Sarkozy will Deutschland Strom verkaufen

Paris - Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy freut sich über den Atomausstieg Deutschlands. Er hofft darauf, mit dem Export von Strom nach Deutschland ein Geschäft zu machen. 

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“Wenn sie ihre Atomkraftwerke abstellen, dann müssen diese durch irgendwas ersetzt werden", sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP bei einem Ortstermin am Dienstag in der Region Burgund. "Wir bieten uns gerne an, ihnen unseren Strom zu verkaufen, und wenn wir auf diese Weise einen Wettbewerbsvorteil haben, umso besser.“ Er wolle die Entscheidung Deutschlands nicht kritisieren, sagte er. “Wir haben auch so schon genug Probleme zu regeln. Das ist ihre Entscheidung, und sie ist auch dort umstritten“, fügte er hinzu. Indirekt warf er der deutschen Regierung allerdings vor, sie habe sich von einer emotionellen Debatte in den Medien beeinflussen lassen. “Bloß weil es einen Tsunami in Japan gegeben hat, bedeutet das ja nicht, dass die Sicherheitsvorschriften nun auch in Regionen gelten müssen, die gar nicht in Küstennähe liegen“, sagte Sarkozy.

In einer solchen Situation sei es sehr wichtig, Gelassenheit zu bewahren. “Ich bin schließlich nicht gewählt worden, um eine Industrie zu zerstören, die Arbeitsplätze schafft und die Unabhängigkeit in der Energieversorgung sichert“, betonte er. Frankreich und Deutschland beliefern sich gegenseitig mit Strom. Unterm Strich bezieht Frankreich bislang mehr Strom aus Deutschland, da es vor allem im Winter auf den Stromimport angewiesen ist.

dpa

Rubriklistenbild: © AP

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