Jährlich 35.000 Plätze für neuen Freiwilligendienst

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Jährlich 35.000 Plätze für neuen Freiwilligendienst.

Berlin - Die schwarz-gelbe Koalition will nach der geplanten Aussetzung der Wehrpflicht jährlich 35.000 Menschen für einen neuen Bundesfreiwilligendienst gewinnen.

Das Angebot stehe allen Bürgern ohne Altersbegrenzung offen, erklärte Familienministerin Kristina Schröder (CDU) am Donnerstag bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs. Das neue Konzept, das am 1. Juli 2011 eingeführt wird, soll den Zivildienst ablösen und das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) mit derzeit ebenfalls etwa 35 000 Plätzen ergänzen. Damit könne der Wegfall des Zivildienstes zumindest teilweise ausgeglichen werden, sagte Schröder. Es gebe die Chance, “eine neue Kultur der Freiwilligkeit in Deutschland zu etablieren“. FDP- Fraktionsvize Miriam Gruß begrüßte, dass mit der Einigung in der Koalition auch die bereits bestehenden Freiwilligendienste für Jugendliche gestärkt würden. Der Bundesrat hatte die Beibehaltung verlangt.

Für den neuen Bundesfreiwilligendienst können sich nach Angaben Schröders alle Männer und Frauen nach Ende der Schulpflicht bewerben. Er soll in der Regel zwölf Monate - mindestens sechs und höchstens 24 Monate - dauern und als Vollzeitstelle angelegt sein. Bei Interessierten, die älter als 27 Jahre sind, ist auch Teilzeit von mindestens 20 Wochenstunden möglich. Die Ressortchefin erwartet, dass sich um etwa 20 Prozent der Plätze Menschen im Rentenalter bemühen werden. Ebenso wie der Zivildienst soll auch der neue Dienst keine regulären Arbeitsplätze verdrängen. Vorgesehen ist ein monatliches Taschengeld mit einer festgelegten Obergrenze von 324 Euro im Westen und 273 Euro im Osten. Dazu kommen noch Erstattungen für Aufwendungen bei Unterkunft und Verpflegung sowie Sozialversicherung.

Die Förderpauschalen für die Jugendfreiwilligendienste sollen von derzeit 72 auf 200 Euro im Monat, bei Auslandseinsätzen auf 350 Euro, angehoben werden. Insgesamt will der Bund die Freiwilligendienste künftig mit 350 Millionen Euro pro Jahr unterstützen. Davon stammen 50 Millionen aus der bisherigen Förderung der Jugendfreiwilligendienste und der Rest aus den bisherigen Mitteln für den Zivildienst. Noch nicht geklärt sind besondere Anreize für den Freiwilligeneinsatz. Im Gespräch sind etwa Anrechnung bei der Rente und bei Wartezeiten für das Studium.

Alle Zivildienstleistenden, die dies wollen, können laut Gesetzentwurf am 30. Juni 2011 aus dem Dienst ausscheiden. Ein halbes Jahr später werden auch diejenigen entlassen, die bis dahin freiwillig weiter ihren Dienst tun. Die Zuständigkeit für den neuen Dienst soll beim bisherigen Bundesamt für Zivildienst liegen, das in “Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben“ umbenannt wird. Die Behörde in Köln mit ihren etwa 1000 Beschäftigten steht wegen des Wegfalls ihrer bisherigen Kernaufgabe vor drastischen Veränderungen. Da niemand entlassen werden könne, müsse nach anderen Aufgaben gesucht werden, erklärte Schröder.

dpa

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