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Dorothea Perkusic beantwortet Fragen rund um „Leben“ und „Liebe“

Was kann ich tun, damit meine Frau sich meiner sicher fühlt?

In unserer Service-Rubrik „Liebesfragen“ können unsere Plus-Abonnenten Dorothea Perkusic unter dem Betreff „Liebesfragen“ Fragen rund um die Themen „Leben“ und „Liebe“ stellen. Jeder Ratsuchende bekommt von der Einzel- und Paartherapeutin eine persönliche Antwort. Ausgewählte Fragen werden immer montags hier anonymisiert veröffentlicht.

Frage eines Mannes: 

Meine Frau und ich sind seit acht Jahren zusammen. Meine Frau ist sehr anhänglich und hatte eigentlich schon immer Ängste, mich zu verlieren. Im letzten Jahr hat sich das allerdings zugespitzt. Wodurch das ausgelöst wurde, weiß ich nicht. Sie weint schnell, ist sehr eifersüchtig und kontrolliert mich. Sie legt jedes Wort von mir auf die Goldwaage. Mir geht das auf die Nerven und ich bin wirklich ratlos, weil ich ihr keinen Anlass gebe, sich zu sorgen. Wir machen fast alles zusammen, haben einen gemeinsamen Freundeskreis, also ich verstehe es nicht. Meine Frau beschwert sich schon immer über zu wenig Liebe. Ich habe mich jetzt etwas zurückgezogen, weil ich genervt bin. Was soll ich tun, dass sie nicht ständig Angst hat mich zu verlieren? 

Antwort von Dorothea Perkusic:

Wie sicher sich ein Mensch generell und in einer Beziehung fühlt, hängt ab von der eigenen inneren Sicherheit und davon, wieviel Sicherheit im Außen besteht oder in einer Beziehung geschaffen und gegeben wird. Die innere Sicherheit hat, kurz gesagt, zu tun mit dem eigenen Selbstwert und mit den persönlichen Erfahrungen. Hat ein Mensch bereits früh in der Kindheit, oder ausgelöst durch eine Schlüsselsituation, die Erfahrung gemacht, dass er/sie nicht sicher ist, so prägt sich dieses Erleben ein und kann das (Ur-)Vertrauen nachhaltig schädigen. Dann kann es noch so schön sein, die innere Überzeugung, dass es doch schlecht enden wird, siegt.

Dorothea Perkusic auf Instagram 

Da Sie schreiben, dass Ihre Frau schon immer in Ihrer Beziehung Verlustängste hatte, lohnt sich vermutlich der Blick darauf. Sie könnten Ihre Frau fragen, ob Sie eine Ahnung hat woher ihre Angst kommt. Womöglich gibt es darauf eine einfache Antwort die helfen kann, mit den Gefühlen und Situationen anders umzugehen. Sich bewusst zu machen, dass die Ursache für eine Angst nicht in der Gegenwart liegt, sondern in einem länger zurückliegenden Erlebnis, kann helfen, das Erleben zu differenzieren und so Einfluss zu nehmen, auf das heutige Gefühlsgeschehen. 

Außerdem können die Ängste Ihrer Frau auch in einer Unzufriedenheit was die Beziehungsqualität angeht liegen. Sie schreiben, dass Sie mittlerweile genervt sind von den Konflikten und damit auch von Ihrer Frau. Das ist verständlich. Denn es ist anstrengend für Sie, immer und immer wieder beweisen zu müssen, dass die Sorge unbegründet ist. Es setzt Sie unter Druck und macht Stress. Ihr Rückzug ist dann die logische, nur eben leider auch destruktive Konsequenz. Was Ihnen helfen könnte, die Situation besser zu verstehen wäre zum Beispiel, Ihre Frau zu fragen, was konkret ihr helfen würde, um sich sicherer zu fühlen. Also was Sie tun könnten, damit sie sich wohlfühlen und emotional entspannen kann. So simpel, klischeehaft und plakativ es klingen mag, ein Blumenstrauß und ein paar aufrichtige, liebevolle Worte von Herzen, können nach einer längeren Durststrecke manchmal wahre Wunder bewirken. 

Wie würden Sie selbst folgendes einschätzen: 

  • Geben Sie Ihrer Frau noch das Gefühl, dass sie für Sie einzigartig ist?
  • Was fasziniert Sie an Ihrer Frau, was bewundern Sie, welche kleinen Makel lieben Sie an ihr?
  • Weshalb lieben Sie Ihre Frau? 
  • Wofür sind Sie wirklich dankbar?
  • Womit oder wodurch bereichert sie Ihr Leben?
  • Welche Dinge  genießen Sie besonders mit Ihrer Frau?
  • Wann haben Sie ihr zuletzt ein Kompliment gemacht, Wertschätzung geäußert oder sie gelobt?
  • Weiß Ihre Frau von den positiven und erfreulichen Gefühlen, die Sie für Sie haben? 
  • Vielleicht fehlt es an Zuwendung und Aufmerksamkeit? Eventuell sogar wechselseitig? 

Auch wenn Sie gerade genervt sind, Sie sind dennoch bemüht eine Lösung zu finden. Dies zeigt sich allein schon darin dass Sie mir Ihre Frage gestellt haben. Bitten Sie Ihre Frau, Ihr Bemühen anzuerkennen. Reichen Sie sich in Ihrer derzeitigen Hilf- und Ratlosigkeit die Hand und besprechen Sie, womit Sie Ihre Beziehung bereichern können um mehr Stabilität, Ruhe, Sicherheit und Vertrauen zu erreichen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Dorothea Perkusic

Sie haben eine Frage rund um die Themen Leben & Liebe?

Schreiben Sie an Einzel-, Paar- und Sexualtherapeutin Dorothea Perkusic. Alle Fragen werden beantwortet, ausgewählte anonymisiert veröffentlicht.

Rubriklistenbild: © pixabay

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