Pérez gewinnt Präsidentenwahl in Guatemala

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Der frühere General Otto Pérez Molina hat die Präsidentenstichwahl in Guatemala gewonnen.

Guatemala-Stadt - Rechtsrutsch in Guatemala: Der frühere General Otto Pérez Molina hat sich in der Präsidentenstichwahl mit deutlicher Mehrheit gegen seinen Konkurrenten Manuel Baldizón durchgesetzt.

Der 61-jährige, der mit einem Law-and-Order-Programm angetreten war, kommentierte das vorläufige Ergebnis vom Sonntag so: “Als erstes werden wir die Gewalt und die Unsicherheit verringern, in der wir leben.“ Mit dem Parlament werde er für die Stabilisierung des Staatshaushalts zusammenarbeiten.

Die Wahlkommission teilte mit, Pérez habe 55 und Baldizón 45 Prozent der Stimmen erhalten. Die Wahlbeteiligung habe unter 50 Prozent gelegen.

Im ersten Wahlgang im September hatte keiner der zehn Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erzielt. Pérez trat für die rechtsgerichteten Patriotischen Partei (PP) an. Er ist der erste Militärführer, der 25 Jahre nach dem Ende einer brutalen Militärdiktatur zum Präsidenten gewählt wird. Augenzeugenberichten zufolge zerstörten Soldaten Hunderte von Dörfern. Pérez dagegen sagt, es habe weder Massaker noch einen Völkermord gegeben. Ihm selbst wurden keine Grausamkeiten vorgeworfen. Bei den Friedensverhandlungen 1996 war er einer der Hauptverhandlungsführer der Streitkräfte. Dem Bürgerkrieg fielen von 1960 bis 1996 200.000 Menschen zum Opfer.

Sein Gegenspieler Baldizón von der ebenfalls rechtsgerichteten Partei Erneuerte Demokratische Freiheit (LIDER) hatte Arbeitern ein zusätzliches Monatsgehalt versprochen. Außerdem wollte er die Todesstrafe wieder vollstrecken, die derzeit nur sehr selten vollzogen wird, und die Hinrichtungen im Fernsehen übertragen.

Der Sieger tritt im Januar die Nachfolge von Präsident Álvaro Colom an, der nicht erneut kandidieren durfte. Coloms Mitte-links-Partei Nationale Einheit der Hoffnung (UNE) hatte bei der Wahl keinen Kandidaten aufgestellt.

Mehr als die Hälfte der 14 Millionen Guatemalteken lebt in Armut. Das Land wird von organisierter Kriminalität und Drogenkartellen geplagt und hat eine der höchsten Mordraten weltweit.

dapd

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