieinhalb abwärts

Schwierigkeit: Auf Hochfelln einfache bis moderate, auf Weißgrabenkopf mittlere bis schwere und weglose Wanderung, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert.

Einkehrmöglichkeiten: Hochfellnhaus, 1.671 Meter

Wann sollte man aufpassen? Besonders der Aufstieg zum Weißgrabenkopf erfordert Konzentration, da man sich in schrofigem bis bröseligem Gelände bewegt.

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 4/5 Punkte: Der Weißgrabenkopf sollte von Anfängern noch nicht angesteuert werden, aber der Hochfelln ist Anfängern allemal zuzutrauen!

Für Familien mit Kindern geeignet? 4/5: Da am Tag der Tour Familien am Gipfel des Weißgrabenkopf angetroffen wurden, lässt sich sagen, dass die beiden Berge auch für Familien geeignet sind. Wer sich unsicher ist, sollte dennoch eher nur den Hochfelln ansteuern.

Für Hunde geeignet? 4/5: Schattig, dazu die meiste Zeit im Quellgebiet. Diese Tour ist auch Hundebesitzern wärmstens zu empfehlen!

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 5/5: Da der Hochfelln relativ exponiert dasteht, ist die Aussicht vom Gipfel toll: Zum Einen über Chiemsee, Alpenvorland bis zum Bayerischen Wald, zum Anderen zu Dachstein, Berchtesgadener Alpen und Hohen Tauern mit dem Großglockner im Süden.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Mal was neues: Während der Weg über die Bründlingalm der bekannteste und einfachste ist, ist der Aufstieg übers Weißachental fordernder und abwechslungsreicher.

Als Sommertour geeignet: Die meiste Zeit bewegt man sich über schattiges Terrain, sodass die Tour auch an warmen Sommertagen weniger beschwerlich ist als anderswo.

Hochfellnhaus: Das Hochfellnhaus ist das höchstgelegene Gasthaus im Chiemgau. Wer dort einkehrt, genießt auf „mile high“-Art!

Für wen die Tour nix ist

Der Hochfelln gehört zu den am stärksten frequentierten Bergen im Chiemgau. Wer die Einsamkeit sucht, wird sie dort oben vergeblich finden!

Und los!

Wir starten unsere Tour am Wanderparkplatz Kohlstatt, an dem schon früh viel los sein kann. Nur wenig steil geht es die ersten Meter auf dem Fahrweg nach oben. Fünf bis zehn Minuten später erreichen wir den Menkenboden, wo verschiedene Routen abzweigen: Zur Bründlingalm, Zum Engelstein, oder in Richtung Hochgern/Hochfelln. Letztere nehmen wir und kommen bald an der Talstation der Materialseilbahn zum Hochfellnhaus vorbei. Wir kommen an weitere Weggabelungen, doch zum Glück ist immer gut ausgeschildert, wo‘s lang geht. Eine gute halbe Stunde, nachdem wir die Tour gestartet haben, haben wir die Möglichkeit, dem gut 20 Meter hohen Bergener Wasserfall einen Besuch abzustatten. Wir verkneifen uns das für heute, schließlich haben wir noch zwei Gipfel vor uns!

Ein bisschen später und die Beschaffenheit des Weges wird rauer und außerdem wird der Steig schmaler. Wir überqueren eine Brücke und bald teilen sich die Routen auf Hochgern und Hochfelln. Rechts ginge es zum Hochgern, links zum Hochfelln. Zweiteren schlagen wir ein und über einen schmalen Pfad geht es kurz durch den Wald. Fünf bis zehn Minuten später gelangen wir an eine Almweide, hier müssen wir auf die Rindviecher aufpassen!

Ein paar Minuten später wechseln wir wieder auf die Forststraße. Dort verbleiben wir ungefähr zehn Minuten und folgen dem Wegweiser „Hochfelln/Thoraukopf“ nach links. Auf einem kleinen Steig geht es nun mal steiler, mal flacher durch mal mehr, mal weniger Vegetation. Außerdem müssen wir einen kleinen Bach überqueren. In Serpentinen kämpfen wir uns nun nach oben und eine gute Dreiviertelstunde, nachdem wir abgebogen sind, erreichen wir die Scharte zwischen Hochfelln und Weißgrabenkopf. Hier müssen wir aufpassen, denn der markierungslose Zustieg zum Weißgrabenkopf liegt etwas versteckt zwischen den Latschen. Durch diese kämpfen wir uns nach oben und müssen sogar die Hände zuhilfe nehmen. Eine gute Dreiviertelstunde nach der Scharte sind wir am Gipfel, den ein kleines hölzernes Gipfelkreuz ziert. Hier geht es viel weniger zu als am Hochfellngipfel, sodass eine längere Rast verlockend ist. Beim Abstieg zur Scharte ist wiederum unsere Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt.

Wieder an der Scharte angelangt, folgen wir nun dem anderen Weg nach oben. Dieser ist wieder beschildert und außerdem in einem besseren Zustand. Sogar Treppen sind als Aufstiegshilfen vorhanden! Wir lassen den Thoraukopf links liegen und gewinnen nun deutlich an Höhe. Auf einem Sattel biegen wir nun nach links in Richtung „Hochfelln“ ab. Doch Vorsicht! Hier ist die Beschilderung etwas verwirrend, mitunter müssen wir querfeldein unseren Weg hinauf zum Gipfel suchen! Ist diese Etappe überwunden, ist es ein lockeres Auslaufen bis zum Gipfel. 15 bis 30 Minuten in leichtem Bergauf und das große Gipfelkreuz ist erreicht. Berg Heil! Abstieg wie Aufstieg.

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

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