Trotz jahrelanger Aufholjagd

Bayern schneidet beim Krippenausbau schlecht ab

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Bayern liegt im bundesweiten Vergleich nur auf Rang 13 in Sachen Kleinkinder-Betreuung.

München - Jahrelang hat die Staatsregierung den Bau von Kinderkrippen großzügig bezuschusst. Doch im Ländervergleich schneidet Bayern nach wie vor nicht gut ab.

Trotz jahrelanger Aufholjagd der Staatsregierung liegt Bayern bei der Betreuung von Kleinkindern unter drei Jahren nach wie vor auf einem hinteren Platz. Im vergangenen Jahr wurden 27,1 Prozent der Kleinen betreut, das war Rang 13 unter den 16 Bundesländern. Das geht aus einer neuen Publikation der Statistischen Ämter von Bund und Ländern hervor. Nur in den hoch verschuldeten Ländern Bremen, Nordrhein-Westfalen und Saarland wurden prozentual noch weniger Kleinkinder in einer Krippe oder von einer Tagesmutter betreut. SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher fordert deswegen mehr Anstrengungen der Staatsregierung beim Krippenausbau und eine Qualitätsoffensive.

Von den zehn Städten und Landkreisen mit der bundesweit niedrigsten Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren lag die Hälfte in Bayern: Kelheim, Kaufbeuren, Traunstein, Ostallgäu und Berchtesgadener Land - der oberbayerische Landkreis war mit einer Betreuungsquote von 13,9 Prozent bundesweites Schlusslicht. „Wir sind in Bayern noch bei weitem nicht am Ziel angekommen“, sagte Rinderspacher. „Immer mehr Eltern wünschen sich einen Ganztagsplatz oder wenigstens einen erweiterten Halbtagsplatz mit Mittagsbetreuung für ihr Kind.“

Auch der Anstieg der Betreuungsquote für Kleinkinder in Bayern hat sich offenbar verlangsamt. Im Jahr 2014 stieg die Zahl der in einer Krippe oder von einer Tagesmutter betreuten Kleinkinder unter drei lediglich um 2,3 Prozent. Damit war Bayern in dieser Hinsicht Schlusslicht. Für die Zahlen gibt es zwei mögliche Erklärungen: Der Bedarf könnte gedeckt sein - oder es fehlen nach wie vor Krippenplätze. Das Deutsche Jugendinstitut hat den Bedarf in Bayern nach Angaben Rinderspachers auf 41 Prozent geschätzt.

Der SPD-Fraktionschef sieht deswegen die Ankündigung der CSU skeptisch, das Betreuungsgeld in Bayern weiter zu bezahlen. „Wir können nur jeden Euro einmal ausgeben und dürfen Finanzmittel nicht krass fehlsteuern, solange es diese eklatanten Lücken im frühkindlichen Bildungssystem in Bayern gibt“, sagte Rinderspacher.

Spitzenreiter in Bayern ist die Stadt Coburg, wo im vergangenen Jahr 44,2 Prozent der Kinder unter drei Jahren betreut wurden. In München hingegen waren es nur 32,5 Prozent, obwohl der Bedarf in der Landeshauptstadt sehr viel höher geschätzt wird.

dpa

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