Organspende: Kauder will "Entscheidungslösung"

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Volker Kauder

Berlin - Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) will eine Reform für mehr Organspenden in Deutschland auf den Weg bringen. Kauder ist für eine "Entscheidungslösung".

Er plädierte am Dienstag in Berlin für einen einvernehmlichen Gesetzesbeschluss im Laufe dieses Jahres ohne Fraktionszwang, aber auch ohne konkurrierende Anträge. Kauder schlug eine “Entscheidungslösung“ vor, nach der die Menschen einmal im Leben gefragt werden, ob sie nach dem Hirntod Organe spenden würden.

Die Antwort des Befragten solle im Ausweis, im Pass oder Führerschein unter Wahrung des Datenschutzes gespeichert werden, erläuterte der Gründer der Initiative “Pro Organspende“, Reinhard Pregla. “Er muss mit dem Thema konfrontiert werden. Das halte ich für zumutbar“, sagte Kauder. Er wandte sich damit gegen Forderungen, den Ärzten die Organentnahme nach dem Hirntod zu erlauben, wenn die Betroffenen vorher nicht ausdrücklich widersprochen haben.

Kauder betonte, seine Initiative sei mit SPD-Fraktionschef Frank- Walter Steinmeier nach dessen Organspende an seine Frau abgesprochen sowie mit weiteren einzelnen Abgeordneten. Noch sei sie nicht generell in den Fraktionen beraten. Er mache den Vorschlag in erster Linie als Mitglied der Initiative “Pro Organspende“. Rund 12 000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. “Weit über 1000 müssen jedes Jahr auf der Warteliste sterben“, sagte Pregla.

Bei 1217 Organspendern wurden 2009 nach dem Tod Körperteile entnommen, teilte die Deutschen Stiftung Organtransplantation mit. 2010 sei von einem leichten Anstieg auszugehen, sagte Stiftungssprecherin Birgit Blome der dpa. Die Zahlen würden Ende der Woche veröffentlicht.

dpa

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