Ergebnisse und Analysen aus dem Stimmkreis Mühldorf am Inn

Waldkraiburg wieder AfD-Hochburg - Bei deutlich niedrigster Wahlbeteiligung

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Landkreis Mühldorf am Inn - Wie auch andernorts mussten CSU und SPD bei dieser Wahl deutliche Verluste verzeichnen. Die Gewinner sind die AfD, aber auch Grüne und Freie Wähler haben sich deutlich verbessert.

Staatsminister Dr. Marcel Huber konnte sein Direktmandat erfolgreich verteidigen. Bei allen anderen Kandidaten aus dem Stimmkreis ist noch offen, ob sie in den Landtag einziehen. Er muss bei der Landtagswahl allerdings einen Verlust von 15 Prozent hinnehmen, die CSU ebenfalls.In seiner Heimatgemeinde Ampfing kommt Huber nur auf 58 Prozent der Erststimmen, 2013 erreichte er dort noch 72 Prozent. 

"Ich habe den Eindruck gekriegt, dass derzeit ein Vorgehen mit Maß, Mitte und Vernunft nicht sehr beliebt ist", beklagte Huber am Wahlabend.

AfD zweitstärkste Kraft - Waldkraiburg wieder Hochburg

An zweiter Stelle kommt die Alternative für Deutschland (AfD). Ihr Direktkandidat Oliver Multusch erreichte 12,4 Prozent der Stimmen, die Partei selbst 12,3 Prozent der Stimmen. 2013 war die AfD noch nicht bei der Landtagswahl angetreten. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr erreichte sie allerdings bereits 12 Prozent der Stimmen. Multusch zeigte sich am Wahlabend zufrieden mit dem Ergebnis seiner Partei. 

Damals war auch bereits Waldkraiburg eine Hochburg der Partei. Auch bei der Landtagswahl holte die AfD dort ihr stärkstes Ergebnis. Multusch und seine Partei erhielten dort 19,2 Prozent der Stimmen. Danach folgen dann mit einem 5-prozentigen Abstand erst Mettenheim, Jettenbach und Aschau. 

Auffällig ist dabei, dass die Wahlbeteiligung in Waldkraiburg nur 58,4 Prozent betrug. Danach folgt erst Neumarkt-Sankt Veit mit 67,7 Prozent, alle anderen Gemeinden im Stimmkreis haben eine Wahlbeteiligung von mindestens 70 Prozent, mit Kirchdorf als Spitzenreiter mit 83,7 Prozent. Der Landkreis-Durchschnitt beträgt 71,6 Prozent.

Freie Wähler und Grüne mit weiteren guten Ergebnissen

Judith Bogner erreicht 11,2 Prozent, die Grünen 11,3 Prozent. 2013 holten die Grünen mit 5,3 Prozent noch weniger als die Hälfte davon. Markus Saller schließt mit 10,1 Prozent, die Freien Wähler mit 9,6 Prozent. Auch hier also eine Verbesserung von 2013, wo es noch 6,2 Prozent für die Freien Wähler und 7,4 für Saller waren. Saller zeigte sich am Wahlabend sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Bogner verwies auf das Landesergebnis der Grünen als "historisch". 

Weiterhin erreicht Kilian Maier 6,2 Prozent, die SPD 8,3 Prozent. Ein deutlicher Verlust für die Partei, die 2013 noch mit 15,8 Prozent zweitstärkste Kraft war. Maier verwies in einer ersten Stellungnahme auf die Politik seiner Partei im Bund als Grund dafür. Thomas Drechsler erreichte 3,4 Prozent und die Bayernpartei 3,3 Prozent. Die Bayernpartei ist somit nur knapp stärker als die FDP.  Peter Corticelli erreichte 3,1 Prozent und seine Partei 3,2 Prozent. Immerhin erreichten die Liberalen aber so eine Verbesserung im Vergleich von 2013, als sie nur 1,8 Prozent holten. 

CSU klar besser als im Freistaat

Im Vergleich zum Landesergebnis schneidet die CSU um acht Prozent klar besser ab. Die AfD erreicht sogar zwei Prozent mehr als landesweit. Mit 6,2 Prozent weniger deutlich hinter ihrem Landesergebnis liegen die Grünen. Die Freien Wähler nur um zwei und die SPD um ein Prozent. Die Bayernpartei hat mit 3.3 sogar fast doppelt so viel wie im Landesschnitt. FDP und Linke liegen um 1.9 beziehungsweise 1.1 Prozent darunter. 

Rubriklistenbild: © dp a (Symbolbild/Montage)

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