Vorwürfe gegen Assad

Geheime Gefangenenlager in Syrien?

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Der syrische Präsident Baschar al-Assad

Beirut - Eine syrische Menschenrechtsgruppe wirft dem Assad-Regime vor, geheime Gefangenenlager zu betreiben. Angeblich werden dort Hunderte Gegner festgehalten und grausam gefoltert.

Eine syrische Menschenrechtsgruppe hat dem Regime von Präsident Baschar al-Assad vorgeworfen, geheime Gefangenenlager zu betreiben und darin Hunderte mutmaßliche Gegner zu inhaftieren. In einem am Montag veröffentlichten Bericht des Violations Documentation Center heißt es, eine Division unter der Führung von Assads jüngerem Bruder Maher betreibe diese Haftanstalten auf ihren Stützpunkten in und um die Hauptstadt Damaskus herum.

Die Vorwürfe richten sich gegen eine Militäreinheit der syrischen Regierung, die für die Verteidigung der syrischen Hauptstadt - dem Machtsitz von Baschar al-Assad - zuständig ist. Die Menschenrechtsorganisation erklärte, sie habe frühere Gefangene befragt, die in kleinen überfüllten Zellen gehalten und von Wachleuten geschlagen worden seien. Ein 31-jähriger Lehrer sagte, er sei mit verbundenen Augen in das Gefangenenlager gebracht worden. Dort hätten ihn Wächter unter anderem mit elektrischen Stachelstöcken und Kabel geschlagen. In dem Bericht heißt es, dem Mann sei vorgeworfen worden, ein Menschenrechtsaktivist zu sein.

Seit 2011 offenbar Tausende Oppositionsmitglieder und Demonstranten festgenommen

Wo genau sich die Gefangenenlager befinden oder wann sich die Festnahmen ereignet haben sollen, geht aus dem Bericht nicht hervor. Andere Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch haben erklärt, seit Beginn des Aufstands gegen die Assad-Regierung im März 2011 seien Tausende Oppositionsmitglieder, Demonstranten und Mitglieder ihrer Familien festgenommen worden.

Im syrischen Bürgerkrieg, in dem Aufständische gegen die Assad-Regierung kämpfen, sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen bereits mehr als 70.000 Menschen ums Leben gekommen.

AP

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