Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018: Stimmkreis Mühldorf

24 Fragen an Kilian Maier (SPD)

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Kilian Maier, Direktkandidat der SPD im Stimmkreis Mühldorf am Inn hat sich den Fragen von innsalzach24.de gestellt.

Mühldorf am Inn/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis Mühldorf am Inn bewerben sich elf Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Kilian Maier (SPD).

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Die Antworten auf den Fragebogen von innsalzach24.de

1. Name 

Kilian Maier 

2. Partei 

Sozialdemokratische Partei Deutschland 

3. Alter 

24

4. Wohnort 

Mehring 

5. Familienstand 

Ledig 

6. Kinder 

Keine 

7. Wie verlief Ihre politische Karriere? 

Vorstandsmitglied der Jusos Bayern, stellvertretender SPD Unterbezirksvorsitzender, SPD Ortsvorsitzender in Mehring 

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder? 

Ein direktes Vorbild habe ich nicht. Ich finde immer mutige Entscheidungen in schwierigen Situationen interessant, wie zum Besipiel Willy Brand in seiner Ostpolitik 

9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere bei uns?

Bei uns auf dem Land aufzuwachsen hat mir schon von Anbeginn die Werte Zusammenhalt, Nächstenliebe und Solidarität gelehrt. Insbesondere in der Verantwortung als Oberministrant und auch in der Katholischen Landjugendbewegung war mir wichtig, die Gemeinschaft nicht als selbstverständlich wahrzunehmen, sondern sie zu schätzen und aktiv mitzugestalten. Um diese Werte weiterzutragen und mich in der Gesellschaft weiter einzubringen, habe ich beschlossen, mich politisch in der SPD zu engagieren 

10. Warum sind genau Sie der Richtige? 

Für eine junge, offene und engagierte Politik braucht es Personen, die wirklich hinter ihren Zielen stehen und motiviert sind, Dinge zu verändern. Damit wir gemeinsam die Zukunft gestalten. 

11. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele? 

Unsere Welt verändert sich. Immer wieder, aber momentan ganz besonders. Es benötigt Menschen, die Vorhandenes beim Namen nennen und innovative Lösungen anbieten. Genau das ist mein Anspruch an Politik. Wir leben in einem der wirtschaftlich stärksten Länder. Davon soll jede und jeder profitieren. Ich fordere eine Abschaffung von Kettenbefristungen, Leiharbeitsverträgen und befristeten Übernahmen. Ich will, dass sich bei uns alle ihr Dach über dem Kopf leisten können.

Deshalb müssen mehr bezahlbare Wohnungen durch den Freistaat gebaut werden. Bildung muss für alle kostenlos sein. Hier sollte es keinerlei Unterschied zwischen den Ausbildungswegen geben. Deshalb setze ich mich für die kostenlose Meisterausbildung und den Ausbau der Hochschulstandorte bei uns in der Region ein. 

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen? 

Es sollen die Menschen bei uns in der Region wieder wirklich profitieren. Angefangen von sicheren Arbeitsplätzen mit wirklich guter Bezahlung. Egal ob im Handwerk oder in der Pflege. Bis hin zu einem ausgebauten öffentlichen Personen Nahverkehr, der die Menschen auf dem Land stündlich von A nach B bringt. Ebenso eine Wohnbauoffensive die dazu beiträgt, dass man sich auch bei uns noch in ein bis zwei Jahren das Dach über dem Kopf leisten kann.

13. Thema Wohnen: Wie kann in der Region bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? 

In Bayern muss sich jede und jeder ein Dach über dem Kopf leisten können. Dazu muss der Freistaat Wohnungen bauen. Nur mit einer staatlichen Wohnungsbaugesellschaft, können wir Druck aus dem Wohnungsmarkt nehmen. Diese angespannte Situation ist längst nicht mehr nur in München zu finden, auch bei uns explodieren die Mieten. Der Freistaat kann mit einer Wohnungsbaugesellschaft 5000 Wohnungen pro Jahr schaffen und die Kommunen und Landkreise unterstützen. Um für bezahlbare Mieten zu sorgen braucht es auch endlich eine Verschärfung der Mietpreisbremse: Indem der*die Vermieter*in weniger Kosten auf die Mieter*in umlegen darf, wenn er/sie modernisiert. 

14. Thema Infrastruktur: Wie wollen Sie den Breitbandausbau in der Region weiter vorantreiben, welche Schritte sind am dringendsten? 

Um Digitalisierung möglich zu machen, müssen alle bayerischen Gewerbegebiete mit Up- und Download-Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich versorgt werden. Genauso wie die Versorgung der privaten Haushalte mit Geschwindigkeiten ab 100 Mbit/s – bei heutigem Stand der Technik durch Glasfaser – sowie eine flächendeckende Versorgung beim Mobilfunk mit 5G. Dies setzt voraus, dass die Funklöcher in Bayern geschlossen und auch technische Funklösungen für die bayerisch-tschechischen Grenzregionen erarbeitet werden. Somit kann auch der Ausbau der WLAN-Hotspots weiter vorangetrieben werden, die das Flächenland Bayern noch attraktiver machen.

15. Thema Gesundheit: Welche Maßnahmen kann die Politik gegen den Ärztemangel ergreifen und umsetzen? 

Bei der Bedarfsplanung müssen die Kommunen mehr Mitsprache erhalten, damit regionale Faktoren stärker berücksichtigt werden können. Gerade für die flächendeckende Versorgung mit Haus- und Kinderärzten, aber zum Beispiel auch Fachärzt*innen wie Rheumatolog*innen und Diabetolog*innen müssen wir stärker zusammen mit den Krankenkassen, kassenärztlichen Vereinigung und den Standesvertretungen Lösungskonzepte erarbeiten. Alle Möglichkeiten des Strukturfonds müssen ausgeschöpft werden, um Niederlassungen in strukturschwachen Regionen zu fördern.

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden? 

Um unsere wunderbare Natur in Bayern zu erhalten darf diese nicht purem Profitdenken geopfert werden. Ich möchte weniger Flächenverbrauch im Freistaat und diesen daher begrenzen. Konkret bedeutet dies einen Flächenverbrauch in Deutschland auf unter 30 Hektar am Tag, und in Bayern auf unter fünf Hektar am Tag. Bayern muss eine Vorreiterrolle beim geringsten Flächenverbrauch pro Kopf anstreben. Das Ziel ist für mich eine Flächenkreislaufwirtschaft. Bedeutet, das erst dort weitergebaut wird, wo schon etwas steht. Und danach nach außen erweitern wird. So kann ein geringerer Flächenverbrauch realistisch umgesetzt werden.

17. Thema Landwirtschaft: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe? 

Die Frage die sich mir stellt ist, wie sind wir zu der aktuellen Situation in der Landwirtschaft gekommen sind. Eine Politik, die vor allem profitorientiert denkt führt dazu, dass wir uns keine Gedanken über die Folgen und Auswirkungen machen. Die Aufgabe für künftige Politik ist, dem entgegen zu wirken. Mit der aktuellen industriellen Erzeugung von Lebensmitteln gehen wir den falschen Weg. Es muss eine Rückkehr zur bäuerlichen, gut bezahlten Landwirtschaft geben. Damit sowohl Tiere als auch Erzeuger profitieren. 

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern? 

Hohe Kosten, fehlende Ordnungskräfte oder langwierige Genehmigungsverfahren haben landesweit dazu geführt, dass sich Vereine und Ehrenamtliche aus der Organisation von kleineren Brauchtumsfesten oder Umzügen zurückgezogen haben. 

Die professionelle Sicherheitsplanung von Großveranstaltungen verschlingt inzwischen sechsstellige Summen. Hier muss mit Maß agiert werden. Sicherheit und Wohlbefinden steht bei den meisten Veranstaltern sowieso an erster Stelle, dies sollte auch von behördlicher Seite erkannt werden. 

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden? 

Beim Thema Integration haben wir das Wesentlichen aus dem Blick verloren. Es geht hier um Menschen. Nicht um Zahlen, nicht um Schlagzeilen. Die Frage die sich eigentlich am dringendsten aufdrängt ist, wie integrieren wir die Menschen die zu uns gekommen sind. Vor allem in dem ihnen Perspektiven Schaffen und nicht Symbolpolitik betreiben. Ankerzentren, Abschiebungen von Auszubildenden, Massenunterkünfte, usw. sind nicht die Mittel meiner Wahl. Ein faires Einwanderungsgesetz, eine europäische Lösung, bei der alle Staaten ihrer humanitären Verpflichtung nachkommen und die wirkliche Integration von Menschen durch Bildung und Einbindung sind geboten.

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg? Wie sähe die Alternative aus? 

Das bedingungslose Grundeinkommen ist in meinen Augen nicht der richtige weg. Solidarität ist nicht vorhanden wenn alle das gleiche bekommen, sondern wenn die, die viel haben die schwächeren unterstützen. Damit auch jede und jeder von der aktuell guten wirtschaftlichen Situation profitieret, fordere ich eine Abschaffung von Kettenbefristungen, Leiharbeitsverträgen und befristeten Übernahmen

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken? 

Bildung muss für alle kostenlos sein. Hier sollte es keinerlei Unterschied zwischen den Ausbildungswegen geben. Deshalb setze ich mich für die kostenlose Meisterausbildung und den Ausbau der Hochschulstandorte bei uns in der Region ein. Um optimale Bildung zu erreichen, braucht es in allen Schularten ausreichend Lehrkräfte damit Unterrichtsausfälle vermieden werden. Sowie eine Begrenzung der Klassengröße auf 25 Schüler*innen in allen Schularten.

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden? 

Ich fordere ein Gesamtkonzept mit einer eigenständigen Grundsicherung für Kinder, guter kostenfreier Kinderbetreuung, guten kostenfreien Ganztagsschulen und einem sozial gesteuerten Familiengeld zusammen mit bezahlbarem Wohnen für Familien. Nur so gibt es für alle Kinder die besten Chancen für die Zukunft und man tritt der Altersarmut von morgen entschieden entgegen.

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld?

Pünktlich zur Wahl noch das sogenannte Landespflegegeld per Gießkanne übers Land zu verteilen, statt für wirkliche Verbesserungen in der Pflege zu sorgen. Es gibt unendlich viele Baustellen in der Pflege - etwa überlastetes Personal, ein unzureichendes Prüfsystem, nicht zuletzt pflegende Angehörige, denen das Wasser bis zum Hals steht.

Die tausend Euro im Jahr, die ohne Zusammenhang mit Pflegeleistungen an bis zu 360.000 Personen ausgeschüttet werden sollen, lösen kein einziges dieser Probleme - sie kosten nur Geld, das anderswo in der Pflege dringender gebraucht würde

24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag? 

Ganz klar ja.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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