Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018: Stimmkreis Altötting

24 Fragen an Dr. Thorsten Kellermann (Grüne)

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Dr. Thorsten Kellermann, Direktkandidat der Grünen im Stimmkreis Altötting hat sich den Fragen von innsalzach24.de gestellt.

Altötting/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis Altötting bewerben sich elf Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Dr. Thorsten Kellermann (Grüne).

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Die Antworten auf den Fragebogen von innsalzach24.de

1. Name 

Dr. Thorsten Kellermann

2. Parte

Bündnis 90 / Die Grünen Bayern

3. Alter 

41 Jahre

4. Wohnort 

München

5. Familienstand 

Verheiratet

6. Kinder 

Zwei Söhne

7. Wie verlief Ihre politische Karriere?

- Mitgründer der ersten Jugendorganisation der Grünen in Bayern. Zwei Jahre deren Sprecher.

- Mitglied im Landesvorstand der bayerischen Grünen.

- Mitglied im Kreisvorstand der Altöttinger Grünen.

- Mitorganisator zweier bundesweiter Jugendumweltkongresse.

- Studentischer Vertreter im Fachbeirat des Fachbereiches Physik der TU München.

- Sachkundiger Einwohner im Finanzausschuss der Stadt Potsdam.

- Fünf Jahre Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Finanzen der Grünen Brandenburg.

- Seit 2014 Mitglied des Vorstandes des BN München, seit Juni als stellvertretender Vorsitzender.

- Seit Januar 2018 Direktkandidat der Altöttinger Grünen für den Landtag.

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Video:

Konkrete Vorbilder habe ich nicht. Ich beschäftige mich gerne mit Menschen, die Probleme erkennen und nach Lösungen suchen. Anfang des Jahres habe ich ein Buch des französischen Staatspräsidenten Macron gelesen, der viele Ansätze vertritt, die uns wirklich weiter bringen können. Barack Obama ist ebenfalls eine der interessantesten Persönlichkeiten dieses Jahrhunderts. Hier in Bayern hat mich immer unserer frühere Fraktionsvorsitzende Ruth Paulig inspiriert. Petra Kelly nicht zu vergessen. Sie war ein Vorbild einer Abgeordneten. Da ihr die Bedürfnisse und Fragen der Bürger immer wichtiger waren als ihre eigene politische Karriere.

9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere bei uns?

Ich bin in Burghausen geboren und habe 19 Jahre dort und in Emmerting gelebt. Ich habe in Altötting die Realschule besucht und bei der OMV eine Ausbildung zum Chemielaboranten absolviert. In Emmerting habe ich beim Aufbau des Jugendtreffs mitgearbeitet und in Burghausen das Jugendparlament mit gegründet.

Unser Landkreis ist etwas besonders in Bayern. Hier vereinigen sich einzigartige Naturlandschaften von Salzach, Inn und Alz mit einer modernen Industrie. Bayern in Tradition und Modern, einfach etwas besonders.

10. Warum sind genau Sie der Richtige?

Als jemand, der in der Industrie arbeitet und als Umweltschützer aktiv ist, repräsentiere ich bestens das Besondere des Landkreises. Zudem bin ich der Meinung, dass dem Landtag mehr technischer und naturwissenschaftlicher Sachverstand gut tun wird.

11. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele?

- Wir hinken in Bayern leider bei der Digitalisierung weit hinterher und gefährdeten dadurch unsere wirtschaftliche Stärke. Ich will dafür sorgen, dass wir hier schnell Aufholen. Neben dem Ausbau von Infrastruktur braucht es Bildungsangebote für die gesamte Bevölkerung, damit die rasante Entwicklung nicht ohne sie stattfindet.

- Die Digitalisierung wird unsere Arbeitswelt kräftig durcheinander wirbeln. Bayern muss darauf vorbereitet sein und die Entwicklung neuer Berufe vorantreiben, die den neuen Anforderungen entsprechen. Ich möchte in den nächsten fünf Jahren die nötigen Maßnahmen entwickeln und nicht erst, wenn es zu spät ist.

- Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Wir können uns weder zu viel Nitrat in Seen und Flüssen leisten, noch weitere Chemikalien wie PFOA in unserem Trinkwasser. Ich will mich für einen deutlich besseren Schutz unseres Wassers einsetzten.

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen?

- Das Thema PFOA ist noch nicht erledigt. Die Bürger und Bürgerinnen brauchen eine Garantie für sauberes Trinkwasser. Außerdem muss die Frage nach den Kosten schnellstmöglich geklärt werden, diese müssen von den Verursachern getragen werden. Die Verantwortung liegt bei der Verwaltung und der Industrie.

- Der Landkreis verfügt neben der Industrie über eine wachsende Hochschulstruktur. Im nächsten Schritt braucht es Geld und Strukturen für junge Unternehmensgründer. Ich möchte die wirtschaftliche Stärke der Region für neue innovative StartUps attraktiver machen.

- Ein Thema, das mir sehr wichtig ist, ist die Zukunft der Kunststoffproduktion des Landkreises. Wir können nicht weiter Plastik als Massenprodukt zum Wegwerfen herstellen, das verbrannt wird oder die Meere verschmutzt. Im Landkreis haben wir das Wissen und die Möglichkeiten uns neu auszurichten, ohne dabei Arbeitsplätze zu gefährden. Ich möchte mich konkret für die Umstellung auf Spezialkunststoffe und die Weiterentwicklung von Recyclingverfahren stark machen.

13. Thema Gesundheit: Welche Maßnahmen müssen in der PFOA-Problematik ergriffen werden, reicht das Maßnahmenpaket der Staatsregierung aus?

- Das Maßnahmenpaket der Staatsregierung ist meines Wissens noch nicht vollständig diskutiert.

- Wie oben bereits erwähnt braucht es schnelles Handeln für die Bürger und Bürgerinnen.

- Da ich denke, dass eine Klage gegen die Firma M3 den gesamten Prozess über Jahre in Länge ziehen wird, bevorzuge ich in diesem Fall eine Lösung durch direkte Verhandlungen. Der Klageweg geht zu Kosten der Bürgerinnen und Bürger.

14. Thema Landwirtschaft: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe?

- Aus meiner Sicht besteht der Spagat zwischen Umweltschutz und der industriellen Landwirtschaft. Eine bäuerliche Landwirtschaft lässt sich deutlich leichter mit Natur- und Umweltschutz vereinbaren.

- Allerdings muss dafür gesorgt werden, dass Bauern für Ihre Produkte wieder Preise bekommen von denen sie leben können. Ordentliche Preise sind wichtiger als Subventionen.

15. Thema Infrastruktur: Wie wollen Sie den Breitbandausbau in der Region weiter vorantreiben, welche Schritte sind am dringendsten?

- Die Nutzung von Kupferkabel muss aufgegeben werden und vollständig durch Glasphaser ersetzt werden.

- Die nächste Innovation in der Mobilfunktechnologie ist bereits auf dem Weg. Wir brauchen einen Plan wie die Lücken im Landkreis geschlossen werden können um diese Technologie nutzbar zu machen. Der Ausbau muss in den nächsten drei Jahren abgeschlossen werden.

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden?

- Im ersten Schritt müssen die Flächen genutzt werden, die bereits als Bau- und Gewerbegebiete ausgewiesen worden sind. Zudem gibt es in ländlicheren Regionen immer wieder leer stehende Gebäude, die zu nutzen sind.

- Das Anbindegebot muss wieder eingeführt werden. Im Gegenzug braucht es eine Regelung, die es Gemeinden erlaubt gemeinsam Gewerbe- und Baugebiete zu entwickeln und sich Kosten und Einnahmen zu teilen. Dadurch lassen sich neue ungenutzte Gewerbegebiete vermeiden und Flächen schützen.

17. Wie kann wieder bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden?

- Selbst in Bayern gibt es tausende ungenutzte Wohnungen und Häuser. Das Problem liegt im Zuzug zu den Städten oder in wirtschaftliche Starke Regionen. Die ländliche Region wird dadurch geschwächt.

- Wir müssen den Verfassungsartikel zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land umsetzen, um den Zuzug zu reduzieren.

- Zudem braucht es gerade in den Städten verstärkten sozialen Wohnungsbau, der wirklich den unteren Einkommensschichten zur Verfügung steht.

- Die Förderung von Wohneigentum ist ein weiteres wichtiges Element, um dort weiteren Wohnraum zu schaffen, wo er gebraucht wird.

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern?

- Vereine sind ein wichtiger Bestandteil in Bayern. Diese müssen weiter gefördert werden.

- Gegen unnötige Bürokratie hilft nur Ausmisten. Ich bin mir sicher, dass viele Regeln aufgehoben werden können.

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden?

- Die Staatsregierung steckt sehr viel Energie in Aufgaben, die an sich der Bund regeln sollte. Grenzkontrollen, die Interpretation der Dublin Verträge usw., usw..

- Gleichzeitig lässt sie die Bürger im Stich. Die Bürger, die sich für Flüchtlinge und Asylsuchende einsetzen, die die sich Sorgen machen; die Betriebe, die Auszubildende und Arbeitskräfte benötigen, genauso wie Sozialeinrichtungen, denen es an Pflegekräfte mangelt.

- Als Landespolitiker sind wir in erste Linie dafür verantwortlich, dass es bei der Aufnahme von Flüchtlingen und Asylsuchenden keine Probleme gibt, weder bei den Hilfesuchenden noch bei der Bevölkerung. Das den Menschen ordentlich geholfen wird. Es muss geltendes Recht konsequent umgesetzt. Es braucht funktionierende Integration und Möglichkeit Menschen in die Arbeitswelt zu integrieren.

- Als Landespolitiker müssen wir handeln, wenn es Problem zu lösen gibt und keine endlosen Diskussion führen.

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg? Wie sähe die Alternative aus?

- Durch die nächste Stufe der Digitalisierung wird sich die Arbeitswelt deutlich verändern. Das Grundeinkommen ist der richtige Weg, um starke Verwerfungen aufzufangen. Es wird sicherlich keine finale Lösung sein.

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken?

- Vor allem möchte ich die berufliche Bildung stärken. Ausbildungsberufe müssen wieder zu einer wirklichen Alternative zur Hochschulbildung werden.

- Ergänzend dazu soll die Unterstützung zur beruflichen Weiterbildung gestärkt werden. Wir brauchen Meister, die Betriebe gründen und junge Menschen ausbilden.

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden?

- Aus meiner Sicht sind Sozialleistung in erster Linie für Menschen, die Arm sind oder Hilfe brauchen. Ein Familiengeld, das Hartz-IV-Empfänger ausschließt ist indiskutabel.

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld?

- Das Landespflegegeld ist aus meiner Sicht ein Wahlkampfgeschenk, das während der nächsten fünf Jahre wieder verschwinden wird, wenn die Kassen des Landes leer sind.

- Die finanzielle Ausstattung der Pflege muss der Bund zu Verfügung stellen.

24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag?

- Die CSU und die Landesregierung verweigern sich zu erneuern. Herr Söder propagiert den gesellschaftlichen und politischen Stillstand und verspielt die Zukunft Bayerns.

- Eine von Grünen geführte Regierung wird diesen Stillstand aufheben.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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