Kriegsgefahr steigt nach Angriff auf Tanker

Kommentar zur Lage in Nahost: Nur eine Frage der Zeit

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Schwarze Wolken steigen auf: Zwei Öltanker sind im Golf von Oman angegriffen worden.

Die Lage im Nahen Osten hält einmal mehr die Welt in Atem. Droht nach dem Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman ein neuer Krieg? Merkur-Redakteur Marcus Mäckler kommentiert die Situation.

München - Im Nahen Osten ist der Ausnahmezustand Normalität. Aber seit dem Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman ist mit Händen zu greifen, wie nahe die Region einer Katastrophe ist. Im Konflikt zwischen dem Iran und den USA scheint es längst nicht mehr darum zu gehen ob, sondern wann und unter welchen Vorzeichen die Lage eskaliert. Und darum, wer am Ende die Schuld trägt.

Wer auch immer hinter dem Tanker-Vorfall steckt - alle Seiten haben ihren Anteil an der Verschärfung der Krise. Das Mullah-Regime fährt, gestützt vom Kreml und zum Verdruss Israels, eine aggressive Expansionspolitik und mischt in so ziemlich jedem Konflikt der Region mit. Gleiches gilt für Irans Erzfeind Saudi-Arabien, das nur deshalb nicht zur Zielscheibe wird, weil es ein zuverlässiger Geschäftspartner Washingtons ist.

Trumps Aufkündigung des Atom-Deals hat Gleichgewicht zum Einsturz gebracht

Auch US-Präsident Donald Trump trägt eine Mitschuld. Seine Entscheidung, den Atom-Deal zu kündigen, hat das empfindliche Gleichgewicht in der Region erst zum Einsturz gebracht. Vertragstreue gilt ihm wenig, das Recht des Stärkeren viel.

Als 2018 der Konflikt mit Nordkorea hochkochte, gab es bald wieder diplomatische Kontakte. Zwischen Washington und Teheran aber fehlt jedes Vertrauen - das macht den Einfluss der Einflüsterer umso größer. Israels Premier Benjamin Netanjahu will den Krieg, Trumps Sicherheitsberater John Bolton auch. Was fehlt, ist die Gegenstimme.

Sieht viele Schuldige an der Situation im Nahen Osten: Merkur-Redakteur Marcus Mäckler kommentiert den wieder anschwellenden Brandherd.

Marcus Mäckler

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