Plagiat: Ist er Rumäniens Guttenberg?

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Der rumänische Ministerpräsident Victor Ponta

Bukarest - Der neue rumänische Ministerpräsident Victor Ponta soll weite Teile seiner juristischen Doktorarbeit abgeschrieben haben. Der Politiker räumte Fehler ein.

Ponta bestritt die Vorwürfe zunächst, räumte am Dienstag aber ein, seine Quellen nicht konsequent in den Fußnoten auf jeder Seite, sondern nur in der Bibliografie am Ende angegeben zu haben.

Das Wissenschaftsmagazin „Nature“ hatte erklärt, mehr als die Hälfte von Pontas Dissertation über den Internationalen Strafgerichtshof aus dem Jahre 2004 sei aus dem Werk zweier rumänischer Rechtsgelehrter plagiiert. „Nature“ habe Dokumente eingesehen, die darauf hinwiesen, hieß es am Montag in einer Pressemitteilung.

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Ponta erklärte: „Der einzige Vorwurf, den ich mir machen kann, ist, dass ich die Autoren nicht am Ende jeder Seite aufgelistet, sondern in der Bibliografie am Ende angegeben habe.“ Sollte dies ein Fehler sein, sei er bereit, dafür zu zahlen.

Ponta hält Vorwürfe gegen ihn für politisch motiviert

Ponta beschuldigte Präsident Traian Basescu, seinen politischen Erzrivalen, hinter dem Angriff auf seine Person zu stecken. Das Vertrauen zwischen ihm und Basescu sei gleich null, fügte er hinzu. Ponta und Basescu hatten jüngst darüber gestritten, wer Rumänien beim nächsten EU-Gipfel vertreten soll.

Die amtliche Nachrichtenagentur Agerpres hatte zuvor gemeldet, Ponta bestreite die Vorwürfe, abgeschrieben zu haben, und sei bereit, seine Dissertation „jeder Überprüfung“ unterziehen zu lassen.

Nachdem die Vorgängerregierung ein Misstrauensvotum nicht überstanden hatte, wurde Ponta am 7. Mai Ministerpräsident. Seine Regierung war schon vorher mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert gewesen. Zwei Mal hatte der Regierungschef Politiker für das Amt des Bildungsministers nominiert, doch diese traten zurück, nachdem schwere Vorwürfe, sie hätten abgeschrieben, erhoben worden waren.

Politische Instabilität macht dem Balkanland mit seinen 19 Millionen Einwohnern seit Jahresbeginn zu schaffen. Tausende protestierten im Januar gegen Sparmaßnahmen. Ministerpräsident Emil Boc trat im Februar zurück, sein Nachfolger überstand nur weniger als drei Monate an der Regierungsspitze.

dpa

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