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Kurz vor Mittag in Rosenheim

Schwerer Unfall auf Umgehungsstraße – Offenbar auch Schwerverletzte

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Wulff-Prozess

Staatsanwalt gegen schnelles Ende

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Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff (li.) und der der mitangeklagte Filmfinancier David Groenewold bei der Gerichtsverhandliung in Hannover.

Hannover  - Im Korruptionsprozess gegen den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff vor dem Landgericht Hannover stemmt sich die Staatsanwaltschaft mit neuen Beweisanträgen gegen ein schnelles Ende des Verfahrens.

Die Anklagebehörde forderte am Donnerstag, ein halbes Dutzend weiterer Zeugen zu laden, darunter auch den früheren Wulff-Vertrauten und einstigen niedersächsischen Regierungssprecher Olaf Glaeseker. "Der Sachverhalt ist erst unzureichend geklärt", begründete Oberstaatsanwalt Clemens Eimterbäumer die Beweisanträge.

Das Gericht hatte eigentlich bereits an diesem Donnerstag die Beweisaufnahme schließen wollen, muss nun aber zunächst über die Beweisanträge entscheiden, zu denen auch die Verteidiger noch gehört werden müssen. Glaeseker hatte in der Vergangenheit jede Aussage in dem Prozess mit der Begründung verweigert, er könne sich mit einer Aussage womöglich selbst belasten. Laut Staatsanwaltschaft wären mögliche Korruptionsvorwürfe gegen Glaeseker im Zusammenhang mit dem Wulff-Prozess jedoch seit Ende des Jahres 2013 verjährt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Wulff Vorteilsannahme vor, weil er sich nach einem gemeinsamen München-Besuch mit dem mitangeklagten Filmmanager David Groenewold beim Siemens-Konzern für ein Filmprojekt Groenewolds eingesetzt hatte. Groenewold wird Vorteilsgewährung zur Last gelegt, weil Groenewold für einen Teil der Kosten der München-Visite des Ehepaares Wulff aufgekommen war.

Das Gericht hatte aber bereits unmittelbar vor der Weihnachtspause in einer Zwischenbilanz klar gemacht, dass es nicht für beweisbar hält, dass Wulff von den Zahlungen zum damaligen Zeitpunkt wusste. Sein Ex-Sprecher Glaeseker muss sich derzeit in einem anderen Verfahren vor dem Landgericht Hannover wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit verantworten. Dabei geht es um die Werbung von Sponsoren für Nobelpartys unter dem Namen Nord-Süd-Dialog, für die er im Gegenzug von dem Veranstaltungsmanager Manfred Schmidt Gratisflüge und kostenlose Ferienaufenthalte erhalten haben soll.

Christian Wulffs politisches Leben in Bildern

Christian Wulffs politisches Leben in Bildern

Christian Wulff wird am 19. Juni 1959 im niedersächsischen Osnabrück als zweites Kind von Rudolf und Dagmar Wulff geboren. Am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium legt er das Abitur ab. Christian Wulff engagiert sich früh als Schülersprecher, Studentenvertreter und in den Jugendverbänden Schüler Union und Junge Union. © dpa
Von 1980 bis 1986 studiert Christian Wulff Rechtswissenschaften mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt an der Universität Osnabrück. 1987 leistet er sein Referendarexamen in Hannover, danach sein Referendariat am Oberlandesgericht Oldenburg und legt 1990 sein Assessorenexamen in Hannover ab. 1990 tritt Christian Wulff in eine Rechtsanwaltskanzlei ein. © dpa
1986 wird Wulff für die CDU Mitglied im Rat der Stadt Osnabrück, von 1989 bis 1994 ist er deren Fraktionsvorsitzender. Er bleibt Ratsmitglied bis 2001. © dapd
1988 heiratet Wulff Christiane Vogt. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter, Annalena. Nach 18 Ehejahren trennen sich die beiden. © dpa
1994 wird Wulff in den niedersächsischen Landtag gewählt. Im März des Jahres übernimmt er das Amt des Fraktionsvorsitzenden, im Juni den Posten des Landesvorsitzenden seiner Partei in Niedersachsen. 1998 wird Christian Wulff zu einem der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU gewählt. © dapd
1994 und 1998 tritt Wulff als CDU-Fraktionsvorsitzender in Niedersachsen bei den Landtagswahlen gegen Amtsinhaber Gerhard Schröder an und verliert beide Male gegen den späteren SPD-Kanzler. © dapd
Bei der Landtagswahl 2003 feiert Wulff dann einen großen Erfolg gegen den Schröder-Nachfolger Sigmar Gabriel - er wird niedersächsischer Ministerpräsident. © dpa
Fünf Jahre später wird Wulff in seinem Amt des Ministerpräsidenten bestätigt. © dpa
2008, zwei Jahre nach der Trennung von seiner ersten Ehefrau heiratet Wulff Bettina Körner. Sie bringt einen Sohn mit in die Ehe, Leander. 2008 wird der gemeinsame Sohn Linus Florian geboren. © dpa
Am 30. Juni 2010 setzt sich Wulff in der Wahl der Bundesversammlung gegen den Gegenkandidaten Joachim Gauck im dritten Wahlgang durch und wird zum zehnten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Auf eigenen Wunsch ruht seine Mitgliedschaft in der CDU seit diesem Tag. © dpa
2011 wird Christian Wulff durch den Zentralrat der Juden in Deutschland mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet. Im gleichen Jahr bekommt er die Ehrenmedaille des Deutschen Olympischen Sportbundes verliehen. © dapd
Am 13. Dezember 2011 berichtet die Bild-Zeitung von einem Privatkredit Wulffs, den er von einem befreundeten Geschäftsmann bzw. dessen Frau erhalten haben soll. © dapd
Eine Anfrage des niedersächsischen Landtags zu diesem Vorgang beantwortete Wulff 2010, er streitet jedoch Geschäftsbeziehungen zum Unternehmer Egon Geerkens ab. Später erklärt der Bundespräsident, er bedauere es, dass durch seine Aussagen zu dem Privatkredit ein falscher Eindruck entstanden sei. © dapd
Am 22. Dezember bittet Wulffs Pressesprecher Olaf Glaeseker (r.) um seine Entlassung. Die Hintergründe dieses Vorgangs bleiben im Dunkeln. © dpa
Anfang Januar 2012 tauchen Medienberichte auf, wonach Wulff den Bild-Chefredakteur Kai Dieckmann telefonisch bedroht haben soll, den Artikel über die Kreditaffäre zurückzuziehen. © dpa
Knapp ein Jahr nach seinem Rücktritt als Bundespräsident, haben sich Christian Wulff und seine Frau Bettina getrennt. © dpa

afp

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