Jusos attackieren Bayern-SPD

Eggenfelden - Streit zwischen Jusos und SPD in Bayern: Neun führende Jungsozialisten aus Niederbayern werfen dem SPD- Landesvorsitzenden Florian Pronold falsche politische Ansätze und zu wenig Führung vor.

Seit Jahren komme die Partei im Freistaat nicht über 18 Prozent hinaus, kritisierte der ehemalige Chef der bayerischen Jusos, Thomas Asböck, am Dienstag. “Die SPD kommt keinen Millimeter vorwärts.“ Der heutige Juso-Landesvize aus Eggenfelden (Landkreis Rottal-Inn) will deswegen seinen Posten im niederbayerischen SPD-Bezirksvorstand aufgeben. Andere Juso-Funktionäre planten ähnliche Schritte, sagte Asböck. So wolle der niederbayerische Juso-Bezirkschef Martin Oswald ganz aus der Partei austreten. Von der SPD war zunächst keine Stellungnahme zu den Angriffen zu erhalten.

Asböck wirft dem Führungspersonal der Mutterpartei ein Mangel an Professionalität vor. Dies betreffe auch die Landtagsfraktion: “Eine konstruktive Opposition ist da kaum zu erkennen.“ Die bayerischen Sozialdemokraten seien inhaltlich und personell ausgezehrt. “Alle, die sich noch ernsthaft in dieser Partei mit Politik beschäftigen wollen, sind demotiviert“, sagte der stellvertretende Juso- Landesvorsitzende der Nachrichtenagentur dpa. Asböck war von April 2008 an für ein Jahr bayerischer Juso- Vorsitzender.

Er wirft der Parteispitze auch vor, sich in interne Angelegenheiten der Nachwuchsorganisation einmischen zu wollen. Pronold habe zudem einen Kreis von Unterstützern in den Regionen in Position gebracht. “Wir haben den Eindruck, dass es nur noch um Show geht“, lautete Asböcks Fazit.

dpa

Zurück zur Übersicht: Politik

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser