Plagiatsjäger knöpft sich Wanka vor

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„ VroniPlag“-Gründer Martin Heidingsfelder

Berlin - „VroniPlag“-Gründer Martin Heidingsfelder will nach dem Rücktritt von Bundesbildungsministerin Annette Schavan nun die Doktorarbeit ihrer designierten Nachfolgerin auf Plagiate überprüfen.

„Grundsätzlich ist die Überprüfung von naturwissenschaftlichen Arbeiten immer etwas schwieriger“, erläuterte “, sagte Heidingsfelder der „Hamburger Morgenpost“ (Montag). „Da brauchen Sie jemanden aus dem jeweiligen Fach, der einen unterstützt. Ein Einzelplagiatsjäger ist da überfordert.“


Die Mathematikerin Johanna Wanka (61) hatte 1980 an der Technischen Hochschule Merseburg über das Thema „Lösung von Kontakt- und Steuerproblemen mit potential-theoretischen Mitteln“ promoviert.

Diese Politiker(innen) sind ihren Doktortitel los

Im Februar 2011 erschreckte der Fall Guttenberg Deutschland. Der CSU-Senkrechtstarter, der schon als Merkel-Nachfolger gehandelt wurde, musste zurücktreten. Der Grund: Der damalige Verteidigungsminister hatte bei seiner Doktorarbeit kräftig abgekupfert. Die Uni Bayreuth entzog ihm den Titel. © dpa
Die Universität Heidelberg hat im Juni 2011 nach intensiver Prüfung der Doktorarbeit von Silvana Koch-Mehrin festgestellt, dass Teile abgeschrieben sind. Auf rund 80 Textseiten der Dissertation fänden sich mehr als 120 Stellen, die nach Bewertung des Promotionsausschusses als Plagiate zu klassifizieren sind. Auch die FDP-Europapolitikerin musste ihren Doktortitel abgeben. © dpa
FDP-Politiker Jorgo Chatzimarkakis stolperte im Juli 2011 über Plagiate in seiner Dissertation. Die Universität Bonn entzog ihm den Doktortitel. © dpa
Die Universität Bonn entzog FDP-Beraterin Margarita Mathiopoulos den Doktortitel im April 2012. Sie soll systematisch nicht ordnungsgemäß zitiert haben. Gegen das Plagiatsurteil hat Mathiopoulos geklagt. © dpa
Die Universität Potsdam hat dem Berliner CDU-Politiker Florian Graf im Frühjahr 2012 den Doktortitel wegen nicht genannter Quellen aberkannt. © dpa
Die Universität Düsseldorf entzieht Bildungsministerin Annette Schavan wegen „vorsätzlicher Täuschung“ den Doktortitel. Nach neun Monaten Prüfung in mehreren Instanzen beschloss der zuständige Fakultätsrat am 5. Februar in dem Plagiatsverfahren mit deutlicher Mehrheit, Schavan die Doktorwürde abzuerkennen. © dpa

Schavan war am Samstag zurückgetreten, nachdem ihr die Universität Düsseldorf wegen „vorsätzlicher Täuschung“ in ihrer Promotionsarbeit den Doktortitel entzogen hatte. Schavan will dagegen klagen. Auch Schavans Doktorarbeit hatte Heidingsfelder überprüft. Er bietet diese Dienstleistung auch gegen Geld an.

dpa

 

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