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USA

Ukraine-Krieg: Putin-Vertraute bleiben von US-Sanktionen verschont

Im Ukraine-Krieg von der EU und Großbritannien sanktioniert, von den USA jedoch nicht: die langjährigen Putin Vertrauten Michail Fridman (l.) und Petr Awen.
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Im Ukraine-Krieg von der EU und Großbritannien sanktioniert, von den USA jedoch nicht: die langjährigen Putin Vertrauten Michail Fridman (l.) und Petr Awen. (Archivfoto)

Im Ukraine-Krieg verhängen westliche Staaten Sanktionen gegen Russland. Zwei Putin-Freunde werden in den USA verschont – trotz langjähriger Zusammenarbeit.

Washington D.C. – Nach Beginn des Ukraine-Kriegs* reagierte der Westen mit weitreichenden Sanktionen gegen Russland. Zahlreiche Oligarchen sind davon betroffen. Zwei enge Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin* stehen jedoch nicht auf der Sanktionsliste der USA: Petr Awen und Michail Fridman. Das berichtet das US-Nachrichtenportal The Daily Beast. Beide sind Banker und sind immer wieder als Lobbbyisten russischer Interessen in Washington D.C. aufgetreten.

Ukraine-Krieg: EU und Großbritannien sanktionieren Putin-Freunde – USA nicht

Awen sei einer der „engsten Oligarchen Wladimir Putins“, Fridmann ein „führender russischer Finanzier und Förderer von Putins innerem Kreis“, begründete die EU laut dem Manager Magazin ihre Sanktionen gegen die beiden Milliardäre. Auch die von ihnen geführte Alfa Bank ist nach der russischen Eskalation im Ukraine-Konflikt* von der EU mit Sanktionen belegt worden. Großbritannien* ging diesen Schritt ebenfalls. Die USA beließen es dagegen bei Strafmaßnahmen gegen das Kreditinstitut.

Beide Oligarchen wiesen die Vorwürfe der EU* als „böswillige und vorsätzliche Unwahrheiten“ und „Verschwörungstheorien“ zurück. Es sei unwahr, dass sie „inoffizielle Abgesandte der russischen Regierung“ seien, zitiert das Manager Magazin Awen und Fridmann. Letzterer leugnete, dass er enge Beziehungen zur Regierung von Wladimir Putin gepflegt habe.

Sanktionen im Ukraine-Krieg: Awen und Fridman langjährige Unterstützer von Wladimir Putin

Dabei haben sowohl Petr Awen, als auch Michail Fridman eine enge gemeinsame Vergangenheit mit Wladimir Putin. In Awens Fall reicht sie laut Daily Beast bis ins Jahr 1991 zurück, als Putin noch zweiter Bürgermeister von St. Petersburg war. Als Außenhandelsminister ermöglichte Awen Putin, lukrative Verträge für Öl- und Gasexporte auszuhandeln. Im Gegenzug sollten die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Nahrungsmittel erhalten. Die Lebensmittel sind nie angekommen, die Beteiligten und Putin machten trotzdem Profit.

Die Zusammenarbeit zwischen Petr Awen und Michail Fridman begann 1994, als Awen Präsident der Alfa Bank wurde. Im Laufe der Jahre wuchs das Unternehmen. Von Seiten des Geheimdienstes FSB und Duma-Abgeordneten hat es jedoch Vorwürfe zu deren Verbindungen zum organisierten Verbrechen gegeben.

NamePetr AwenMichail Fridman
Geboren16. März 1955 in Moskau21. April 1964 in Lwiw
Vermögen4,6 Milliarden US-Dollar11,8 Milliarden US-Dollar

Sanktionsfrei im Ukraine-Krieg: Russische Oligarchen mit langjähriger Freundschaft zu Putin

Dennoch gewannen Awen und Fridman Einfluss auf Russlands* Regierung. Beide gehörten zu den „sieben Bankern“, die 1996 den Präsidentschaftswahlkampf des damaligen Präsidenten Boris Jelzin unterstützt haben. Durch Awens Freundschaft mit Kreml-Insider Boris Beresowski war der Banker auch in die Debatten um die Kabinettsbildung 1998 verwickelt.

Vor der Duma-Wahl* 1999 hatte die Alfa Bank Kreml-nahe Kandidierende unterstützt und damit laut Daily Beast Wladimir Putin den Weg zum Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2000 geebnet. Die Freundschaft von Awen und Fridman zu Wladimir Putin sei demnach außerdem durch die Fürsprache des ehemaligen stellvertretenden Alfa-Vorsitzenden Vladislav Surkow zustande gekommen. Dieser wurde später ein wichtiger Berater des russischen Präsidenten. Das Unternehmen von Awen und Fridman sei „eines von einer Hand voll privater Finanzunternehmen mit einer besonderen, direkten Verbindung zum Kreml“, hat Petr Awen laut Daily Beast im Jahr 2000 erklärt.

Langjährige Putin-Vertraute lobbyieren in den USA

Dennoch haben Petr Awen und Michail Fridman seit Jahren Kontakte zu politischen Führungskräften in den USA*. Dort arbeiteten sie laut Daily Beast lange daran, sich als „freundliche Oligarchen“ zu inszenieren. Ihr Einsatz zielte demnach vor allem darauf ab, die Beziehungen zwischen den USA und Russlan zu verbessern. Zudem wollten die russischen Oligarchen ihrem Heimatland den Beitritt in die Welthandelsorganisation (WTO) ermöglichen. Dazu sollen sie zwischen 2004 und 2015 sechs Millionen Dollar für Lobbyarbeit an das PR-Unternehmen BGR bezahlt haben.

Petr Awen und Michail Fridman versuchten außerdem, Einfluss auf die US-Außenpolitik zu nehmen – unter anderem im Ukraine-Konflikt. Nach der Annektion der Krim 2014 hatten die Putin-Freunde versucht, US-Sanktionen gegen Russland zu verhindern. 2016 versuchte Awen zudem, über den ehemaligen US-Botschafter in Deutschland, Richard Burt, den Kontakt zum Team von Donald Trump* herzustellen. Das blieb jedoch erfolglos.

Im Mai 2018 waren sie dagegen Gäste beim Dinner des Atlantikrates, bei dem unter anderem über die russische Wirtschaft und Sanktionen debattiert wurde. Beim Treffen waren Clay Barry, stellvertretender Sekretär im Finanzministerium, sowie der für Russland zustände Direktor im nationalen Sicherheitsrat, Joe Wang.

Putin-Vertraute ohne Sanktionen im Ukraine-Krieg: Gründe bleiben unklar

Warum die beiden russischen Oligarchen trotz ihrer bekannten Freundschaft zu Wladimir Putin von den Sanktionen gegen Russland* ausgenommen sind, bleibt unklar. Ihr Unternehmen Letterone hat sie Anfang März ausgeschlossen. Immerhin erklärte Fridman daraufhin in einem Brief an die Mitarbeitenden, dass „Krieg niemals die Antwort sein kann“ und „diese Krise Leben kosten und zwei Nationen schaden wird, die seit Hunderten von Jahren Brüder“ seien. (ms) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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