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Letzte reguläre Einberufung für Wehrpflichtige

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Rund 12 000 Wehrpflichtige müssen zur letzten regulären Einberufung am 3. Januar bei der Bundeswehr antreten.

Berlin - Es ist das letzte Mal, dass Wehrpflichtige einberufen werden können, auch wenn sie nicht wollen: Rund 12.000 müssen zum 3. Januar ihren Grundwehrdienst beginnen.

Das teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch in Berlin mit. Dies ist der letzte Termin, bei dem Soldaten auch gegen ihren Willen zum sechsmonatigen Grundwehrdienst eingezogen werden können. Bereits zum nächsten Termin am 1. März werden nur noch Freiwillige einberufen - denn zum 1. Juli soll die Wehrpflicht ausgesetzt werden.

Soldat oder Zivi: Was die Promis machten

Soldat oder Zivi: Was die Promis machten

Bund oder Zivildienst. Diese Frage stellt sich allen jungen Männern, sobald der Musterungsbescheid ins Haus flattert. Jetzt wurden beide Dienste auf sechs Monate verkürzt. Wir zeigen, welcher Promi Soldat war und wer als Zivi diente. © dpa
Harald Schmidt leistete seinen Zivildienst im Pfarrbüro der Kirchengemeinde Nürtingen (Baden-Württemberg). Auf die Frage, warum er nicht zum Bund gegangen sei antwortete Schmidt: Weil Zivildienstleistende nicht mit der Waffe töten dürfen, versuchen sie es mit Essen auf Rädern. © dpa
Michael "Bully" Herbig dagegen leistete seinen Werhdienst mit der Waffe in der Hand beim Bund. © dpa
Der Terminator als Zivi? Absurde Vorstellung. Deswegen diente Arnold Schwarzenegger auch als Panzerfahrer beim österreichischen Bundesheer. Für eine Bodybuilding-Meisterschaft türmte er sogar aus seiner Kaserne. © dpa
Moderator und Musiker Götz Alsmann war ebenfalls beim Bund. Seine heutige Frisur passte aber wohl nicht unter den Helm. © dpa
Tote-Hosen-Sänger Campino war dagegen Zivi. Er leistete seinen Dienst in der Rheinischen Landesklinik für Psychiatrie in Düsseldorf. © dpa
Moderator und Promi-Versteher Reinhold Beckmann war Zivi in einer Jugendbildungseinrichtung. © dpa
Entertainer Thomas Gottschalk war weder Soldat noch Zivi. Er wurde als Halbwaise ausgemustert. © dpa
Gottschalks Kollege Günther Jauch entkam dem staatlichen Zwangsdienst aus einem ganz anderen Grund: Er lebte in Berlin - die Stadt war durch das Viermächteabkommen entmilitarisiert. West-Deutsche mit Wohnsitz im Westteil Berlins wurden nicht eingezogen. © dpa
RTL-Moderator Oliver Geissen ging dagegen zum Bund und robbte mit dem Gewehr in der Hand über den Boden. © dpa
Komiker Dirk Bach leistete seinen Zivildienst in Köln. © dpa
Unser Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) diente selbstverständlich in der Bundeswehr. Er leistete seinen Wehrdienst bei den Gebirgsjägern in Mittenwald. © dpa
Nationalspieler Lukas Podolski diente dem deutschen Staat als Zivi. Von April bis Dezember 2005 leistete Poldi seinen Zivildienst mit einer Sonderregelung für Spitzensportler von 15 Stunden pro Woche - und zwar im Olympia-Stützpunkt im heimatlichen Köln. © dpa
Auch Poldis Nationalmannschaftskollege Per Mertesacker war Zivi. Er diente in einer geschlossenen Anstalt für Geistigbehinderte. Mertesacker: "Für mich war das ein guter Ausgleich neben dem Fußball." © dpa
Der King of Rock 'n' Roll diente als G.I. für die US-Army in Deutschland. Elvis Presley leistete seinen Wehrdienst unter anderem von 1958 bis 1960 im Panzerbatallion der 3rd Armored Division in Friedberg (Hessen). © dpa
DSDS-Gewinner Alexander Klaws wurde wegen einer Wespengift-Allergie ausgemustert. © dpa
Sat1-Moderator Kai Pflaume war Soldat. Er diente in der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. © dpa
"Isch hab' gedient", kann Hape Kerkeling sein. Und zwar als Zivi. © dpa
War ebenfalls Zivildienstleistender: Schwimmstar Paul Biedermann. © dpa
RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel kennt dagegen den Drill auf dem Kasernenhof: Er war bei der Bundeswehr. © dpa
Auch Starkoch Johann Lafer war Soldat. Er diente im österreichischen Bundesheer. © dpa
Ex-Nationalspieler Marco Bode war Zivi. Nach eigenen Angaben erfuhr er im Altenheim „wahren Wert der Gesundheit und Jugend“. © dpa
Moderator Stefan Raab leistete 1986/1987 seinen Grundwehrdienst bei der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums in Köln-Wahn ab. © dpa
Komiker Hans Werner Olm entging seiner Einberufung, indem er nach West-Berlin zog: „Ich hatte keine Lust auf Bundeswehr. Und in Berlin war man davon befreit.“ © dpa
Ex-Boxweltmeister Henry Maske war Soldat in der DDR. Er brachte es sogar zum Offizier der NVA. © dpa
Im Westen diente Moderator Jürgen von der Lippe beim Bund. Und zwar in Olivgrün. Hawaii-Hemden sind im Manöver eher unpraktisch. © dpa
Schauspieler Til Schweiger leistete kurzzeitig seinen Wehrdienst beim Bund. Dann verweigerte er den Dienst an der Waffe aus Gewissensgründen und wurde Zivi im Krankenhaus. © dpa
Muskelmann Ralf Möller dagegen zog seinen Wehrdienst beim Bund durch. Er berichtet: "Ich habe meinen Wehrdienst bei den Pipeline-Pionieren absolviert, von 1979 bis 1981, Bataillon 840 in Wuppertal-Elberfeld." © dpa
BAP-Sänger Wolfgang Niedecken diente als Zivi. Er wurde in der Altenbetreuung und beim Essen auf Rädern in Köln eingesetzt. © dpa
Rodel-Olympiasieger Georg Hackl war Sportsoldat bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Bischofswiesen. Er brachte es bis zum Dienstgrad eines Stabsfeldwebels. © dpa
Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) war zwar ein guter Fußballspieler und bestimmt tauglich. er wurde aber als Sohn einer Kriegerwitwe nicht eingezogen. © dpa
Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) Philipp Rösler war Sanitätsoffizier bei der Bundeswehr. © dpa
Grünen-Fraktionsvorsitzender musste nach dem Abitur zunächst zum Bund. Seine Kriegsdienstverweigerung war zunächst nicht anerkannt worden. Er klagte sich allerdings in den Zivildienst und arbeitete in einem Heim für schwer erziehbare Jungen bei Bremen. © dpa
Komiker Mike Krüger ging zum Bund. Er war Funkfernschreiber bei der Marine in Glücksburg, Flensburg sowie beim Marinefliegergeschwader 1 (MFG1) in Kropp/Jagel. © dpa
CSU-Ehrenvorsitzender Edmund Stoiber sitzt auf diesem Bild zwar im Panzer. Er absolvierte seinen Grundwehrdienst aber bei der Gebirgsdivision in Mittenwald und Bad Reichenhall. © dpa
Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele diente beim Bund. Er lehnte aber die übliche Beförderung zum Gefreiten ab. © dpa
Er hatte ein Gewehr in der Hand und war ein Soldat: Komiker Bernd Stelter war in Unna-Königsborn im Nachschub-Bataillon stationiert. © dpa

Der Bundeswehrverband kritisierte die Einberufung der 12 150 Wehrpflichtigen. “Wenn der Bundesminister der Verteidigung feststellt, dass die sicherheitspolitische Begründung für den Grundwehrdienst nicht da ist, dann ist es schon schwierig, zum Januar 2011 noch jemanden einzuberufen“, sagte Verbandschef Ulrich Kirsch der Deutschen Presse-Agentur. “Da habe ich wirklich kein gutes Gefühl.“ Der Wehrdienst war in diesem Jahr von neun auf sechs Monate verkürzt worden. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sieht für einen sechsmonatigen Wehrdienst keine sicherheitspolitische Begründung mehr.

Trotz der Bundeswehrreform muss Guttenberg seinen Beitrag von 8,3 Milliarden Euro bis 2014 für das Sparpaket leisten. “Die mittelfristige Finanzplanung steht, so wie sie verabschiedet worden ist“, sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans. Die Bundeswehrreform werde so sparsam wie möglich gestaltet. “Aber wir werden auch keine Sicherheitspolitik nach Kassenlage machen.“ Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan ist indes deutlich teurer geworden, wie neue Zahlen ergaben.

Die Haushaltspolitiker von Union und FDP dringen darauf, dass Guttenberg die Sparauflagen des Kabinetts erfüllt. Er dürfe die Bundeswehrreform nicht als Vorwand missbrauchen, um das Sparpaket von insgesamt 80 Milliarden Euro auszuhebeln, sagten Norbert Barthle (CDU) und Otto Fricke (FDP) der “Süddeutschen Zeitung“.

Guttenberg will für die Bundeswehrreform zunächst im eigenen Haus den Rotstift ansetzen. “Wir (werden) alles auf den Kopf stellen, um Mittel im eigenen Bereich freizusetzen“, sagte ein Ministeriumssprecher. Das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel“ hatte berichtet, dass der Minister davon ausgehe, nur die Hälfte der 8,3 Milliarden Euro sparen zu müssen. Ein Differenzbetrag könne in anderen Ministerien erbracht werden.

Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan ist in diesem Jahr deutlich teurer als im Vorjahr. Das Verteidigungsministerium bestätigte einen Bericht der “Wirtschaftswoche“, nach dem das Ressort sein direktes Engagement um 40 Prozent auf rund 1,04 Milliarden Euro erhöht hat. Insgesamt sollen die Ausgaben der Regierung für den Einsatz um fast 50 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro gestiegen sein.

Das Verteidigungsministerium kündigte an, die deutschen Soldaten in Afghanistan besser auszurüsten und damit auch stärker zu schützen. Das gefährliche Räumen von Sprengfallen soll verbessert werden. Geplant ist, die Fallen unschädlich zu machen, ohne dass die Bundeswehrsoldaten dafür ihre Fahrzeuge verlassen müssen.

Außerdem sollen weitere geschützte Transportfahrzeuge Dingo 2 für Afghanistan bereitstehen. Neben angekündigten 40 neuen Panzerwagen Multi A4 FSA noch in diesem Jahr und 117 im kommenden Jahr seien 195 Eagle-IV-Fahrzeuge bestellt. Das Verteidigungsministerium prüft nach eigenen Angaben auch, vier bis acht Kampfhubschrauber Tiger für den dortigen Einsatz vorzubereiten.

dpa

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