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Im Alter von 76 Jahren: Schauspielerin Hannelore Elsner ist tot - Todesursache schon bekannt

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Wander-Tipp: Lange Bergtour von Pürzlbach auf den Hundstod

Im Sagenreich von König Watzmann

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Beeindruckende Szenerie an der Watzmann-Südwand und seinen Kindern.

Weißbach bei Lofer – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Die aktuelle Route führt uns zu den neun Gebirgsstöcken der Berchtesgadener Alpen. Darunter das Steinerne Meer. Unser Ziel: einer der bekannteren Gipfel:

Die Watzmannsage. Einem jeden dürfte diese bekannt sein: Ein furchtbarer König wird verflucht und zu Stein verwandelt. Doch wie sieht es mit dem Hundstod aus? Weniger bekannt und in nicht so vielen Versionen der Sage erwähnt, sollen hier die Hunde des Watzmanns in den Tod gestürzt sein

Weniger tödlich, dafür aber lang und anstrengend führt die heutige Tour auf den Gipfel des knapp 2.600 Meter hohen Klotzes aus Dachsteinkalk.

Die Wanderung im Überblick: 

  • Berg/Gipfel: Großer Hundstod, 2.593m, Berchtesgadener Alpen Höhenmeter der Wanderung: 1.800m 
  • Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Wanderparkplatz Pürzlbach, erreichbar von Weißbach bei Lofer, Parkgebühr 2 Euro. Gehzeit: 6 – 7 Stunden hinauf, 5-6 hinab 
  • Schwierigkeit: Lange, konditionell sehr anspruchsvolle Tour. Technisch moderat schwierig. Trittsicherheit, Orientierungssinn und Schwindelfreiheit müssen vorhanden sein. Überdies sei geraten, die Tour auf zwei Tage aufzuteilen. 
  • Einkehrmöglichkeiten: Kallbrunnalm, Ingolstädter Haus 
  • Wann sollte man aufpassen? Ab dem Ingolstädter Haus wenig markierter und brüchiger Pfad. 
  • Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 0/5 Punkte: Der Gipfelsturm sollte nicht als Anfänger unternommen werden. Allerdings auch schöne Wandermöglichkeiten im Bereich der Kallnbrunnalmen, Weiterweg zum Ingolstädter Haus „rot“ 
  • Für Familien mit Kindern geeignet? 1/5: Die Kinder sollten schon Erfahrungen mit längeren Unternehmungen gemacht haben, dann auch für den Nachwuchs eine tolle Tour. 
  • Für Hunde geeignet? 2/5: Auch bei Hundebesitzern gilt: Erfahrung! Was kann man dem Begleiter zumuten, was nicht? Dadurch, dass aber keine größeren Klettereinlagen getätigt werden müssen, eine schöne Tour, wenn man mal länger unterwegs sein möchte.
  • Lohnt der Gipfel-Ausblick? 5/5: Quasi nirgendwo sonst bekommt man einen so tollen Blick auf die Watzmann-Südwand als vom Hundstod. Dazu tolle Tiefblicke auf den Dießbach-Stausee und den Pinzgau. Auf der anderen Seite herrliche Rundschau über Steinberge, Berchtesgadener Alpen und die Hohen Tauern mit dem Großglockner.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

  • Der Streckencharakter: Selten ist eine Tour so kontrastreich wie auf den Hundstod: Während man bei der Kallbrunnalm, dem größten Almgebiet der Berchtesgadener Alpen, durch saftige grüne Wiesen geht, wandert man auf dem Weiterweg in einem wahrlichen Urwald. Am See und plätschernden Bächen vorbei gelangt man schließlich in einer kargen Steinwüste zum Gipfel. 
  • Tiererlebnis: Wie auch sonst fast überall in den Berchtesgadener Alpen, kann man ebenso mit etwas Glück die hier heimischen Tiere beobachten: Gämsen, Murmeltiere, Steinböcke oder gar Steinadler.
  • Ruhe und Einsamkeit: Während der nahe Watzmann über die Sommermonate einem Rummelplatz gleicht, hat man am Hundstod viel Ruhe. Das schätzt vor allem der Bergfreund, der in seinem Tempo wandern will.
Einen weiteren Teich passierend...

Wir starten vom Wanderparkplatz Pürzlbach, den wir über einen Güterweg von Weißbach aus erreichen können. Wir wandern durch ein Quellschutzgebiet, sogleich bietet sich die Möglichkeit, über einen schmalen, wohl durch Unwetter in Mitleidenschaft gezogenen, Steig, die Strecke ein wenig abzukürzen. Nach kurzer Zeit gelangen wir wieder auf den breiten Normalweg. Bald fällt uns auf, dass sich verschiedene Linien im Gestein aufzeigen. Was für eine Kraft das wohl gewesen sein muss, die unsere Alpen vor Millionen von Jahren aufgefaltet hat? 

Auf dem Weiterweg kürzen wir die Strecke nochmals ab, indem wir über eine Holzbrücke einen kleinen Bach traversieren. Den Hochkranz und die Kühe links liegen lassend, erreichen wir nach 1 1⁄4 Stunden die Kallbrunnalm . Hier bietet es sich an, sich zu erfrischen. Bei der Rückkehr können wir an der Jausenstation oder einer der anderen Almen einkehren oder frischen Käse kaufen.

Wir lassen die Almen hinter uns und schlagen den Weg nach rechts ein. Nach einer guten halben Stunde erreichen wir den 1961 aufgestauten Dießbach-Stausee. Über eine der steilsten Druckrohrleitungen Europas versorgt dieser das im Saalachtal gelegene Kraftwerk Dießbach. 

Da ist er, der Hundstod!

Immer wieder geht es auf und ab, wir lassen erst den Rauchkopf und dann das Praghorn rechts liegen und gelangen schließlich zur Talstation der Materialseilbahn. Erst an einem schönen Bach und dann an einem Wasserfall vorbei, schrauben wir uns an der Mitterkaserwand vorbei in die Höhe. Der Steig wird zunehmend schmaler, ist aber zum Glück nicht ausgesetzt. Nun gewinnen wir recht schnell an Höhe, erst erreichen wir die Bäume und gehen anschließend an Schutt- und Karrenfeldern vorbei. Fünf Stunden nach Beginn unserer Tour gelangen wir endlich zum 2.119 Meter hoch gelegenen Ingolstädter Haus

Schon fast geschafft!

Durchschnaufen und Energie tanken und dann bereit machen für den letzten Abschnitt! Über buckeliges Gelände gelangen wir an den Sockel des Großen Hundstod. Bald können wir uns entscheiden, ob wir an der Hundstodscharte den Kleinen Hundstod (2.263m) noch mitnehmen

Wir entscheiden uns dagegen und steigen mühsam über Geröll weiter empor. Sogar leichte Kletterstellen sind nun im Schrofengelände vorhanden, allerdings sind sie nicht allzu schwierig zu bewältigen. 

Der Vorgipfel ist nun erreicht. Lediglich ein bisschen auf dem Grat müssen wir noch spazieren und dann: endlich stehen wir auf dem Gipfel! Von 2.593 Metern aus haben wir einen tollen Tiefblick zum Dießbach-Stausee und zum Pinzgau mit dem Zeller See, über dem die Hohen Tauern mit Kitzsteinhorn und Großglockner wachen. Zudem sehen wir toll in die Watzmann-Südwand und zum Hochkalter, die bei Bewölkung nahezu mystisch dastehen. Der Abstieg erfolgt wie der Aufstieg.

Von Pürzlbach auf den Hundstod - lang, aber es lohnt sich!

Simon Schmalzgruber

Quelle: rosenheim24.de

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