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Kommentar über Verbreitung unbestätigter Gerüchte

Nach Meldung über Pferdeschänder: Die Gefahr der stillen Post kann jeden treffen

Symbolbild: Eine Meldung über einen mutmaßlichen Pferdeschänder geht im Raum Mühldorf unter Pferdehaltern um.
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Symbolbild: Eine Meldung über einen mutmaßlichen Pferdeschänder geht im Raum Mühldorf unter Pferdehaltern um.

Über die letzten Tage ging im Kreis Mühldorf die Meldung, dass ein Pferdeschänder unterwegs sei, durch die Messengerdienste. Wer solche Meldungen in die Welt setzt, ohne mit der Polizei Kontakt aufzunehmen, handelt komplett verantwortungslos. Ein Kommentar von Online-Volontär Max Partelly.

Landkreis Mühldorf - Was man hört, schockiert zuerst. Zwei Pferde sollen bereits tot sein, ein weiteres nach einer schweren Verletzung nicht mehr reitbar. Die Details der mir zugespielten Sprachnachricht über die mutmaßlichen Fälle sind grausam. Einem Pferd soll der Penis abgeschnitten worden sein, dem anderen sogar ein Hinterlauf. Erst bei der Recherche wurde mir bewusst, dass es ein aufwendiges Unterfangen sein müsste, einem so großen Tier einen solchen Schaden zuzufügen. Dafür wäre eine Betäubung nötig gewesen oder sogar eine vorherige Tötung. Ein paar Punkte, die stutzig werden lassen. Im ersten Moment jedoch ist die Reaktion völlig normal, schockiert zu sein und nicht an eine Falschmeldung zu denken.

Im Zuge der Recherche zeigte sich dann aber, dass es an den Höfen in den entsprechenden Regionen des Landkreis Mühldorf wohl keinerlei derartige Übergriffe stattgefunden haben. Auch das Landratsamt und die Polizei konnten nichts dergleichen bestätigen. Von den Gerüchten habe man gehört, Meldungen dazu sind jedoch keine eingegangen - geschweige denn eine Anzeige bei der Polizei.

Gerücht erfunden oder nur stille Post? Unverantwortlich in jedem Fall

Leider sieht sich die OVB24-Redaktion immer wieder mit solchen Fällen konfrontiert. Unsere Aufgabe ist es diesen Geschichten nachzugehen, herauszufinden, was passiert ist, Rücksprache mit Behörden und etwaigen Betroffenen zu halten und Klarheit zu schaffen. Immer wieder kommt es aber dazu, dass sich bei den Recherchen jedoch nichts bestätigen lässt, ja sogar nahezu mit Sicherheit sagen lässt, dass so manches nie passiert ist - zumindest in dem Ausmaß, wie es über Whatsapp oder Facebook verbreitet wird.

Mit vollendeter Sicherheit kann man es am Ende oft nicht sagen. Schließlich ist es unmöglich zu hundert Prozent zu beweisen, dass etwas nicht vielleicht doch irgendwie, irgendwo und zu anderer Zeit passieren hätte können. Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack und die Frage, ob alles erfunden war oder jemand nur nicht den Entschluss gefasst hat, die Polizei direkt zu informieren.

Helfen wollen ist okay - aber bitte mit Köpfchen

Der Wunsch, seine Mitmenschen schützen zu wollen, ist absolut richtig und am Ende des Tages eine der besten Eigenschaften des Menschen. Jedoch kann dieser Wunsch das Denken beeinflussen und zu schlechten Entscheidungen führen. Meldungen von Tierquälern, Einbrechern oder gar Kindesentführern müssen der Polizei gemeldet werden oder zumindest an eine Stelle gehen, die diese Meldungen überprüfen kann und nicht in den Gruppenchat. Denn dort verbreitet sich die Geschichte im schlimmsten Fall ohne jede Grundlage und kann dort unfreiwillig Teil des eigentlich harmlosen Spiels „Stille Post“ werden. Geholfen ist damit in der Regel niemandem und die Behörden werden mit Nachfragen gelöchert, die sie ohne eine Anzeige nicht beantworten können.

Es gilt: Rückfragen ist besser als weiterschicken. Wenn man weiß, wer angeblich betroffen ist, sollte man dort nachfragen, ob es stimmt und gemeldet wurde. Wenn man es nicht weiß, sollte man zurückfragen, ob der Absender es weiß und danach eine definitive offizielle Warnung abwarten. Sonst sind den Falschmeldungen dieser Welt Tür und Tor geöffnet.

mda

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