Rücktritt nach Plagiats-Skandal

Schavan trauert ihrem Ministeramt manchmal nach

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Die zurückgetretene Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) gießt sich im Januar 2013 vor der Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt in Berlin Tee ein.

Ulm - Die nach einem Plagiats-Skandal zurückgetretene Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) trauert ihren Möglichkeiten im Amt manchmal noch hinterher.

Es gebe Tage, an denen sie „die mit einem Ministeramt unmittelbar verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten“ vermisse, sagte die 58-Jährige der Ulmer „Südwest Presse“ (Freitag). „Ich habe gerne gestaltet.“ Trotzdem will sie in der Politik bleiben und kandidiert bei der Bundestagswahl im September im Wahlkreis Ulm/Alb-Donau für eine weitere Amtszeit. „Politik beginnt nicht mit einem Ministeramt und endet nicht damit.“


Schavan war nach der Aberkennung ihres Doktortitels vor sechs Monaten von ihrem Ministeramt zurückgetreten. An ihrer Freundschaft zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe das übrigens nichts geändert, sagte Schavan, die immer als Vertraute der Kanzlerin galt. „Eine Freundschaft hängt doch nicht von politischen Ämtern ab.“

Diese Politiker(innen) sind ihren Doktortitel los

Im Februar 2011 erschreckte der Fall Guttenberg Deutschland. Der CSU-Senkrechtstarter, der schon als Merkel-Nachfolger gehandelt wurde, musste zurücktreten. Der Grund: Der damalige Verteidigungsminister hatte bei seiner Doktorarbeit kräftig abgekupfert. Die Uni Bayreuth entzog ihm den Titel. © dpa
Die Universität Heidelberg hat im Juni 2011 nach intensiver Prüfung der Doktorarbeit von Silvana Koch-Mehrin festgestellt, dass Teile abgeschrieben sind. Auf rund 80 Textseiten der Dissertation fänden sich mehr als 120 Stellen, die nach Bewertung des Promotionsausschusses als Plagiate zu klassifizieren sind. Auch die FDP-Europapolitikerin musste ihren Doktortitel abgeben. © dpa
FDP-Politiker Jorgo Chatzimarkakis stolperte im Juli 2011 über Plagiate in seiner Dissertation. Die Universität Bonn entzog ihm den Doktortitel. © dpa
Die Universität Bonn entzog FDP-Beraterin Margarita Mathiopoulos den Doktortitel im April 2012. Sie soll systematisch nicht ordnungsgemäß zitiert haben. Gegen das Plagiatsurteil hat Mathiopoulos geklagt. © dpa
Die Universität Potsdam hat dem Berliner CDU-Politiker Florian Graf im Frühjahr 2012 den Doktortitel wegen nicht genannter Quellen aberkannt. © dpa
Die Universität Düsseldorf entzieht Bildungsministerin Annette Schavan wegen „vorsätzlicher Täuschung“ den Doktortitel. Nach neun Monaten Prüfung in mehreren Instanzen beschloss der zuständige Fakultätsrat am 5. Februar in dem Plagiatsverfahren mit deutlicher Mehrheit, Schavan die Doktorwürde abzuerkennen. © dpa

dpa

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