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Schwere Kämpfe unweit der Nato

Schlangeninsel: Bericht listet russische Verluste auf - deutsche Eurofighter in Nähe mit „Alarmstarts“

Die Schlangeninsel im Schwarzen Meer ist zwischen der Ukraine und Russland schwer umkämpft. Unweit überwachen deutsche Bundeswehr-Eurofighter den Luftraum über Rumänien. Sie mussten schon aufsteigen.

München/Neuburg/Konstanza - Die Schlangeninsel. Sie ist im Krieg mit Russland Sinnbild des ukrainischen Widerstandes. Weltweit bekannt wurde das Eiland im Schwarzen Meer, das gerade mal 17 Hektar groß ist, durch einen Funkspruch weniger Grenzsoldaten an den russischen Raketenkreuzer „Moskwa“. Die ziemlich deutliche Aufforderung an das Flaggschiff der Schwarzmeerflotte („Russisches Kriegsschiff, f... dich!“) ging im Netz viral.

Schlangeninsel im Schwarzen Meer: Heftig umkämpft zwischen Russland und der Ukraine

Kiew brachte mitten im Ukraine-Konflikt eigens eine Briefmarke raus, die einen Grenzsoldaten mit abfälliger Geste vor der „Moskwa“ zeigt. Der Raketenkreuzer ist mittlerweile versenkt, so die offizielle Erzählweise der ukrainischen Streitkräfte und des amerikanischen Geheimdienstes.

Die Schlangeninsel ist dagegen auch nach Wochen weiter heftig umkämpft. Denn sie liegt strategisch günstig 35 Kilometer südlich der Großstadt Odessa. Wer sie kontrolliert, kann von dort aus den Luftraum an der ukrainischen Schwarzmeerküste überwachen. Für Moskau wäre das immens wichtig, um den anvisierten Landkorridor zwischen der Krim und der abtrünnigen Republik Transnistrien zwischen der Ukraine sowie Moldawien zu errichten.

Auch deshalb wehren sich die ukrainischen Streitkräfte dort so vehement. Seit Ende April konnten sie beträchtliche militärische Erfolge feiern. Eigenen Angaben zufolge, bekräftigt durch öffentlichkeitswirksame Drohnenaufnahmen.

Und bestätigt durch Informationen des britischen Geheimdienstes. Das Nachrichtenmagazin Spiegel listet in einem aktuellen Artikel folgende russischen Verluste auf der Schlangeninsel auf:

Schlangeninsel im Schwarzen Meer: Erhebliche russische Verluste im Kampf mit der Ukraine

  • Mutmaßlich zerstörtes russisches Militärgerät in der Schlacht um die Schlangeninsel:
  • Raketenkreuzer „Moskwa“: Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte; laut ukrainischer Seite mit Neptun-Raketen versenkt; Untergang von russischer Seite bestätigt; war ausgestattet mit SU-300-Flugabwehrsystem
  • Russisches Landungsboot der Serna-Klasse: Laut Ukraine mit der Kampfdrohne TB-2 versenkt. Untergang nachgewiesen durch Satellitenfotos von „Maxar“.
  • Zwei russische Patrouillenboote der Raptor-Klasse - angeblich ebenfalls durch Drohnenangriffe versenkt. Ein Drohnenvideo wurde dazu veröffentlicht.
  • Ein Mi-8-Transporthubschrauber: Angeblich von einer TB-2 zerstört. Ein Drohnenvideo wurde dazu veröffentlicht.
  • Die Ukraine hat angeblich Luftabwehrsysteme der Typen Strela-10, Tor und Su-23 auf der Schlangeninsel ausgeschaltet.
  • Angeblicher Angriff mit zwei Su-27-Jets der ukrainischen Luftwaffe auf russische Stellungen.
Umkämpfte Schlangeninsel: In der Mitte ist ein gesunkenes, mutmaßlich russisches Landungsboot zu sehen.

Schlangeninsel im Schwarzen Meer: Nato-Stützpunkt liegt im rumänischen Konstanza ganz in der Nähe

Das Ergebnis: Aktuell hat die russische Seite die Lufthoheit offenbar eingebüßt, da laut Spiegel sowohl das mächtige SU-300-Flugabwehrsystem der „Moskwa“ als auch kleinere Flugabwehrstellungen auf der Schlangeninsel ausgeschaltet wurden.

Was die Kämpfe dort für das Nato-Bündnis besonders brenzlig machen: Das Eiland liegt nur 20 Kilometer vom Donau-Delta an der Küste Rumäniens entfernt. Hier befindet sich unweit bei Konstanza der rumänische Luftwaffenstützpunkt „Mihael Kogalniceanu“. Ukrainer und Russen bekämpfen sich quasi vor der Nase des transatlantischen Verteidigungsbündnisses, das im Rahmen der Nato-Mission Enhanced Air Policing South (EAPS) an der rumänischen Küste patroulliert.

Schlangeninsel im Schwarzen Meer: Deutsche Bundeswehr-Eurofighter patroullieren an Rumäniens Küste

  • Nato-Mission Enhanced Air Policing South (EAPS) in Rumänien
  • Stationiert auf dem rumänischen Luftwaffenstützpunkt „Mihael Kogalniceanu“ bei Konstanza am Schwarzen Meer.
  • 8 Eurofighter der italienischen Luftwaffe „Aeronautica Militare“.
  • 6 Eurofighter der deutschen Luftwaffe mit insgesamt 75 Soldatinnen und Soldaten des Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg an der Donau in Bayern.
  • Sogenannte Alarmrotten 24 Stunden an sieben Tagen die Woche. Je ein italienischer und ein deutscher Eurofighter zeitgleich im Dienst.
  • Mission: Luftpatrouille an der rumänischen Schwarzmeerküste. „Dabei geht es darum, am Rande des rumänischen Hoheitsgebiets Präsenz zu zeigen“, erklärte Oberstleutnant Swen Jacob, der das deutsche Kontingent am Schwarzen Meer befehligt, laut Donaukurier.
An der rumänischen Schwarzmeerküste stationiert: Eurofighter der deutschen Bundeswehr. (Symbolfoto)

Schlangeninsel im Schwarzen Meer: Sechs deutsche Eurofighter in Rumänien stationiert

Mit dabei: Sechs deutsche Bundeswehr-Eurofighter samt wechselnden Besatzungen des Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg an der Donau (Bayern). Wie der Donaukurier schreibt, gab es während des Russland-Ukraine-Kriegs einzig bis Mitte März schon eine „Handvoll Alarmstarts“. Die Kämpfe um die Schlangeninsel toben, und die Nato schaut aus nächster Nähe genau hin. (pm)

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa/Archivbild