Kassenstreit: Söder soll vermitteln

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Gesundheitsminister Markus Söder ( CSU)

München - Im Streit zwischen Hausärzten und Krankenkassen soll Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) vermitteln. Die Zeit von Hinterzimmer-Deals und Geheimabsprachen ist laut Söder vorbei.

“Es wird im Januar ein Gespräch geben“, sagte eine Ministeriumssprecherin der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der “Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag). Demnach beauftragte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) den Gesundheitsminister, eine Moderatorenrolle zu übernehmen. “Es wird ein öffentliches Gespräch in Form eines Hausärzte- Hearings geben. Wir vertreten dabei die Partei der Patienten“, sagte Söder laut Mitteilung. Bei den Gesprächen sei Transparenz das oberste Gebot. “Die Zeit von Hinterzimmer-Deals und Geheimabsprachen ist vorbei. Die Patienten sind die ständigen Funktionärsstreitigkeiten leid.“ Ziel sei, dass es möglichst schnell wieder Hausarztverträge gebe. Diese seien geltendes Gesetz. Sie trügen dazu bei, die hausärztliche Versorgung, gerade auch im ländlichen Raum, auf hohem Niveau zu erhalten, erklärte der Minister.

Bei einer Veranstaltung in Nürnberg vor knapp zwei Wochen hatten die im Verband organisierten Hausärzte darüber abgestimmt, das System der gesetzlichen Krankenversicherung zu verlassen. Es fand sich jedoch keine ausreichende Mehrheit für diesen Plan des bisherigen Verbandschefs Wolfgang Hoppenthaller.

Daraufhin trat dieser zurück. Wegen der Ausstiegsaktion hatten die AOK Bayern, die Ersatzkassen und eine Reihe von Betriebskrankenkassen ihre besser honorierten Hausarztverträge gekündigt. Am vergangenen Mittwoch hatte der Verband der Ersatzkassen Bayern (VDEK) angekündigt, vorerst nicht mehr mit den Hausärzten zu verhandeln. Am Tag darauf hatte der Bayerische Hausärzteverband die Krankenkassen zu Gesprächen aufgefordert.

dpa

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