Bundespräsident Wulff: Ekel-Empfang im Kreml

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Essen der etwa anderen Art: Bundespräsident Wulff beim Frühstück am Tag nach dem Regenwurm-Dinner

Moskau - Apettitlich hergerichtet war das nicht: Bei einem Festbankett zu Ehren von Bundespräsident Christian Wulff (51) sind einem der Gäste Regenwürmer im Salat aufgetischt worden.

Im Scherz meinte der betroffene Gouverneur von Twer, Dmitri Selenin (47), dies solle wohl zeigen, wie ökologisch frisch die Zutaten bei einem Empfang im prunkvollen Alexander-Saal sind.

Der Kremlfunktionär Sergej Prichodko nannte die Vorwürfe laut Medien vom Donnerstag “unverantwortlich und dumm“. Man könne sich wegen “Blödheit auch selbst zum Rücktritt bereiterklären“, sagte Prichodko. Selenin hatte ein Foto von seinem Salatteller in seinem Portal beim Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlicht und später angesichts der öffentlichen Aufregung wieder entfernt. Delegationskreise bestätigten nur, dass der Salat im Kreml am Dienstag schlecht gewaschen gewesen sei.

Der Bundespräsident hatte am Mittwoch auch Twer besucht, die Partnerstadt seines Geburtsortes Osnabrück. Dort sagte Selenins Sprecherin Schanna Ljapunowa, dass der Gouverneur die Geschichte von den Regenwürmern mit Humor nehme. “Das kann doch überall passieren: im Wochenendhäuschen, daheim und eben auch im Kreml“, sagte sie. Wulff wollte in Twer die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Region ausloten, hieß es.

Chefkoch erbost, Wulff wohlauf

Kreml-Chefkoch Anatoli Galkin meldete sich aus dem Urlaub zu Wort und reagierte empört. “Das ist doch alles Unsinn!“, sagte er russischen Medien zufolge. Er beteuerte, dass alle Mahlzeiten genau geprüft würden. Der prominente russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow sekundierte: “Ganz im Gegenteil, alle Gerichte waren besonders erlesen. Unsere deutschen Kollegen, die mit an meinem Tisch saßen, waren voll des Lobes über die Kremlküche.“ Aus Delegationskreisen verlautete, dass Wulff wohlauf sei.

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