CDU für Verbot von Gentests an Embryonen

Karlsruhe - Die CDU hat sich für ein Verbot von Gentests an Embryonen ausgesprochen. Das Ergebnis ist nach stundenlanger Diskussion aber denkbar knapp ausgefallen.

Bei ihrem Parteitag in Karlsruhe votierten am Dienstag nach stundenlanger emotionaler Debatte 51,06 Prozent für die Position von Parteichefin Angela Merkel, die die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) ablehnt.

Das teilte Tagungpräsident Stefan Mappus mit. Bei der PID können im Reagenzglas erzeugte Embryonen vor ihrer Einpflanzung in den Mutterleib auf Erbkrankheiten untersucht und aussortiert werden.

Sie waren die Chefs der CDU

Sie waren die Chefs der CDU

Die Delegierten votierten damit für die Position von Parteichefin Angela Merkel. Sie hatte zuvor betont: “Ich bin für ein Verbot der PID, weil ich einfach Sorge habe, dass wir die Grenzen nicht richtig definieren.“

Bei der PID können im Reagenzglas erzeugte Embryonen auf Erbkrankheiten untersucht werden, bevor sie der Mutter eingesetzt werden - und aussortiert werden, wenn eine Fehlgeburt oder die Geburt eines behinderten Kindes droht. Ärzte schätzen die Zahl der betroffenen Paare auf 150 bis 200 im Jahr. Die PID komme nur für Menschen mit erblichen Vorbelastungen infrage.

Der Bundesgerichtshof hatte die PID im Juli für zulässig erklärt. Nun wird im Bundestag an einem Gesetz gearbeitet, um rechtliche Grauzonen zu beseitigen. Bei der Abstimmung im Parlament gibt es keinen Fraktionszwang, weil es sich um eine Gewissensentscheidung handelt. Der Parteitagsbeschluss der CDU ist für ihre Bundestagsabgeordneten nicht bindend.

dpa

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