Wolbergs will seine Unschuld beweisen

Video-Botschaft: Jetzt bricht Regensburgs verhafteter OB Wolbergs sein langes Schweigen

Jocahim Wolbergs äußert sich in Facebook-Statement: „Möchte im Amt bleiben“

Dem suspendierten Regensburger Oberbürgermeister wird Bestechlichkeit vorgeworfen. Nun wandte sich Joachim Wolbergs mit einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit - und beteuerte seine Unschuld.

Regensburg - Zehn Monate nach seiner Festnahme hat sich der suspendierte Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) in einer Videobotschaft zu Wort gemeldet und erklärt, dass er in sein Amt zurückkehren wolle. 

Das Vertrauen der Menschen in ihn sei seit seiner Festnahme vor zehn Monaten erschüttert, sagte Wolbergs in dem etwa zehnminütigen Video, das am Dienstagabend zuerst der Fernsehsender TVA ausstrahlte. „Ich will in einem rechtsstaatlichen Verfahren beweisen, dass das Vertrauen gerechtfertigt war und ist“, sagte er. Die Staatsanwaltschaft hatte Ende Juli Anklage gegen Wolbergs erhoben. Sie wirft ihm unter anderem Bestechlichkeit vor.

Wolbergs: „Die Regensburger Stadtverwaltung war und ist nicht korrupt“

Wolbergs beteuerte in dem Video erneut seine Unschuld. Er habe sich selbst immer wieder hinterfragt, ob er etwas falsch gemacht habe. Doch er sei nie bestechlich gewesen. „Keine Entscheidung würde ich heute anders fällen. Keine“, betonte der SPD-Politiker. Er kritisierte die Medien wegen angeblicher Vorverurteilung und verteidigte die Mitarbeiter der Stadtverwaltung: „Die Regensburger Stadtverwaltung war und ist nicht korrupt.“

Wolbergs soll laut Staatsanwaltschaft einen Unternehmer bei der Vergabe eines früheren Kasernenareals im Oktober 2014 bevorzugt haben. Im Gegenzug soll der Firmenchef an die Regensburger SPD von September 2011 bis März 2016 rund 475.000 Euro gespendet haben. Der suspendierte Rathaus-Chef wies die Vorwürfe stets zurück.

Wolbergs war am 18. Januar 2017 verhaftet worden und kam in Untersuchungshaft. Das Landgericht Regensburg setzte den Haftbefehl am 28. Februar außer Vollzug, verhängte jedoch mehrere Kontaktverbote, damit Wolbergs nicht auf mögliche Zeugen einwirken kann. 

Mitte August sorgte Joachim Wolbergs außerdem mit einem öffentlichen Auftritt für Aufregung.

dpa

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