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Elektronische Patientenakte: Was man dazu wissen muss

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Von: Franziska Schuster

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Ärztin spricht mit Patient
Die elektronische Patientenakte soll ab 2024 für alle Krankenversicherte verbindlich werden. © IMAGO/Roger Richter

Die elektronische Patientenakte soll ab 2024 für alle Krankenversicherte kommen. Die erste Testversion gibt es bereits seit 1. Januar 2021. So wird die digitale Akte genutzt.

Stuttgart - Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, Deutschland zu digitalisieren. Auch das Gesundheitswesen ist davon betroffen. Die gelbe Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Papierform gehört bereits der Vergangenheit an. Arbeitgeber erhalten die Krankmeldung seit 1. Januar 2023 elektronisch von den Krankenkassen. Seit einigen Jahren wird darüber hinaus an der elektronischen Patientenakte (ePA) in Deutschland getüftelt und gearbeitet. Diese soll vieles vereinfachen. Röntgenbilder können etwa bereits Ende 2023 in solch einer digitalen Akte gespeichert werden. Die ersten privaten Krankenversicherer haben ebenfalls bereits damit begonnen, die ePA einzuführen. Alles Wissenswerte zum Angebot gibt es hier.

Was ist die Elektronische Patientenakte und was wird gespeichert?

Die elektronische Patientenakte soll Ärzten und Patienten den Austausch erleichtern. MRT-Aufnahmen, Arztbefunde oder auch der Impfausweis sollen digital gespeichert werden können. In Form von PFDs werden diese in der Akte hinterlegt. Zugriff auf die Daten haben dann lediglich der Patient sowie die behandelnden Ärzte oder Kliniken. Versicherte können in der ePA auch eigene Daten, wie etwa ein Tagebuch über Blutzuckermessungen, ablegen.

Das steht unter anderem in der elektronischen Patientenakte:

Welche Daten gespeichert werden, kann der Patient bestimmen. Er verfügt auch darüber, welche Dokumente und Daten wieder gelöscht werden sollen.

Was sind die Vorteile der digitalen Akte?

Die digitale Zusammenführung aller Patientendaten soll zu aller erst vor allem Zeit sparen, wie das Bundesgesundheitsministerium erklärt. „Zeit, die ansonsten für die Informationsbeschaffung anfällt, kann stattdessen für die konkrete Behandlung genutzt werden. Außerdem können Doppeluntersuchungen vermieden werden, was sowohl zu einer Entlastung der Patientinnen und Patienten als auch zu einer Entlastung der Ärztinnen und Ärzte führt“, heißt es auf der Webseite des Ministeriums. Zudem beendet es die Zettelwirtschaft, die bislang in vielen Praxen und Kliniken herrschte.

Wenn die Akte geschlossen ist, bleibt sie geschlossen. Nur der Patient hat dauerhaft Zugang.

Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister

Wer kann die E-Akte nutzen und kann man den Gebrauch ablehnen?

Auf freiwilliger Basis gibt es die digitale Patientenakte bereits seit 1. Januar 2021. Die Krankenkassen bieten ihren Versicherten eine App an. Jedoch noch nicht mal 1 Prozent der Patienten nutzt das Angebot bislang. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will daher die elektronische Patientenakte für alle verpflichtend bis Ende 2024 einführen. Künftig soll die E-Akte somit für alle gesetzlich Versicherten gelten, es sei denn, der Patient widerspricht der Nutzung. Bisher mussten Patienten ausdrücklich zustimmen, wenn sie eine elektronische Patientenakte haben wollten. Auch wenn ein Arzt Zugriff auf die Akte haben möchte, müssen Patienten zuvor zugestimmt haben.

„Mit der elektronischen Patientenkarte gibt der Patient die Nutzung der ePA bei seinem Hausarzt oder Facharzt frei“, erklärt Karl Lauterbach. „Wenn die Akte geschlossen ist, bleibt sie geschlossen. Nur der Patient hat dauerhaft Zugang.“ Versicherte können die Zugriffsfreigabe zudem sowohl zeitlich als auch inhaltlich begrenzen. 

Kann die elektronische Patientenakte auch ohne App genutzt werden?

Nicht jeder hat ein Smartphone und es auch nicht immer zu Hand. Die Nutzung der digitalen Patientenakte ist aber auch ohne App möglich. Mit der elektronischen Gesundheitskarte und einer PIN, die von der Krankenkasse angefordert werden kann, kann die Akte dennoch genutzt werden. Beim Arzt kann die Akte mit Daten, die dem Arzt im Zusammenhang mit der aktuellen Behandlung digital vorliegen, befüllt werden. Dafür nutzt die Arztpraxis ihr Praxisverwaltungssystem und lädt die lokal gespeicherten Daten in die ePA hoch. Alternativ kann auch eine dritte Person, zum Beispiel ein Familienmitglied, beauftragt werden, die ePA über die App zu verwalten.

Weitere spannende Themen rund um Servive und Ratgeber gibt es auf der Verbraucher-Seite von BW24.

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