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"Kritik nicht mit Beleidigungen verwechseln"

Erdogan schießt zurück: Für Satire muss es Grenzen geben

Gar nicht erfreut über das, was er vom NDR-Magazin "extra 3" hört: Recep Tayyip Erdogan.
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Gar nicht erfreut über das, was er da über das NDR-Magazin "extra 3" hört: Recep Tayyip Erdogan.

Washington - Der Ärger über das Satirelied von "extra 3" ist beim türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan offenbar noch nicht verflogen. Er rechtfertigte nun seine Kritik.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Medien bei aller Kritik zu einem fairen Umgang mit der Politik aufgefordert. „Wir sollten Kritik nicht mit Beleidigungen und Diffamierung verwechseln“, sagte der Staatschef im Interview mit dem Sender CNN. Es müsse Grenzen geben, auch für Satire.

Es sei nicht in Ordnung, ein Thema in einer Karikatur bis zur Unkenntlichkeit zu verbiegen, sagte Erdogan in der CNN-Sendung „Amanpour“. Es sei nur natürlich, dass er in so einer Situation Rechtsanwälte einsetze, um zu seinem Recht zu kommen.

YouTube-Clip fast fünf Millionen Mal angeklickt

In Deutschland hatte das NDR-Fernsehmagazin „extra 3“ am 17. März einen satirischen Beitrag über Erdogan ausgestrahlt, der auf YouTube mittlerweile fast fünf Millionen Mal angeklickt wurde.

Der Beitrag des Satire-Magazins mit der Musik von Nenas Hit „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ enthält Textzeilen, wie „Ein Journalist, der irgendwas verfasst, was Erdogan nicht passt, ist morgen schon im Knast“. Der türkische Präsident reagierte erbost, der deutsche Botschafter in Ankara wurde einbestellt.

Im Interview mit der CNN-Journalistin Christiane Amanpour betonte Erdogan, dass er keinen Krieg gegen die Medien führe. „Wir haben nie etwas getan, um die Medienfreiheit einzuschränken.“ Die türkische Regierung habe viel Geduld gezeigt.

Prozess gegen Journalisten in der Türkei fortgesetzt

Unterdessen ist der Prozess gegen zwei türkische Journalisten am Freitag in Istanbul hinter verschlossenen Türen fortgesetzt worden. Den Redakteuren der Zeitung „Cumhuriyet“, Can Dündar und Erdem Gül, droht bei einer Verurteilung lebenslange Haft.

Dündar ist Chefredakteur des regierungskritischen Blattes, Gül der Leiter des Hauptstadtbüros. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem Spionage und Unterstützung einer Terrororganisation vor.

Hintergrund der Anklage ist ein Bericht der „Cumhuriyet“ über angebliche Waffenlieferungen der Türkei an Extremisten in Syrien aus dem vergangenen Jahr. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte persönlich Anzeige gegen Dündar und Gül erstattet. Der Präsident ist neben dem türkischen Geheimdienst MIT Nebenkläger im Prozess.

dpa

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