Böses Erwachen auf dem Amt

Gebrauchtwagenkauf: Vorsicht vor fieser Masche - Die Fälle in Deutschland häufen sich

Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt breitet sich seit geraumer Zeit eine Betrugsmasche aus (Symbolbild)
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Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt breitet sich seit geraumer Zeit eine Betrugsmasche aus (Symbolbild).

Der Gebrauchtwagenmarkt ist in Deutschland wesentlich größer als der von Neuwagen. Seit geraumer Zeit beobachtet die Polizei mit Sorge eine immer öfter vorkommende Betrugsmasche.

Köln/München - Im Jahr 2020 wurden in Deutschland etwa sieben Millionen Fahrzeuge aus zweiter Hand gekauft. Wer auf der Suche nach einem neuen Gebrauchtwagen ist, könnte jedoch böse in die Falle tappen. In Deutschland hat sich eine Betrugsmasche breitgemacht, die Autokäufer mit auffallend günstigen Angeboten lockt. Besonders im Westen der Republik wurde der böse Trick zuletzt häufig beobachtet. Der ADAC Nordrhein und die Polizei Köln warnen vor den Betrugsfällen, die durch Gebrauchtwagen-Inserate im Internet zustande kommen.

So läuft die Masche, mit der schon zahlreiche Menschen viel Geld verloren haben, ab: Bei der Suche im Netz stößt man auf das unschlagbare Gebrauchtwagen-Angebot und vereinbart einen Treffpunkt. Beim Besichtigungstermin folgt jedoch eine Überraschung - das Auto steht unter Vorwand an einem anderen Ort.

Betrugsmasche beim Gebrauchtwagenkauf: Böses Erwachen auf der Zulassungsstelle

Die Polizei warnt, dass sich der Verkäufer beim verabredeten Zeitpunkt verspätet, während der Käufer bei der Ankunft heimlich beobachtet wird: So wird von einem Versteck ausgekundschaftet, ob es sich nicht möglicherweise um Polizeibeamte handelt und der Interessent harmlos erscheint. Wenn sich der Verkäufer dann sicher fühlt, wird der Gebrauchte jedoch präsentiert und nach einer Probefahrt erfolge die Übergabe. Der Kaufvertrag werde unterschrieben, das Geld übergeben.

Das böse Erwachen folgt für den Gebrauchtwagen-Eigentümer beim Besuch der Zulassungsstelle: Auto und Fahrzeugpapiere sind gestohlen! Da sei für Verbraucher die geleistete Zahlung in der Regel nicht mehr zurückzuholen und das Geld verschwunden, denn: „Die Verkäufer zu identifizieren, ist aufgrund der geringen Spurenlage und den falschen Kontaktdaten meist schwierig“, schildert ein Sprecher der Polizei Köln.

Das Auto ist dann natürlich ebenfalls weg, denn es wird sichergestellt: „An gestohlenen Sachen kann man kein Eigentum erwerben - auch dann nicht, wenn man nicht wusste, dass das Auto gestohlen ist. Der Käufer steht also mit leeren Händen da“, warnt Rechtsexpertin Gabriele Schön vom ADAC Nordrhein.

Gebrauchtwagenkauf: Verdächtige Anzeichen der neuen Betrugsmasche

Aufgrund der Zunahme dieser Betrugsmasche warnt der ADAC beim Gebrauchtwagenkauf im Internet vor typischen Erkennungszeichen:

  • Bei vermeintlichen Schnäppchen fragen, warum das begehrte Auto so viel günstiger angeboten werden könnte.
  • Warum bekommt man selbst den Zuschlag, obgleich man vielleicht Hunderte Kilometer entfernt wohnt?
  • Wieso interessiert sich niemand anderes für das Gebrauchtwagen-Angebot und warum griff kein Händler zu?
  • Darüber hinaus sind Dinge wie Rechtschreibfehler in amtlichen Dokumenten ein verdächtiges Merkmal.

Alleine in den westdeutschen Städten Köln und Leverkusen wurden seit Beginn des vergangenen Jahres über 100 Fälle registriert, wo sich Gebrauchtwagen bei der geplanten Zulassung als gestohlen herausgestellt haben.

Auf WhatsApp kursiert schon seit einiger Zeit eine besonders hinterhältige Betrugsmasche. Cyber-Experten erklären jetzt, wie die Masche funktioniert und worauf Sie achten müssen. (PF mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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