Nach Anschlag in Kopenhagen

Knobloch: „Exodus ist keine Lösung“

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München - Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, findet eine Auswanderung europäischer Juden nach Israel nicht angemessen.

„Ein Exodus der europäischen Juden nach Israel ist keine Lösung der massiven Gefährdung durch islamistischen Terror“, sagte Knobloch am Montag in München. Denn der islamistische Terror bedrohe die europäischen Demokratien als Ganzes.

„Wer in Europa Juden angreift, greift die gesamte europäische Gesellschaft und ihre freiheitlichen Werte an“, sagte Knobloch. Die antisemitische Gewalt müsse daher in Europa entschlossen mit allen politischen und rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft werden. Aus ihrer persönlichen Erfahrung heraus sei sie der Ansicht, dass Israel eine weltweit starke und schlagkräftige Diaspora brauche - „und dazu gehören auch die europäischen Juden“, unterstrich Knobloch.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte angesichts der Anschläge von Kopenhagen die Juden in Europa erneut dazu aufgerufen, nach Israel auszuwandern.

Bereits am Sonntag hatte Knobloch mit Fassungslosigkeit und Entsetzen auf die jüngsten Anschläge in Kopenhagen reagiert: „Wir erleben eine Zuspitzung des Terrors in Europa. Dieser kommt nicht näher, sondern ist längst da. Mitten in unseren aufgeklärten Gesellschaften haben sich barbarische Kräfte radikalisiert, die unsere Lebensweise verachten“, formulierte sie in einer Erklärung vom Sonntag. Anscheinend wiederhole sich in Kopenhagen das Muster von Paris: Erst ein Anschlag auf die Freiheit - dann auf die Juden.

Merkel: Sicherheit der Juden wird gewährleistet

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts wachsender Sorgen vor Terroranschlägen den jüdischen Bürger Deutschlands versichert, dass sie gut beschützt werden. Die Bundesregierung, die Landesregierungen und alle Verantwortlichen täten alles dafür, dass die Sicherheit jüdischer Einrichtungen und Bürger gewährleistet werde, sagte sie am Montag in Berlin. „Wir möchten gerne mit den Juden, die heute in Deutschland sind, weiter gut zusammenleben.“ Sie ergänzte: „Wir sind froh und auch dankbar, dass es wieder jüdisches Leben in Deutschland gibt.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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