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Tipps für Versicherte

Kosten optimieren: Welche Versicherungen notwendig sind und wo man sparen kann

Auf einer Standmitteilung für eine Lebensversicherung liegen mehrere Euromünzen und Euroscheine
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Eine Möglichkeit, die monatlichen Fixkosten zu senken, ist, sich von der einen oder anderen Versicherung zu trennen.

Viele Verbraucher stellen sich aktuell die Frage, wie sie die massiv steigenden Ausgaben für Strom, Gas und den allgemeinen Lebensunterhalt in den kommenden Monaten stemmen werden. Die Devise vielerorts: Sparen. Neben dem Lebensmitteleinkauf und den Energiekosten besteht auch bei Versicherungsverträgen unter Umständen Einsparpotenzial. Auf was es dabei zu achten gilt, lest Ihr hier.

Inflation und steigende Energiepreise treiben die Ausgaben der privaten Haushalte in die Höhe. Kein Wunder also, dass viele Menschen aktuell darüber nachdenken, wie sie ihre monatlichen Fixkosten senken können. Eine Möglichkeit: sich von Versicherungsverträgen trennen, um Prämien zu sparen. 

„Bei einem gezielten Blick in den Versicherungsordner lassen sich oftmals einige hundert Euro rausholen. Denn häufig schließen Verbraucher*innen einen Vertrag ab und beschäftigen sich danach nie wieder damit“, erklärt Markus Latta, Fachteamleiter für Finanzdienstleistungen beim VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB). „Es macht auf jeden Fall Sinn, sich mindestens alle zwei Jahre mit seinen Policen zu beschäftigen und diese professionell überprüfen zu lassen.“

Versicherungspolicen regelmäßig prüfen

Jedes Mal, wenn sich Eure Lebenssituation ändert - durch Heirat, die Geburt eines Kindes, einen Todesfall oder Scheidung - solltet Ihr Eure Versicherungsverträge ansehen, auf Aktualität prüfen und gegebenenfalls anpassen. Ihr könnt die Policen auch mit Angeboten anderer Unternehmen vergleichen und gegen ein günstigeres Angebot eintauschen. 

Allerdings besteht hier gerade für Laien die Gefahr, dass sie Klauseln in den neuen Versicherungsbedingungen übersehen und sich bei einem Wechsel verschlechtern. Und natürlich gilt: Verträge mit sehr guten und kundenfreundlichen Bedingungen haben ihren Preis und für einen Economy-Beitrag gibt es dementsprechend auch nur einen Economy-Tarif mit Economy-Bedingungen.

Viele Versicherer werben laut dem Finanz- und Vergleichsportal FinanceScout24 oft mit Policen oder Zusatzoptionen, die wenig sinnvoll oder unverhältnismäßig teuer sind. Ein typisches Beispiel: die Glasversicherung. Sie ist in der Regel nur wichtig, wenn Euer Haus über eine sehr große Einfachverglasung verfügt. Wenn Ihr eine Hausratsversicherung habt, seid Ihr vermutlich sowieso gegen Glasbruch versichert. Ähnliches gilt für Gepäckversicherungen.

Die Versicherungssumme reduzieren

Die Versicherungssumme entscheidet oft darüber, wie hoch die Prämie ausfällt. Deshalb ist ihre Reduzierung meist ein guter Hebel zum Sparen. So ist es zum Beispiel nicht unbedingt existenzbedrohend, wenn Ihr bei Eurer Privathaftpflicht eine Versicherungssumme von 10 Millionen Euro anstelle von 50 Millionen Euro wählt. Auf die Prämie hat diese Wahl jedoch deutliche Auswirkungen. Gleiches gilt für die Reduktion der Versicherungssumme für Wertgegenstände in Eurer Hausratversicherung, wenn Ihr kaum welche besitzt.

Laufzeit und Zahlweise ändern

Viele Versicherungen können gleich über mehrere Jahre hinweg abgeschlossen werden - zu geringeren Prämien. Längere Laufzeiten bieten sich laut FinanceScout24 zum Beispiel bei Hausrat- oder Haftpflichtversicherungen an, wenn keine großen Einschnitte wie ein Umzug oder eine Hochzeit anstehen.

Sparen könnt Ihr auch bei der Wahl der Zahlweise. Viele Policen sind deutlich günstiger, wenn sie jährlich bezahlt werden. Wichtig ist nur, dass Ihr diese hohen Einmalbeträge, zum Beispiel bei der Kfz-Versicherung, im Hinterkopf behaltet und zum Zahlungszeitpunkt auch verfügbar habt.

Unter der Lupe: die Privathaftpflichtversicherung

Diese Versicherung müssen alle Verbraucher haben. Denn laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) haftet man für einen Schaden, den man einer anderen Person oder deren Eigentum zufügt - und das in unbegrenzter Höhe. Dennoch lässt sich auch bei dieser Versicherung der Beitrag durch folgende Maßnahmen senken:

  • Selbstbehalt vereinbaren: Ihr habt die Möglichkeit, einen geringen Selbstbehalt einzuschließen. Hierbei rät der VSB zu einer Höhe von maximal 150 Euro. Das bedeutet, dass Ihr kleine Bagatellschäden aus der eigenen Tasche zahlt und der Versicherer dies durch einen Beitragsnachlass belohnt.
  • Versicherte Personengruppe überprüfen: Welcher Personenkreis ist durch Euren Vertrag versichert? Es gibt Tarife für Singles, Singles mit Kind, Paare und Familien. Oftmals schlummert noch ein Familienvertrag im Versicherungsordner, obwohl die Kinder längst ausgezogen sind. Oder die Beziehung ging auseinander, der Vertrag wurde aber nicht auf Single umgestellt. Tipp: Paare, die zusammenleben, benötigen in der Regel nur eine Privathaftpflichtversicherung. Allerdings: Schäden, die untereinander entstehen, ersetzt die Versicherung nicht.

Quelle: VSB

Unter der Lupe: die Hausratversicherung

Auch diese Versicherung sollten Verbraucher haben: Sie versichert den Hausrat, also die beweglichen Gegenstände in einer Wohnung, die nicht fest mit dem Wohngebäude verbunden sind. Sie kommt meistens bei Wasserschäden, Sturm/Hagel, Feuer oder Einbruch zum Tragen. 

Sofern keine besonders wertvollen Möbelstücke, Wertsachen oder Kunstgegenstände zu Eurem Hausrat gehören, richtet sich die Versicherungssumme nach der Größe der Wohnfläche. Die gängigste Summe beläuft sich hier auf 650 Euro pro Quadratmeter. 

Prüft also die Höhe Eurer Versicherungssumme. Wenn Ihr Euch verkleinert habt, beispielsweise von einem Einfamilienhaus in eine Wohnung umgezogen seid, passt die Summe an und reduziert damit Euren Beitrag. 

Unter der Lupe: die Kfz-Versicherung

Bei keiner anderen Versicherung gibt es so viele Faktoren, die den Beitrag nach oben oder unten treiben. Der VSB empfiehlt deshalb, beim eigenen Vertrag folgende Punkte zu prüfen:

  • Fahrerkreis: Sind in Eurem Vertrag wirklich nur die Personen als Fahrer eingetragen, die mit dem Fahrzeug unterwegs sind oder eventuell noch ein Ex-Partner oder eines Eurer Kinder, das schon längst in einer anderen Stadt wohnt?
  • Kilometerlaufleistung: Wie viele Kilometer fahrt Ihr pro Jahr? Durch Homeoffice, einen Umzug näher an die Arbeitsstätte oder den Eintritt in die Rente verringert sich in der Regel auch die jährliche Kilometerlaufleistung eines Fahrzeugs. Passt sie gegebenenfalls an.
  • Nächtlicher Abstellplatz: Ist Euer Fahrzeug neben der Kfz-Haftpflichtversicherung auch durch eine Kaskoversicherung abgesichert, prüft, welcher nächtliche Abstellplatz im Versicherungsvertrag steht. Fahrzeuge, die in einer Garage, einem Carport oder auf einem privaten Grundstück stehen, mindern den Beitrag der Kaskoversicherung.
  • Vollkasko - ja oder nein? Sie zahlt Schäden am eigenen Fahrzeug, die Ihr selbst verschuldet habt oder bei Vandalismus. Im Fall eines Totalschadens ersetzt sie den Zeitwert des Fahrzeugs, sofern es sich nicht um einen Neuwagen oder jungen Gebrauchten handelt. Wenn Ihr nicht ausreichend Geld auf der hohen Kante habt, um Euch im Fall der Fälle ein gleichwertiges Fahrzeug kaufen zu können (oder zu wollen) oder wenn der Zeitwert des Fahrzeugs niedriger als der Versicherungsbeitrag ist, macht eine Vollkaskoversicherung keinen Sinn.
  • Neukunden-Rabatt: Kfz-Versicherungen räumen neuen Kunden oftmals einen nicht unerheblichen Rabatt ein. Wenn Ihr also grundsätzlich mit Eurem Versicherer zufrieden seid und dort bleiben möchtet, schaut trotzdem mal in einen Vergleichsrechner im Internet und rechnet Euer Fahrzeug neu durch. Zeigt der Rechner Euren Tarif neu günstiger an, tretet mit dem Angebot an Eure Versicherungsgesellschaft heran. Oft genügt ein kurzer Anruf und Ihr bekommt auch diesen Neukunden-Rabatt.

Quelle: VSB

Unter der Lupe: die Risikolebensversicherung

In der Regel schließen Verbraucher diese Versicherung ab, um ihre Familie im Falle des Todes des Hauptverdieners finanziell abzusichern. Oft auch, wenn ein Eigenheim gebaut oder gekauft wird und die Summe über einen Kredit finanziert werden muss. 

Häufig sind die Versicherungssummen nach 15 oder 20 Jahren zu hoch, weil der Kredit schon zu großen Teilen abbezahlt ist oder die Kinder schon erwachsen sind. Stellt Euch die Frage, ob Ihr diese Absicherung noch braucht oder ob Ihr den Vertrag vorzeitig kündigt. 

Ein Tipp für zukünftige Eigenheimbesitzer: Einige Versicherer bieten auch Tarife an, die exakt an Eure Finanzierung angelehnt sind und bei denen dann die Versicherungssumme analog zur Darlehenssumme fällt. Diese Tarife sind dann günstiger als die konventionellen Tarife, bei denen die Versicherungssumme über die gesamte Laufzeit gleich bleibt.

Bei welchen Versicherungen man auf keinen Fall sparen sollte

Der Bund der Versicherten eV. (BdV) warnt vor einer vorschnellen und leichtfertigen Kündigung einzelner Policen. Dies gilt insbesondere für Personenversicherungen. Denn diese Produkte sichern Eure Gesundheit und Euer Wohl ab. Statt Lebensversicherungen oder Altersvorsorge zu kündigen, könnt Ihr entsprechende Versicherungen bei finanziellen Engpässen beitragsfrei stellen.

Die Krankenversicherung

Sie ist die wichtigste elementare Absicherung und darf unter gar keinen Umständen fehlen. Trotzdem könnt Ihr laut FinanceScout24 sowohl bei der privaten als auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung Kosten sparen:

  • Gesetzliche Krankenversicherung: Je nach Einkommenshöhe und Prozentsatz könnt Ihr durch einen Versicherungswechsel mehr als 100 Euro pro Jahr einsparen. Und nutzt die Bonusprogramme: Wenn Ihr Euch etwa gesund ernährt, zu Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig geht oder aktives Mitglied eines Sportvereins seid, honoriert das die Versicherung mit Bonuszahlungen.
  • Private Krankenversicherung: Sie bietet auf Wunsch sehr umfangreiche Leistungen, die mit Zusatzversicherungen erweitert werden können. Prüft, ob Ihr diese wirklich braucht. Dauerhaft könnt Ihr Eure Beiträge auch deutlich senken, indem Ihr die Selbstbeteiligung erhöht. Wenn Ihr Probleme habt, die hohen Beiträge zu zahlen, könnt Ihr in den Basistarif wechseln. Aber: Er ist nur eine Notlösung, da er lediglich die gesetzlich festgeschriebenen Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung umfasst, dafür aber sehr teuer ist.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Wenn Ihr Euren Job aus gesundheitlichen Gründen zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben könnt, zahlt Euch diese Versicherung eine monatlich vereinbarte Rente. Je früher Ihr einzahlt, desto besser. Denn dann bezahlt Ihr meist günstigere Tarife als bei einem späteren Beginn.

Ist Euer Arbeitseinkommen Eure Haupteinnahmequelle, dürft Ihr diese Versicherung auf keinen Fall kündigen. Denn mit der staatlichen Absicherung durch die Erwerbsminderungsrente könnt Ihr Euren gewohnten Lebensstandard nicht aufrechterhalten.

Es besteht allerdings die Möglichkeit, die BU-Versicherung für sechs Monate beitragsfrei zu stellen, ohne bei Wiederaufnahme der Beitragszahlung eine erneute Gesundheitsprüfung durchlaufen zu müssen. Sprecht aber vorab mit Eurem Versicherer, wie sich die konkreten Tarifbedingungen in Eurem Vertrag gestalten. 

Ein Restrisiko bleibt: Geratet Ihr im Zeitraum der Beitragsfreistellung in die Berufsunfähigkeit, bekommt Ihr lediglich eine dauerhaft reduzierte Rente ausgezahlt. Wie hoch diese ist, steht in Euren Vertragsunterlagen und hängt auch davon ab, wie lange Euer Vertrag schon besteht.

Die Altersvorsorge

Die gesetzliche Rente stellt in der Zukunft aller Voraussicht nach nur eine Art Grundsicherung dar. Wer nach dem Arbeitsleben einen höheren Lebensstandard genießen möchte, muss privat vorsorgen. Egal ob Ihr Eure private Altersvorsorge durch Fondssparpläne, Rentenversicherungen oder andere Sparprodukte aufbaut, der Spruch „Zeit ist Geld“ passt hier wie die Faust aufs Auge. Denn durch den Zinseszinseffekt erhöht sich Euer Vermögen je mehr und je länger Ihr spart.

Also: Je früher Ihr einen entsprechenden Vertrag abschließt, desto niedriger ist der Beitrag beziehungsweise desto höher fällt die Rente aus. Sinnvoll ist es auch, besondere Tarifoptionen wie etwa „Nichtraucher-Tarife“ zu prüfen. Nutzt außerdem staatliche Förderungen für Eure Altersvorsorge, wie bei der Riester- bzw. Rürup-Rente.

Versicherungscheck und professionelle Beratung

Der VerbraucherService Bayern bietet einen individuellen Versicherungscheck an, bei dem sich die Experten gemeinsam mit Euch Eure Versicherungspolicen ansehen und prüfen, ob die bestehenden Verträge noch nötig sind beziehungsweise wie sie sich optimieren lassen. Bei Interesse könnt Ihr Euch an eine der 15 bayernweiten Beratungsstellen wenden.

Auch beim Bund der Versicherten bekommt Ihr eine neutrale und unabhängige Beratung. Ganz im Sinne des Verbraucherschutzes und gemäß aktueller Rechtsprechung beraten Euch auch hier Expertinnen und Experten.

as

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