Blutige Unruhen in Bahrain: Mehrere Tote

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Bei neuen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei in dem Golfstaat Bahrain sind nach Angaben von Augenzeugen und Oppositionellen vier Menschen getötet worden.

Manama/Istanbul - Bei neuen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei in dem Golfstaat Bahrain sind nach Angaben von Augenzeugen und Oppositionellen vier Menschen getötet worden.

Nasar al-Baharna, der Staatsminister für auswärtige Angelegenheiten, legte sein Amt aus Protest gegen diese Eskalation der Gewalt in der Nacht zum Donnerstag nieder. Auch Scheich Ali Salman, der Vorsitzende der schiitischen Wifak-Gesellschaft, verurteilte in einem Interview des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira das harte Durchgreifen der Sicherheitskräfte.

Der Lulu-Platz in der Hauptstadt Manama war mit Gewalt geräumt worden, während die meisten der rund 6000 Demonstranten schliefen. “So darf man nicht mit friedlichen Demonstranten umgehen“, sagte Salman. Seine Organisation, die 18 der 40 Sitze im Parlament belegt, unterstützt die Demonstranten. Salman betonte aber, die Wifak-Gesellschaft wolle keinen Sturz der Herrscherfamilie, sondern politische Reformen. Bahrain müsse in eine konstitutionelle Monarchie umgewandelt werden.

Blutige Unruhen in Bahrain

Blutige Unruhen in Bahrain

Die Regierung solle künftig gewählt und nicht mit Günstlingen des Königs besetzt werden. Die Staatsmedien von Bahrain berichteten am Donnerstag ausführlich über kleinere Demonstrationszüge von Anhängern des Königs in mehreren Städten des Landes am Vortag. Die Mehrheit der bahrainischen Bevölkerung bekennt sich zum schiitischen Islam. Die Familie von König Hamad bin Issa al-Chalifa ist sunnitisch. Bahrain ist der Sitz der 5. Flotte der US-Marine.

Viele Formel-1-Freunde haben bereits Eintrittskarten für den Großen Preis von Bahrain (11. bis 13. März) gekauft. Ob die Veranstaltung wegen der Unruhen abgesagt wird, ist noch nicht klar. Bahrain steht auch auf dem Reiseplan von Bundespräsident Christian Wulff, der vom 25.2 bis zum 2.3. eine Reise in die drei Golfstaaten Bahrain, Katar und Kuwait geplant hat.

dpa

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