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Hohes Bußgeld im Gepäck

Auto Familie
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In den Sommermonaten sind Millionen Urlauber mit ihrem Auto im Ausland unterwegs.

In den Sommermonaten sind Millionen Urlauber mit ihrem Auto im Ausland unterwegs. Doch Vorsicht, Verkehrssünden werden dort oft deutlich härter bestraft als in Deutschland.

Verkehrsregeln sollte man in den Gastländern genau einhalten. Denn abgesehen von höheren Strafen können ab dem 1. Oktober 2010  Bußgelder ab einer Höhe von 70 Euro aus sämtlichen 26 EU-Ländern in Deutschland vollstreckt werden können. Bisher landeten viele solcher Bescheide im Papierkorb. „Das geht jetzt nicht mehr“, warnt Bernd Gstatter, Rechtsexperte beim ADAC.


Zu schnell in den Urlaub unterwegs

Die skandinavischen Länder gehen mit Verkehrssündern nicht gerade zimperlich um. Zeigt die Tachonadel 50 Kilometer pro Stunde statt der erlaubten 30 an, wird zum Beispiel in Norwegen laut ADACBußgeldtabelle ein Knöllchen von 450 Euro fällig. Im Vergleich: In Deutschland müssen Autofahrer für diesen Verkehrsverstoß bis 35 Euro zahlen. In Schweden wird ein Bußgeld ab 280 Euro erhoben. „In den meisten Ländern gibt es einen Bußgeldrahmen“, erklärt Gstatter.

Das kosten Verkehrssünden im EU-Ausland

Das kosten Verkehrsünden im EU-Ausland
Ab 1. Oktober 2010 werden Bußgeldbescheide über 70 Euro, die in anderen Ländern verhängt wurden, von der Behörde innerhalb der EU konsequent verfolgt. © dpa
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Das kosten Verkehrsünden im EU-Ausland
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Je nach Vorwurf können sich darin die Bußgeldhöhen bewegen. In Italien machen die Behörden seit Kurzem Unterschiede, ob man tagsüber oder nachts zu schnell unterwegs ist. Für Geschwindigkeitsüberschreitungen zwischen 22 und 7 Uhr werden um ein Drittel höhere Beträge als tagsüber erhoben.

Bei Rot über die Ampel gefahren

Die Ampel springt gerade auf Rot und trotzdem fährt der Autofahrer noch schnell über die Kreuzung. In Deutschland kann das zwischen 90 und 320 Euro kosten. Dazu gibt es Punkte in Flensburg. Rast ein Urlauber in Norwegen bei Rot über die Ampel und wird erwischt, muss er stolze 650 Euro hinblättern. „Punkte gibt es im Ausland keine“, erläutert der Verkehrsrechtsexperte.

Ein Chianti zu viel

Auto weg Ein Chianti zu viel: Auto weg Das Essen beim Lieblingsitaliener war so gut, die Stimmung nach ein paar Gläsern Alkohol immer berauschender. Wer sich dann noch ans Steuer setzt, kann am nächsten Morgen in Italien schon ohne Auto sein. Die Strafen für Trunkenheit am Steuer sind in Italien besonders „drastisch“, betont Gstatter.

Mit dem Auto in den Urlaub: Tipps und Tricks zum europäischen Ausland

Anders als in Deutschland muss man auf vielen Autobahnen Europas Gebühren zahlen - entweder, indem man sich eine Vignette kauft oder an einem Schalterhäuschen. Zur Kasse gebeten werden Urlauber in Österreich, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Slowenien, Tschechien, der Schweiz und der Slowakei für Schnellstraßen und Autobahnen. Je nach Streckenlänge auch in Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland, Kroatien, Norwegen, Serbien, Mazedonien und Polen. Achtung: „Mautflüchtlingen“ drohen oft saftige Bußgelder. © Jantz
Achtung an den Zapfsäulen in Frankreich: Dort gibt es - in einigen Regionen sogar schon flächendeckend - den Biokraftstoff E 10 (angeboten unter dem Namen SP95 E10). E 10 ist nicht für alle Fahrzeuge geeignet und kann zu Motorschäden führen. Frankreich-Urlauber mit Benzinmotor sollten also aufpassen und im Zweifelsfall lieber Super Plus tanken. © dpa
Wer mit seinem Autogasfahrzeug an einer Tankstelle im Ausland hält, könnte eine böse Überraschung erleben. Denn nicht überall kan n man den deutschen Adapter verwenden. Es gibt drei verschiedene Arten: ACME  (u. a. in Deutschland, Belgien, Luxemburg, Irland, Teilen Österreichs und der Schweiz), Dish Coupling (u. a. in Frankreich, Italien, Griechenland und Portugal) und Bajonett (u. a. in Großbritannien, Norwegen, Spanien und den Niederlanden). Teilweise haben Tankstellen, die Autogas anbieten, allerdings mehrere Adapter-Arten vorrätig. © dpa
Mit der Autobahnmaut allein ist es oft nicht getan. Es können zusätzlich Tunnel- und Brückengebühren anfallen. So muss man etwa Österreich auch für den Tauern-, Katschberg- und Arlbergtunnel zahlen. Auch in Italien, Spanien, Belgien, Frankreich, Kroatien, Norwegen, der Schweiz und den Niederlanden gibt es gebührenpflichtige Tunnel. In Deutschland kostet der Warnowtunnel in Rostock und der Herrentunnel in Lübeck etwas. Für einige Brücken wird man in Dänemark , Kroatien, Norwegen, Portugal, Schweden, Spanien, Frankreich, Polen und den Niederlanden zur Kasse gebeten. © dpa
In den meisten europäischen Staaten gilt innerorts ein Tempolimit von 50 km/h. Ausnahmen sind Großbritannien (48 km/h), Bosnien und Herzegowina, Russland, Serbien, Ukraine, Weißrussland (alle 60) und Mazedonien (40 oder 60). Die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen und Autobahnen variert dagegen. Meist ist sie auf Landstraßen auf 80 oder 90 beschränkt. In Norwegen darf man 90 km/h fahren, in Großbritannien 112 und in Schweden 70, soweit die Beschilderung nichts anderes vorschreibt. © dpa
Andere Sitten herrschen im Ausland auch bei der Lichtpflicht. In Deutschland nicht vorgeschrieben, muss man in folgenden Ländern auch am Tag die Beleuchtung an haben: Dänemark, Estland, Finnland, Island, Litauen, Lettland, Mazedonien, Montenegro, Norwegen, Polen, Portugal (Schnellstraße IP 5), Schweden, Slowenien und Tschechien. In Italien , Russland und Ungarn ist Abblendlicht nur auf Autobahnen und Landstraßen vorgeschrieben. © dpa
In Deutschland wird lediglich empfohlen, eine Warnweste im Auto dabei zu haben, in vielen europäischen Ländern dagegen ist das Tragen nach einem Unfall oder einer Panne Pflicht. Die Regelungen dazu können aber ganz unterschiedlich sein. So muss der Fahrer (in einigen Ländern alle Insassen) die Weste in Belgien, Bulgarien, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, Österreich, Portugal, der Slowakei, Slowenien und Spanien nach einem Unfall oder einer Panne anlegen. © dpa
Was tun, wenn es im Urlaub wirklich mal kracht? Zunächst einmal sollte man die Polizei verständigen (Achtung, Blaulichtsteuer in Österreich!). Die Polizei kommt in vielen Ländern allerdings nur, wenn eine Person verletzt wurde. Vor allem in Osteuropa sind Unfälle jedoch meldepflichtig. Mitführen sollten man einen so genannten Europäischen Unfallbericht, den die Beteiligten zusammen ausfüllen können. © dpa
In Österreich gibt es eine „Blaulichtsteuer“ für unnötige Einsätze. Wer bei einem Verkehrsunfall die Polizei wegen eines kleinen Blechschadens ruft, muss eine Unfallmeldegebühr (36 Euro) bezahlen. Tipp: Einfach telefonisch bei der Polizei nachfragen, ob in dem betreffenden Fall eine Gebühr fällig wird. © Westermann
Falsche Polizisten in Bulgarien kassieren Touristen gerne wegen angeblicher Geschwindigkeitsüberschreitungen ab. Solche Geldstrafen werden allerdings nie direkt an die Kontrolleure gezahlt. Wird man dennoch zur sofortigen Zahlung aufgefordert, sollte man sich die Kennnummer des Polizisten (befindet sich an der Uniform) und den Namen notieren und bei der nächsten Dienststelle melden. © dpa
Vorsicht an der bulgarischen Grenze: Dort kommt es immer wieder zu Betrugsfällen. Korrupte Grenzbeamte haben schon mehrfach von Touristen ein Gesundheitsattest verlangt, das nachweist, dass sie nicht an Schweinegrippe erkrankt sind. Kann ein solches nicht vorgelegt werden, wird ein angebliches Bußgeld fällig. Unter www.mfa.bg/berlin kann man ein zweisprachiges Dokument "Bescheinigung zur gesundheitszeugnisfreien Einreise nach Bulgarien" herunterladen. Es bestätigt, dass kein Attest erforderlich ist. © dpa
Zwar gilt die 0,5-Promillegrenze in vielen europäischen Staaten, aber bei weitem nicht in allen. Besonders aufpassen sollte man in Estland, Moldawien, Rumänien, Ukraine, Ungarn, Slowakei, Tschechien und Weißr ussland - dort gibt es die Null-Promille-Grenze. In Polen, Norwegen und Schweden ist 0,2 Promille vorgeschrieben, in Russland und Bosnien-Herzegowina 0,3 Promille und in Litauen  0,4 Promille. Eine Grenze von 0,8 Promille ist in Großbritannien, Irland, Liechtenstein und Malta vorgeschrieben. © dpa

Wird der Fahrer mit über 1,5 Promille in seinem Wagen erwischt, wird sein Auto beschlagnahmt und versteigert. Das Geld bekommt der italienische Staat. Auch in anderen Ländern sind Verstöße gegen die Promille-Grenze empfindlich teuer. In Dänemark zahlt man für Trunkenheitsfahrten bis zu einem Monatsverdienst, in Finnland mindestens 15 Tagessätze, die sich ebenfalls nach dem Monatsverdienst bemessen. Wer in Spanien mit mehr als 1,2 Promille zu schnell fährt, riskiert sogar eine Haftstrafe von mindestens drei Monaten.

650 Euro für Überholverstoß

Die Urlaubskasse deutlich belasten können Überholverstöße im Ausland. Ebenfalls wie bei Geschwindigkeitsüberschreitungen bitten die Norweger bei diesem Verstoß die Sünder so richtig zur Kasse. 650 Euro Bußgeld müssen sie zahlen. In Griechenland fallen bei einem Überholverstoß Kosten ab 350 Euro an. In Deutschland kostet das gleiche Vergehen zwischen 30 und 250 Euro. „Deutschland ist ein Billigland, was Bußgelder bei Verkehrsverstößen betrifft“, sagt Gstatter.

Teure Urlaubsgrüße per Handy

Spitzenreiter bei den Bußgeldern, wenn ein Autofahrer während der Fahrt telefoniert, ist nach Bußgeldtabelle Norwegen. Hier werden 160 Euro einkassiert. In Slowenien fällt ein ähnlich hoher Betrag an: 120 Euro.

Handy-Bußgeld in Europa

Handy am Ohr - Bußgeld 2009
Handy am Ohr - Bußgeld 2009 © 
Handy am Ohr - Bußgeld 2009
Handy am Ohr - Bußgeld 2009 © 
Handy am Ohr - Bußgeld 2009
Handy am Ohr - Bußgeld 2009 © 
Handy am Ohr - Bußgeld 2009
Handy am Ohr - Bußgeld 2009 © 
Handy am Ohr - Bußgeld 2009
Handy am Ohr - Bußgeld 2009 © 
Handy am Ohr - Bußgeld 2009
Handy am Ohr - Bußgeld 2009 © 
Handy am Ohr - Bußgeld 2009
Handy am Ohr - Bußgeld 2009 © 

Was es sonst noch an Strafen gibt

Neben Bußgeldern können die Behörden im Ausland auch ein Fahrverbot erteilen. „Das gilt dann aber nur für den entsprechenden Staat“, erläutert Gstatter. In Deutschland dürfe sich der Betroffene weiterhin mit dem Auto fortbewegen. Ein Führerscheinentzug sei im Ausland nicht möglich. Das Dokument dürfe aber einbehalten und an die Behörden in Deutschland geschickt werden, wo es sich der Autofahrer abholen kann. „Die Italiener machen das gerne“, berichtet der Jurist. Das Zurücksenden könne schnell gehen. In manchen Fällen habe es aber auch manchmal Wochen oder Monate gedauert. Und in Einzelfällen sei der Führerschein überhaupt nicht mehr zurückgekommen. Die Betroffenen mussten ihn neu beantragen.

Das lange Gedächtnis

Da bisher die Bußgeldbescheide – außer aus Österreich – in Deutschland nicht vollstreckt werden konnten, sind viele Länder darauf aus, die Strafe sofort einzutreiben, erläutert Gstatter. In Griechenland lohnt es sich auch, seine Schuld innerhalb von zehn Tagen zu begleichen. Der Fahrer bekommt dann die Hälfte des Bußgelds erlassen. Ein Bußgeldbescheid kann im Ausland mehrere Jahre gültig sein. „In Italien beträgt die Verjährungsfrist fünf Jahre“, sagt Gstatter. Hat man also in Italien einen Verkehrsverstoß begangen und das Bußgeld nicht bezahlt, könnten die Behörden das Geld bei der nächsten Urlaubsreise eintreiben. „Das Entdeckungsrisiko ist aber quasi nicht vorhanden“, räumt der ADAC-Experte ein.

Mit der neuen Regelung können sich Verkehrssünder vor der Strafe nicht mehr drücken. Ab dem 1. Oktober werden hierzulande Geldbußen oder Geldstrafen aus dem gesamten EU-Ausland ab einem Betrag von 70 Euro vollstreckt. Vereinzelt fallen darunter auch Verkehrsverstöße, die zwar bereits vor dem 1. Oktober begangen wurden, für die das Bußgeld aber erst nach diesem Zeitpunkt verhängt oder rechtskräftig wird. Autofahrer sollten daher bereits jetzt ausländische Bußgeldbescheide besonders sorgfältig beachten.

Verkehrsvorschriften studieren

Damit die Urlaubsfahrt nicht zur Kostenfalle wird, rät der ADAC-Experte, sich vor Reiseantritt genau über die Verkehrsvorschriften des Gastlandes zu informieren. Welche Geschwindigkeiten gelten auf Land- und Autostraßen? In welchen Ländern muss auch tagsüber das Licht eingeschaltet sein? Antworten darauf finden sich zum Beispiel auf der Homepage des ADAC (www.adac.de) unter dem Link „Recht und Rat“.

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