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Paulis Partei "Freie Union" gegründet

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Die bayerische Landtagsabgeordnete Gabriele Pauli (r.) spricht am Sonntag auf der Gründungsversammlung ihrer neuen Partei "Freie Union" in München. Mit ihrer neuen Partei will die ehemalige Fürther Landrätin im September bei der Bundestagswahl antreten.

München - Gabriele Pauli ruft - und die Menschen kommen in Scharen. Fast aus dem ganzen Bundesgebiet sind die Interessenten am Sonntag angereist, um mit der ehemaligen CSU-Politikerin die neue Partei “Freie Union“ zu gründen.

Schon eine Stunde vor Beginn der Gründungsversammlung ist der Saal im Münchner Hofbräukeller rappelvoll. Zwischendurch gehen im Foyer die Mitgliedsanträge aus. Es geht turbulent zu auf der Versammlung. Als anwaltlichen Beistand für die Parteigründung hat Pauli mal eben einen Besucher ihrer Internet-Seite verpflichtet. Der versucht, ruhig durch die vielen Formalia zu führen - was wegen des enormen Geräuschpegels nur schwer gelingt. Zudem muss irgendwann zwischendurch der Block der Mitglieder vom Block der Nichtmitglieder getrennt werden. Es soll ja alles juristisch korrekt ablaufen.

Um 15.10 Uhr ruft Pauli dann vom Rednerpult: “Die “Freie Union“ existiert jetzt.“

Wenig später wird sie quasi einstimmig zur Bundesvorsitzenden gewählt. Um die drei Stellvertreter-Posten bewerben sich dann rund 50 Mitglieder. Pauli, Ex-CSU- und Freie-Wähler-Politikerin und seit ihrer Rolle beim Sturz des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) auch bundesweit bekannt, hat damit eine erste Hürde genommen. Sie hat in den zwei Wochen seit der Europawahl wohl genügend Anhänger zusammengetrommelt, um mit der “Freien Union“ rechtzeitig vor der Bundestagswahl im Herbst vom Bundeswahlleiter als Partei anerkannt zu werden. Die Frist dafür läuft am 29. Juni aus.

Gabriele Paulis Stationen

Fotos

Erst am Dienstag war Pauli wegen der bevorstehenden Parteigründung aus der Landtagsfraktion der Freien Wähler ausgeschlossen worden. In aller Eile musste sie nun in den vergangenen Tagen ein erstes Parteiprogramm zimmern. Darin fordert sie unter anderem eine Direktwahl des Bundeskanzlers und der Ministerpräsidenten sowie eine bundesweite “Abstimmung“ über das Grundgesetz.

Pauli will ein bundesweit einheitliches Bildungssystem, will den Zuschnitt der Bundesländer neu überdenken und fordert eine Vereinfachung des Steuersystems. Zahlen werden in dem Programm aber nicht genannt. Pauli will aber vor allem eines: sich von den etablierten Parteien abgrenzen.

“Alles ist Ergebnis eines geistigen Prozesses: Wenn wir Zufriedenheit wollen, dann müssen wir auch Frieden mit uns selbst schließen“, heißt es in dem Programm der “Freien Union“. “Viele Menschen dienen allem anderen, nur nicht sich selbst - sie suchen nach Liebe, weil sie sich selbst nicht lieben“, kritisiert die neue Partei und verlangt: “Unsere Lebenswelt soll wieder im Einklang mit unseren Werten stehen. Dazu wollen wir als Freie Union beitragen.“

Die, die zur Gründungsversammlung gekommen sind, sind jedenfalls begeistert. “Das, was man bei den anderen Parteien hört, ist doch schrecklich, ist abgehoben“, sagt Karin Ruddigekeit aus München. Ihre Meinung über Pauli sei allerdings “zwiespältig“. Andere dagegen finden sowohl die Partei als auch die neue Bundesvorsitzende sympathisch. “Endlich eine couragierte, engagierte Frau, die den Großkopferten mal die Stirn geboten hat“, sagt der Münchner Roland Dittmar. Pauli sei eben ein “Alpha-Tier“, eine “Spitzenpolitikerin“, jubelt Richard Lutz, der aus Baden-Württemberg angereist ist.

Die entscheidende Hürde aber muss die “Freie Union“ erst nehmen - genügend Unterschriften sammeln, um bei der Bundestagswahl antreten zu dürfen. “Wir brauchen immerhin noch rund 20 000 Unterschriften in ganz Deutschland“, räumt Pauli ein. Ein neues Mitglied der “Freien Union“ sagt zu seinem Nachbarn: “Da hat sie sich viel vorgenommen.“

dpa

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