Jusos pro, Gabriel contra Bündnis mit Linken

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Sigmar Gabriel kann sich eine Zusammenarbeit mit den Linken auf Bundesebene nicht vorstellen.

Berlin - Innerhalb der SPD werden Unstimmigkeiten hinsichtlich des Umgangs mit der Linkspartei laut. Erst kürzlich bezeichnete SPD-Chef Gabriel nach den Aussagen von Gesine Lötzsch zum Mauerbau eine Zusammenarbeit für "undenkbar".

Nach Äußerungen der Linksparteichefin Gesine Lötzsch zum Mauerbau bezeichnete der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel eine Zusammenarbeit von SPD und Linken auf Bundesebene als “undenkbar“. Der Vorsitzende der Jungsozialisten, Sascha Vogt, wollte eine Koalition zum derzeitigen Zeitpunkt nicht völlig ausschließen. Lötzsch selbst gab sich von Gabriels Aussage unbeeindruckt.

Lötzsch hatte wenige Tage zuvor den 70. Jahrestag des Überfalls Deutschlands auf die Sowjetunion und den 50. Jahrestag des Mauerbaus als zusammenhängende Jahrestage dargestellt und die Teilung Deutschlands ein Ergebnis des Zweiten Weltkrieges genannt. In Folge dessen äußerte SPD-Chef Gabriel am Sonntag im ARD-Sommerinterview sein Unverständnis darüber, dass nach 20 Jahren Einheit Linkspolitiker ein solches Bild malen könnten. “Wir würden in gar keinem Fall mit (so) einer Partei in der Republik eine Bundesregierung stellen können, das ist undenkbar“, sagte Gabriel.

Die SPD forderte eine Entschuldigung von Lötzsch wegen deren Äußerungen zur Mauer. Sie habe eine Bringschuld gegenüber Opfern und Angehörigen, saget SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles am Montag in Berlin.

Jusos: Koalitionsfragen stellen sich erst in zwei Jahren

Der Vorsitzende der Jungsozialisten, Sascha Vogt, wies Gabriels Absage zu einer rot-roten Regierungsbildung auf Bundesebene zurück. “Koalitionsfragen im Bund stellen sich in zwei Jahren“, sagte Vogt der “Welt“ (Dienstagausgabe). Seines Erachtens könne man derzeit nur von “hypothetischen Debatte“ sprechen.

Er glaube zwar ebenso wie Gabriel, dass die Linke in den nächsten Jahren hinsichtlich des Umgangs mit dem Mauerbau und dem SED-Regime einiges zu klären habe. Bis dahin solle die SPD jedoch “an ihrem eigenen Programm arbeiten, um wieder ein linkes Profil zu gewinnen und dann aus der Position der eigenen Stärke über Optionen nachzudenken als jetzt hypothetische Debatten zu führen“, sagte Vogt.

Lötzsch sagte am Montag in Berlin, sie nehme die Absage an eine rot-rote Koalition nicht ernst. Es gebe ihres Erachtens eindeutige Anknüpfungspunkte zwischen beiden Parteien.

dapd

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