Iran bezichtigt USA der Lüge / Aufbereitung von heimischem Uran

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Irans Chefunterhändler bei Verhandlungen bezüglich des iranischen Atomprogramms, Saeed Jalili

Teheran - Einen Tag vor den in Genf beginnenden Atomgesprächen hat der Iran die von der Internetplattform Wikileaks veröffentlichten US-Dokumente als “Lügen“ bezeichnet.

In den Diplomaten-Depeschen werden arabische Staatschefs zitiert, die Washington zu einem Angriff auf die iranischen Atomanlagen auffordern. So soll der saudische König Abdullah gesagt haben, man müsse “der iranischen Schlange den Kopf abschlagen“.

“Diese Dokumente können nicht authentisch sein“, sagte der Bürochef und engste Mitarbeiter des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, Esfandiar Rahim-Maschai, der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Rahim-Maschai sagte, Washington habe die Berichte absichtlich veröffentlicht, um den Beziehungen Irans zu seinen arabischen Nachbarn zu schaden. Er nehme die Meldungen jedoch nicht ernst. Die Veröffentlichungen hätten “keine negativen Auswirkungen auf die Beziehungen“ Irans zur arabischen Welt.

Erstmals Uran aus heimischer Produktion gefördert

Unterdessen haben iranische Wissenschaftler nach Regierungsangaben erstmals pulverförmiges Uran, sogenanntes Yellowcake, aus inländischer Produktion an eine Anlage zur Herstellung von Kernbrennstoff geliefert. Vor dem Beginn der neuen Verhandlungen über sein umstrittenes Atomprogramm zeigt sich der Iran damit entschlossen, eine von anderen Ländern unabhängige Nuklearwirtschaft aufzubauen.

Das Uran stamme aus der im Süden des Landes gelegenen Mine Gachin und sei an die Nuklearanlage in Isfahan geliefert worden, sagte der Leiter des iranischen Atomprogramms, Ali Akbar Salehi, am Sonntag. Die Arbeiten sollen demnach von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) überwacht werden.

Der Iran beteuert, mit seinem Atomprogramm lediglich friedliche Zwecke zu verfolgen. Mit einer eigenen Uran-Anreicherung würde das Land aber auch über die Möglichkeit zur Herstellung nuklearer Waffen verfügen. Nach westlichen Berichten sind 2009 die iranischen Uran-Vorräte zur Neige gegangen. In den 70er Jahren hatte der Iran Yellowcake aus Südafrika importiert und noch vor Beginn der UN-Sanktionen weitere Lieferungen aus China erhalten.

Mit dem Beginn der heimischen Produktion sei der Iran nun autark, sagte Salehi. Von der Förderung über die Anreicherung bis hin zur Herstellung der Brennstäbe beherrsche man nun den gesamten Produktionsprozess. Bereits für die nahe Zukunft kündigte Salehi die Eröffnung einer noch größeren Uran-Mine in Saghand an. In der Mine südlich von Teheran sollen 1,7 Millionen Tonnen Uranerz lagern.

dapd

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