Datenschutz: Werden zu viele Konten durchleuchtet?

Berlin - Finanzämter und Sozialbehörden lassen nach Angaben des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar immer mehr Bankkonten von Bürgern überprüfen. Jetzt soll geprüft werden, ob die Eingriffsschwelle zu niedrig ist.

Im vergangenen Jahr hätten sie in rund 58.000 Fällen Kontostammdaten von Bürgern abgefragt, sagte Schaar der “Berliner Zeitung“. Im Jahr 2009 seien es noch 44.000 Kontrollen gewesen.

Angesichts dieses Anstiegs um ein Drittel hat die FDP eine Überprüfung des Verfahrens gefordert. “Das Bundesfinanzministerium muss nun umgehend die im Koalitionsvertrag vereinbarte Überprüfung angehen, damit eine Basis für eine gründliche Bewertung der Verhältnismäßigkeit geschaffen wird“, sagte die innenpolitischen Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Gisela Piltz, der Zeitung.

Es soll geklärt werden, wie es zu diesem Anstieg kam

“Das ist ein erheblicher Anstieg, der die Frage aufwirft, ob die Eingriffsschwelle zu niedrig ist“, sagte Konstantin von Lotz, Sprecher für Netzpolitik der grünen Bundestagsfraktion. Es müsse jetzt geprüft werden, ob es seitens der Behörden zu leichtfertigen Abfragen von Daten gekommen ist.

dapd

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