Kompromiss bei UN-Abkommen

Moslem-Staaten: Frauen haben gleiche Rechte

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Michelle Bachelet, Direktorin des UN-Büros für Frauen

New York - Trotz Kritik der ägyptischen Muslimbruderschaft haben sich mehr als 130 Länder auf den Entwurf für ein UN-Abkommen verständigt, das Frauen weltweit gleiche Menschenrechte zusichert.

Das am Freitag gebilligte Dokument, das nicht rechtlich bindend ist, räumt Frauen und Männern die gleichen Menschenrechte ein und fordert Dienstleistungen im Bereich der reproduktiven Gesundheit, darunter den Zugang zu Notfallverhütung und die Gewährleistung sicherer Abtreibungen für Opfer von Gewalt.

In dem Dokument werden Länder aufgefordert, „jegliche Form der Gewalt gegen Frauen und Mädchen scharf zu verurteilen und davon abzusehen, irgendeine Sitte, Tradition und religiösen Gesichtspunkt anzuführen, um ihre Verpflichtungen hinsichtlich ihrer Beseitigung (der von Gewalt) zu umgehen“.

Der Kompromiss, den konservative muslimische und katholische Länder und eher liberale Staaten am Freitagabend (Ortszeit) fanden, wurde zum Abschluss einer zweiwöchigen Sitzung der UN-Kommission zum Status von Frauen in einem 17-seitigen Dokument festgehalten.

Am Mittwoch noch hatte die Muslimbruderschaft in Ägypten das Dokument als „hinterlistig“ bezeichnet. Es widerspreche islamischen Prinzipien und untergrabe Familienwerte. Die ägyptische Delegation stimmte dem Abschlussdokument aber zu. Eine Reihe weiterer Länder wie der Iran, der Sudan und der Vatikan äußerten zwar Vorbehalte, aber nur Libyen distanzierte sich von dem Text. Es blockierte aber nicht die einstimmige Annahme. Ein libyscher Geistlicher wies das Dokument zurück, weil es gegen islamische Lehren verstoße. Die libysche Delegation lehnte Textabschnitte ab, in denen sexuelle Aufklärung für alle Jugendlichen gefordert wird.

Die Direktorin des UN-Büros für Frauen, Michelle Bachelet, bezeichnete das 17-seitige Dokument als historisch, da es die globalen Standards für Maßnahmen setze, „eine der schwersten Menschenrechtsverstöße in der Welt“ zu verhindern und zu beenden - „die Gewalt, die Frauen und Mädchen angetan wird“.

Bachelet hatte zu Beginn der Sitzung Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Untersuchungen angeführt, wonach im Durchschnitt 40 Prozent aller Frauen - in einigen Ländern sogar bis zu 70 Prozent - in ihrem Leben Opfer von Gewalt werden.

AP

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