South Park: So böse werden Merkel und Wulff veralbert

+
In der US-Serie "South Park" bedrohen Kanzlerin Merkel (vorne), Bundespräsident Wulff (links neben Merkel) und Finanzminister Schäuble (rechts neben der Kanzlerin) Schulkinder mit Pistolen.

München - Eine Folge der US-Serie "South Park", in der Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Wulff veräppelt werden, ist erstmals auf Deutsch zu sehen. Die Episode enthält einige geschmacklose Judenwitze.

Unter diesem Link ist die South-Park-Folge bereits auf Englisch zu sehen.

In der Episode "Funnybot", die am kommenden Sonntag erstmals bei uns ausgestrahlt wird (22.00 Uhr auf Comedy Central), dreht sich alles um die Deutschen und ihren Humor. Oder besser gesagt: Um deren Mangel an Humor. Bei einer Preisverleihung in der Grundschule der Serienstadt South Park werden die Deutschen als die unlustigsten Menschen auf dem Planeten "ausgezeichnet".

Kurze Zeit später wehren Bundespräsident Christian Wulff und die Regierung sich in einer TV-Übertragung gegen den Vorwurf. Wulff erzählt im Fernsehen vermeintlich lustige deutsche Witze. Kostprobe:

"Klopf, Klopf!"

"Wer ist da?"

"Ein Kannibale"

"Was?"

"Du wirst getötet und gefressen!"

"Ar...loch! Ich werde Dich zuerst umbringen."

Mit diesem Witzchen hat Wulff das Vorurteil vom humorlosen Deutschen sicher nicht ausgeräumt. Doch beim Erzählen von Witzen bleibt es nicht. Vielmehr kündigt die Bundesregierung eine "schnelle und brutale Vergeltung" gegen die Grundschule von Southpark an.

Ebenfalls in der South-Park-Folge zu sehen: Arbeistministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Am nächsten Tag stürmen Wulff, die Kanzlerin, Finanzminister Wolfgang Schäuble, Kanzleramtsminister Ronald Pofalla und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen - alle mit Pistolen bewaffnet - die Schule und bedrohen die Kinder. Merkel richtet ihre Waffe auf die Kleinen und brüllt mit einer extrem tiefen Männerstimme: "Glaubst Du, dass die Deutschen keinen Humor haben?"

Die Bundesregierung: Merkel und ihre Minister

Die Bundesregierung: Merkel und ihre Minister

Kabinettssitzung der Bundesregierung im Kanzleramt in Berlin. Wir stellen die Kanzlerin und ihre Minister(innen) vor. Die biographischen Angaben stammen von der offiziellen Seite www.bundesregierung.de © dpa
Angela Merkel (CDU) ist Bundeskanzlerin. Geboren am 17. Juli 1954 in Hamburg; evangelisch; verheiratet. Merkel ist seit dem 22. November 2005 Kanzlerin. Zuvor war sie Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. Merkel ist promovierte Physikerin. © dpa
Thomas de Maizière (CDU) führt das Bundesinnenministerium. Vor seinem Wechsel in die Bundespolitik leitete der 1954 in Bonn geborene promovierte Jurist verschiedene Ministerien in Sachsen. Seit 2005 gehört er in verschiedenen Funktionen der Bundesregierung an. © dpa
Wolfgang Schäuble (CDU) ist Bundesfinanzminister. Geboren am 18. September 1942 in Freiburg; evangelisch; verheiratet, vier Kinder. Schäuble gehört zum vierten Mal einer Bundesregierung an: Von 1984 bis 1989 war er unter Kanzler Helmut Kohl Bundesminister für besondere Aufgaben sowie Chef des Kanzleramtes, von 1989 bis 1991 und von 2005 bis 2009 (dann unter Kanzlerin Merkel) Bundesinnenminister. © dpa
Ursula von der Leyen (CDU) ist die erste Bundesministerin der Verteidigung. Von 2009 bis 2013 hat sie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales geleitet. Davor war sie vier Jahre lang Bundesfamilienministerin. © dpa
Peter Altmaier (CDU) ist Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben. Zuvor war der Volljurist Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Er gehört dem Deutschen Bundestag seit 1994 an. © dapd
Johanna Wanka (CDU) leitet das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Sie wurde 1951 in Rosenfeld geboren und ist Professorin für Mathematik. Vor ihrem Wechsel in die Bundespolitik war sie Wissenschaftsministerin in Brandenburg und zuletzt in Niedersachsen. © dpa
Siegmar Gabriel (SPD) leitet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Er wurde 1959 in Goslar geboren und war von 1999 bis 2003 niedersächsischer Ministerpräsident. Von 2005 bis 2009 gehörte er als Bundesumweltminister bereits der Bundesregierung an. Seit 2009 ist er Bundesvorsitzender der SPD. © dpa
Frank-Walter Steinmeier(SPD) ist erneut Außenminister. Diese Aufgabe hatte der promovierte Jurist bereits in der Großen Koalition von 2005 bis 2009 inne. Anschließend war er Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. © dpa
Heiko Maas(SPD) ist Bundesjustizminister in der Großen Koalition. Der 1966 in Saarlouis geborene Volljurist war von 2012 bis 2013 stellvertretender Ministerpräsident im Saarland. © dpa
Andrea Nahles(SPD) leitet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Zuvor war sie vier Jahre lang die Generalsekretärin der SPD. © dpa
Christian Schmidt (CSU) leitet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Von Dezember 2013 bis Februar 2014 war er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Zuvor hat der studierte Jurist dieses Amt acht Jahre lang beim Bundesminister der Verteidigung wahrgenommen. Christian Schmidt wurde 1957 in Obernzenn geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. © dpa
Manuela Schwesig (SPD) leitet das Bundesfamilienministerium. Die gelernte Finanzwirtin war von 2008 bis 2011 Sozialministerin und von 2011 bis 2013 Arbeitsministerin in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wurde 1974 in Frankfurt/Oder geboren. © AFP
Hermann Gröhe (CDU) ist Bundesgesundheitsminister in der Großen Koalition. Der 1961 in Uedem geborene Volljurist war von 2008 bis 2009 Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und von 2009 bis 2013 Generalsekretär der CDU. © dpa
Alexander Dobrindt (CSU) ist Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Zuvor war er vier Jahre lang der Generalsekretär der CSU. © picture alliance / dpa
Barbara Hendricks (SPD) ist Bundesumweltministerin. Die promovierte Historikerin gehört dem Deutschen Bundestag seit 1994 an und war von 1998 bis 2007 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesfinanzminister. © dpa
Gerd Müller (CSU) ist Bundesentwicklungsminister. Zuvor war er seit 2005 als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium tätig. Geboren wurde er 1955 im schwäbischen Krumbach. © dpa

Dann folgt eine völlig geschmacklose Szene: Cartman, eine der South-Park-Hauptfiguren, will den bewaffneten Deutschen seinen Kameraden Kyle ausliefern, weil dieser Jude ist. "Ein schöner, saftiger Jude", betont Cartman.

Es ist das alte, miese Klischee, das auch 66 Jahre nach Kriegsende weiterbesteht : Die Deutschen werden pauschal mit den Nazis gleichgesetzt, die im Zweiten Weltkrieg sechs Millionen Juden umbrachten.

Zuvor hatte die Serienfigur Cartman, der ein notorischer Judenhasser ist, schon einmal auf den Holocaust angespielt. "Wisst Ihr, was die Deutschen mit den letzten Leuten gemacht haben, von denen sie angepisst waren?", fragt Cartman. Dann deutet er auf seinen jüdischen Freund Kyle und fordert diesen auf: "Sag' es Ihnen, Kyle!" Bleibt abzuwarten, ob die Judenwitze in der deutschen Fassung herausgenommen oder abgemildert werden...

Um den Amis zu beweisen, dass sie durchaus Humor, lassen die Deutschen ihren Roboter "Funnybot" auf South Park los. Die Maschine haut einen Witz nach dem anderen raus und wird zum Comedy-Star. Doch bald geschieht das Unerwartete: Der Roboter will die Menschheit auslöschen.

Kann in South Park wieder laufen: Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, 2.v.l.).

Die Fähigkeit zur sorgfältigen Recherche scheint übrigens bei den South-Park-Machern nicht besonders ausgeprägt zu sein. Denn der seit über 20 Jahren an den Rollstuhl gefesselte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) läuft in dieser Folge mit einer Pistole in der Hand herum. Und wenn wir ehrlich sind: Wirklich ähnlich sieht der South-Park-Wulff seinem realen Vorbild auch nicht.

fro

Kommentare