+++ Eilmeldung +++

DNA-Spuren liefern Mann aus

Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

Syrien: Ausläufer der Gewalt erreichen Damaskus

+
Angriffe, Festnahmen, Gewalt: Die Lage in Syrien ist verheerend.

Damaskus - Langsam bröckelt das Fundament des syrischen Staatsapparats. Begonnen hatte der Aufstand gegen Assad mit einer Demonstration in Damaskus. Jetzt kehrt der Protest in die Hauptstadt zurück.

Die Truppen des syrischen Regimes haben ihre Präsenz in den Straßen von Damaskus verstärkt, um eine Ausweitung des Aufstandes auf die Hauptstadt zu verhindern. Nach Angaben von Aktivisten nahmen Angehörige der Sicherheitskräfte am Montag in einer Handelsschule im Stadtteil Baramke mehrere Schüler fest. Ein Regimegegner in Damaskus sagte der Nachrichtenagentur dpa am Telefon, vor Regierungsgebäuden seien zahlreiche Soldaten postiert worden. In den Vierteln Messe und Kafr Susa seien Straßensperren errichtet worden. Die Hauptstadt war in den ersten Monaten der Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad relativ ruhig - das ändert sich jetzt allmählich.

Syrien: So wütet Assasd gegen sein eigenes Volk

Syrien: So wütet Assad gegen sein eigenes Volk

Landesweit wurden am Montag nach Angaben von Regimegegner 16 Menschen von den Sicherheitskräften getötet. Aufgrund der Behinderung der Arbeit von Journalisten in Syrien lassen sich derartige Angaben meist nur indirekt überprüfen.

Zahlreiche Festnahmen wurden am Montag aus der Provinz Daraa gemeldet. Mehrere Granaten seien am Morgen auf das Viertel Baba Amro in der Stadt Homs abgefeuert worden, hieß es.

Via Internet wurde eine Botschaft von mehreren islamischen Geistlichen veröffentlicht, die sich aus Protest gegen die Unterdrückung der Opposition vom syrischen Ministerium für islamische Stiftungen lossagten. Die Geistlichen bekundeten ihre Unterstützung für die Deserteure der sogenannten Freien Syrischen Armee.

Ein Sprecher der Deserteure im türkischen Grenzgebiet begrüßte am Montag den Vorschlag von zwei US-Senatoren, den Kampf der Opposition mit Waffenlieferungen über Drittländer zu unterstützen. “Hoffentlich wird dies umgesetzt, seit elf Monaten hilft uns niemand“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa am Telefon. Bislang hätten sich mehr als 40 000 Soldaten und Offiziere der Freien Syrischen Armee angeschlossen. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, Deserteure hätten in der Provinz Idlib am Montag einen Truppentransporter angegriffen und drei Soldaten getötet.

Syrische Medienmitarbeiter gründeten derweil aus Protest gegen die Berichterstattung der Staatsmedien und die Untätigkeit der staatlichen Journalistenunion eine eigene Vereinigung. Die Vereinigung der syrischen Journalisten (SJA) verstehe sich als Alternative zur Syrischen Journalistenunion, sagte das in Köln ansässige SJA-Mitglied Ahmad Hissou am Montag.

In der SJA-Gründungserklärung heißt es: “Die offizielle Journalistenunion ist eine bürokratische Organisation, deren Ziel es ist, die Medienschaffenden zu gängeln und dem herrschenden Regime zu dienen.“ Die Union habe sich nie um das Schicksal von Journalisten gekümmert, die wegen ihrer unabhängigen Berichterstattung beschimpft, gefoltert oder festgenommen wurden. Zu den 107 Unterzeichnern der Erklärung gehören syrische Journalisten im In- und Ausland.

Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) kündigte unterdessen seine Teilnahme an der Konferenz der “Gruppe der Freunde Syriens“ an diesem Freitag an. “Wir wurden eingeladen und wir werden teilnehmen“, sagte das für Auslandskontakte zuständige SNC-Mitglied Naji Tayyara der Nachrichtenagentur dpa am Montag in Dubai.

Zurück zur Übersicht: Politik

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser