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Fast kostenlos durch ganz Deutschland: Alle Infos rund um das 9-Euro-Ticket

Entlastungspaket: mit dem 9-Euro-Ticket erreicht man auch wunderschöne Urlaubsziele in Deutschland, wie z.B. die Nordsee-Insel Sylt
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Entlastungspaket: Mit dem 9-Euro-Ticket erreicht man auch wunderschöne Urlaubsziele in Deutschland, wie z.B. die Nordsee-Insel Sylt. (Montage)

90 Tage lang für neun Euro im Monat öffentliche Busse und Bahnen nutzen, also für insgesamt 27 Euro. Weil die Energiepreise ins Unermessliche steigen, will die Bundesregierung den ÖPNV deutlich billiger und attraktiver machen. rosenheim24.de beantwortet in diesem Zusammenhang die wichtigsten Fragen – das müsst Ihr jetzt wissen.

Deutschland – Angesichts der hohen Energiepreise will die Ampel-Koalition die gestiegenen Kosten für die Bürgerinnen und Bürger mit einem milliardenschweren Entlastungspaket abfedern. Teil davon ist unter anderem das sogenannte Neun-Euro-Ticket. In den Sommermonaten Juni, Juli und August soll demnach ein ÖPNV-Ticket für jeweils neun Euro pro Monat angeboten werden – die Maßnahme soll bundesweit gelten. Noch gibt es das Neun-Euro-Ticket nicht zu kaufen, das soll sich Ende Mai allerdings ändern.

Unter dem Strich offenbar eine tolle Idee für viele Pendler und Reisende. Alles was Ihr jetzt zum Neun-Euro-Ticket wissen müsst im Überblick:

Laufzeit?

Das Neun-Euro-Ticket gilt in den Sommermonaten Juni, Juli und August. In Bayern betrifft das die Pfingstferien (7. bis 18. Juni) und einen Teil der Sommerferien ab 1. August. Danach muss die Buchung nicht gekündigt werden – sie endet automatisch am 31. August.

Wo kann ich das Neun-Euro-Ticket kaufen?

Der Bund plant eine Online-Plattform, über die das Ticket digital gebucht werden kann. Smartphone-Besitzer können wohl ab 1. Juni über die MVG-App ein Ticket erwerben. Aber auch die offiziellen Verkaufsstellen und Automaten können voraussichtlich schon ab 22. Mai genutzt werden. 

Wer kann das 9-Euro-Ticket nutzen?

Ein jeder, allerdings soll das Ticket rein personenbezogen gelten. Heißt Gruppen- oder Familienangebote sind derzeit nicht geplant – jeder braucht ein Einzelticket.

Gehen ÖPNV-Abonnenten leer aus?

Nein. Die bestehenden Abonnements sollen automatisch umgebucht werden: Die Extrakosten sollen entweder nicht abgebucht oder erstattet werden. Das Neun-Euro-Ticket gilt dann in diesen Fällen in den Verbundbereichen, für die das übliche Monatsticket gedacht war.

Können Fahrräder kostenlos mitgenommen werden?

Stand jetzt müssen Radfahrer eine zusätzliche Karte für ihre Reise buchen.

Ist eine Kombination mit anderen Ermäßigungen möglich?

Nein. Schüler oder Studenten können keine weiteren Einsparungen geltend machen.

Wo gilt das Neun-Euro-Ticket?

Die Idee ist, dass die Fahrkarte im gesamten öffentlichen Nah- und Regionalverkehr gültig ist – in ganz Deutschland. Ein Ticket, welches zum Beispiel in Rosenheim erworben wurde, gilt auch im Berchtesgadener Land, aber auch in Hamburg oder Köln. Auch sämtliche U- und S-Bahnen können deutschlandweit ohne Zusatzkosten genutzt werden. Unter dem Strich ist eine Reise mit Regionalzügen durch ganz Deutschland für nur 9 Euro möglich.

Was gilt es zu beachten?

Das Ticket gilt nicht für Fernverbindungen wie ICE, IC oder EC. Auch darf nur die 2. Klasse genutzt werden.

Ein Beispiel: Von Rosenheim nach Kiel

Neun-Euro-Ticket: Abfahrt um 6.02 Uhr, Ankunft um 20.34 Uhr - Umstiege: 6. Preis: 9 Euro.

ICE und Co.: Abfahrt um 6.29 Uhr, Ankunft um 14.34 Uhr - Umstiege: 2. Preis: 143,90 Euro.

Auto: 955,5 Kilometer. Geschätzte Fahrzeit - ohne Stau: Über neun Stunden. Benzinkosten nicht mit einberechnet.

Droht dem Nahverkehr eine Überlastung?

Die MVG geht nicht davon aus – auch weil die Fahrgastzahlen derzeit noch niedriger sind als noch vor der Corona-Pandemie. Experten sehen das kritischer und befürchten volle Züge – speziell in den Ferien.

Wissing: Große Chance für Bürger und ÖPNV

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) bezeichnete das Neun-Euro-Ticket als „Chance“ sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für den ÖPNV. „Die Bürgerinnen und Bürger verbinden große Erwartungen und auch Freude mit diesem Ticket“, sagte er am Mittwoch (27. April) nach der Kabinettssitzung in Berlin. Zudem könne der ÖPNV „aufmerksam machen auf ein Angebot, das klimaneutral ist, das uns hilft, Energie zu sparen und das genau in die Zeit passt“.

Auch die Länder könnten davon profitieren, „indem sie dauerhaft mehr Nutzer gewinnen“, sagte Wissing weiter. Zudem betonte er, dass der Bund „die vollen Kosten“ übernehme. Die Länder gingen von 2,5 Milliarden Euro an Mindereinnahmen aus für die drei Monate. Diese Summe werde vollständig vom Bund übernommen. „Und zusätzlich können die Länder noch die neun Euro vereinnahmen“, sagte Wissing. 

„Mit dem Ticket haben wir ein tolles Angebot, um Kunden zurückzugewinnen und neue Kunden zur Nutzung von Bus und Bahn zu bewegen“, zeigte sich auch Dr. Bernd Rosenbusch, Chef des MVV, begeistert.

Bayerns Verkehrsminister spricht von „Mogelpackung“

VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff an Maike Schaefer (Grüne), Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz sieht die Idee deutlich kritischer. Das Handelsblatt zitierte ihn am 25. März aus einem Brief: „Bei einem Neun-Euro-Abo für die kommenden drei Monate, jeweils monatlich, ist von exorbitanten zusätzlichen Einnahmeausfällen auszugehen. Einzelfahrscheine werden praktisch nicht mehr gelöst werden, da ein Neun-Euro-Abo diese Ticketart vollständig kannibalisieren wird.“

Und auch Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hat Zweifel: „Das Neun-Euro-Monatsticket ist nach wie vor eine Mogelpackung.“ Und weiter: „Ein nicht unerheblicher Teil der Lasten wird bei Ländern, Kommunen und Verkehrsunternehmen abgeladen.“ 

Als nächstes müssen sich nun der Bundestag und danach der Bundesrat mit den Änderungen befassen. Nach Angaben der Bundesregierung soll die Länderkammer am 19. und 20. Mai zustimmen, „damit die beschlossenen Maßnahmen zügig in Kraft treten können“.

mz

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