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Dorothea Perkusic beantwortet Fragen rund um „Leben“ und „Liebe“

Ich habe ein großes Bedürfnis nach Nähe und bekomme nie was ich brauche: Was soll ich tun?

In unserer Service-Rubrik „Liebesfragen“ können unsere Plus-Abonnenten Dorothea Perkusic unter dem Betreff „Liebesfragen“ Fragen rund um die Themen „Leben“ und „Liebe“ stellen. Jeder Ratsuchende bekommt von der Einzel- und Paartherapeutin eine persönliche Antwort. Ausgewählte Fragen werden immer montags hier anonymisiert veröffentlicht.

Frage einer Frau: 

Mein Freund und ich (54 Jahre alt) sind seit einem Jahr zusammen. Ich habe ein viel größeres  Bedürfnis nach Nähe als er und das wird für mich wirklich zum Problem. Ich fühle mich einfach  vernachlässigt. Das Problem: In fast allen Beziehungen die ich hatte ging es mir so. Ich glaube, dass ich das Problem bin und es vielleicht nicht normal ist, dass ich immer unzufrieden bin. Dabei  wünsche ich mir ganz normale Dinge wie Händchen halten, Umarmungen, zwischendurch mal  einen Kuss. Ich selber habe eigentlich immer das Bedürfnis meinen Freund zu berühren wenn wir  zusammen sind. Generell geht es mir so mit Menschen die ich liebe. Ich habe Angst, dass ich ihm auf die Nerven gehe und er Schluss macht. Oder sollte ich mich trennen?  

Antwort von Dorothea Perkusic:

Die Frage nach dem Verhältnis zwischen Nähe und Distanz wird immer wieder gestellt. Ist es doch  ein Thema, das Menschen in Beziehungen fortlaufend bewegt und herausfordert. So unterschiedlich Menschen und deren Bedürfnisse sind, so schwer ist es, eine allgemein gültige Antwort darauf zu geben. Denn es zählt, was ein Mensch ganz individuell braucht oder sich  wünscht. 

Ganz offen gesagt, ist es wirklich zu überlegen, ob Sie mit dem für Sie richtigen Mann zusammen sind. Denn in erster Linie stellt sich die Frage, ob die Beziehung erfüllend und bereichernd für Sie  ist und Sie sich emotional und auch körperlich „genährt“ fühlen. 

Dorothea Perkusic auf Instagram 

Ich habe zum Thema Nähe und Distanz bereits in einigen verschiedenen Fragen geantwortet.  Daher würde ich Ihnen gerne vorschlagen, in den früheren Fragen unter der Rubrik „Liebesfragen“  nachzusehen, was Sie anspricht, wenn Sie diesbezüglich auf der Suche sind.
Speziell auf Ihre Frage möchte ich Ihnen antworten, dass mir ständig auffällt, dass Frauen sehr häufig versuchen, sich mit etwas zufrieden zu geben. Aus der Angst heraus, zu anspruchsvoll oder zu viel zu sein, kompliziert, zickig, nervig, anstrengend und so weiter, wird versucht, sich zurückzunehmen, leise und angepasst zu sein, lieb und brav. Ich möchte also an Ihren Selbstwert  appellieren. Stehen Sie zu sich und Ihren Bedürfnissen ohne wenn und aber. Natürlich muss man  in Beziehungen immer Kompromisse schließen und an mancher Stelle zurücktreten. Das heißt aber nicht, dass man deshalb auf der Strecke bleiben muss. In Ihrem Umfeld gibt es sicher einige Ihnen nahe stehende Menschen, Familie, Freunde, Kollegen, die Sie genau so lieben, schätzen und Ihre Nähe suchen, wie Sie sind. Nicht weniger haben Sie in einer Liebesbeziehung verdient! Gehen Sie also nicht davon aus, dass es den Mann, der bereit ist Ihnen zu geben, was Sie  suchen, nicht gibt. Sie müssen ihm vermutlich nur die Tür aufmachen. 

Schreiben Sie doch mal zusammen, was Sie in einer Beziehung geben und was Sie bereit sind, für einen Ihnen wichtigen Menschen zu tun. Dann schreiben Sie sich auf, was Sie sich wünschen, ob Sie sich erlauben auch etwas zu erwarten und wieviel von alledem Sie bekommen. Entwickeln Sie ein Gefühl für das Verhältnis von Geben und Nehmen und dafür, wie ernst Sie sich nehmen. Was haben Sie Ihrer Meinung nach verdient? 

Ich könnte mir vorstellen, dass Sie selbst nicht dafür sorgen, das zu bekommen, was Ihnen wirklich  gut tut, was Sie sich wohlfühlen und entspannen lässt. Daher geraten Sie auch immer wieder an Männer, die Ihnen eben nur so viel geben oder noch weniger als das, was Sie für sich beanspruchen. Finden Sie heraus, weshalb Sie klein beigeben, wenn es um Ihre eigenen  Bedürfnisse geht und weshalb Sie sich hinten anstellen. Drängeln Sie sich vor! Das wir vielleicht  nicht jedem gefallen, der ein oder andere wird es jedoch sicher auch bewundern und Sie selbst gewähren sich endlich einmal „dran zu kommen“. Sollte Sie dabei etwas blockieren, dann halten Sie vermutlich noch an Verhaltensmustern fest, die sich in der Kindheit geformt und geprägt haben. Zeit, das mal zu hinterfragen und eventuell loszulassen! Alles Liebe!

Dorothea Perkusic

Sie haben eine Frage rund um die Themen Leben & Liebe?

Schreiben Sie an Einzel-, Paar- und Sexualtherapeutin Dorothea Perkusic. Alle Fragen werden beantwortet, ausgewählte anonymisiert veröffentlicht.

Rubriklistenbild: © pixabay

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