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CSU will EU-Beamten Privilegien kürzen - Brüssel wehrt sich

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Ex-Ministerpräsident Stoiber vor der Vertretung des Freistaats in Brüssel, die den Spitznamen "Neu-Wahnstin" trägt.

Brüssel - Dass ausgerechnet die CSU den Brüsseler Beamten die Privilegien kappen will, wird in der EU-Hauptstadt stirnrunzelnd zur Kenntnis genommen.

Schließlich sind die Bayern in Brüssel bislang nicht als das größte Vorbild für den sparsamen Umgang mit Steuergeld in Erscheinung getreten. So hat der Freistaat 2001 ein umfassend modernisiertes Anwesen für seine EU-Vertretung erworben. Kaufpreis: 29,4 Millionen Euro. Das ehemalige Institut Pasteur du Branbant, samt Direktoren-Villa und Marststallgebäude, trägt den Spitznamen Schloss Neu-Wahnstein, in Anspielung an das Märchenschloss Neuschwanstein von König Ludwig II. Das Gelände befindet sich in einer der prominentesten Lagen Brüssels, im Park Léopold neben dem EU-Parlament.

Im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtages habe es seinerzeit keine Gegenstimme gegen den Kauf der Luxus-Immobilie gegeben, erklärt der stellvertretende Leiter der Landesvertretung, Gunnar Wiegand, auf dapd-Anfrage. “Mit seinem repräsentativen Baustil ist das Institutsgebäude ideal geeignet für die Anforderungen an eine Landesvertretung“, heißt es auf der Homepage.

Was damit gemeint ist? Zum Beispiel die Aufstellung des Maibaums am 28. April vergangenen Jahres. Dazu lud die Residenz nicht nur “hunderte Entscheidungsträger und wichtige bayerische Ansprechpartner“ ein, sondern auch eine 50-köpfige Delegation aus Langdorf im Bayerischen Wald. Die brachte das prächtige “Traditionsstangerl“ nach Brüssel und stellte es auf. 25.000 Euro kostete die Gaudi.

“Völlig unangemessen“

“Die Präsentation des Freistaats Bayern einschließlich seiner Traditionen durch Veranstaltungen gehört zu den originären Aufgaben der bayerischen und vieler anderer Landesvertretungen in Brüssel“, erklärt Wiegand. Tatsächlich hatten die Langdorfer für den Event eine ganz neue Tradition ersonnen, das “Glasrosenkraxeln“. Dazu wurden erst Rosen aus Glas an den Stamm gehängt, um später unter großem Gejohle von tollkühnen Burschen heruntergeholt zu werden.

Im Zusammenhang mit der aktuellen CSU-Forderung, Brüsseler Privilegien zu kappen, kommt auch die Aufregung um Edmund Stoibers neue Arbeitsstätte nach dem Ausscheiden als Ministerpräsident in Erinnerung. Der ehemalige Landesvater und Parteichef wurde in München mit einem 13-Zimmer-Büro und üppigem Mitarbeiterstab ausgestattet. “Das ist in der deutschen Politiklandschaft einmalig, völlig unangemessen“, kritisierte der damalige bayerische SPD-Fraktionschef Franz Maget seinerzeit. Mit ähnlichen Worten wird in Wildbad Kreuth nun auf die Brüsseler Beamten geschimpft.

dapd

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