Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Internetportal klärt Flüchtlinge über Sexualität auf

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Piktogramme weisen den Nutzern auf Zanzu den Weg zu den einzelnen Themengebieten.

München - Welche Arten von Sex gibt es, was passiert beim Orgasmus: Das mehrsprachige Portal Zanzu will Migranten diese Infos bieten. Entwickelt wurde Zanzu bereits vor der Flüchtlingskrise.

Das Portal wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der belgischen Nichtregierungsorganisation Sensoa entwickelt und gibt einfache Antworten auf Fragen zu Schwangerschaft und Geburt, Verhütung, HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten und zum Körperwissen. Es klärt auch über Rechte und das Gesundheitssystem in Deutschland auf. Eine der wichtigsten Punkte ist: Sex ist eine Sache, die nur auf beidseitigem Einverständnis erfolgt. "Es gibt keine Regeln, um zu definieren, was guter Sex ist und was nicht. Das variiert von Mensch zu Mensch", erklärt zanzu. "Sprechen Sie über ihre Grenzen. Sie müssen nicht alles machen oder mögen."

Die Internetseite richtet sich vor allem an Migranten, die noch nicht lange in Deutschland leben. In vielen Herkunftsländern spielt sexuelle Aufklärung eine untergeordnete Rolle. Die Navigation ist klar und übersichtlich - Piktogramme führen zu den einzelnen Themen. Die Informationen sind in 13 Sprachen abrufbar - von Türkisch und Arabisch über Rumänisch bis hin zu Niederländisch. Videos mit Gebärdensprache sollen bald folgen.

Die Entwicklung von Zanzu begann schon lange vor der aktuellen Flüchtlingskrise. Das flämische Expertenzentrum für sexuelle Gesundheit "Sensoa" hatte das Projekt ins Leben gerufen. Gemeinsam mit der BZgA wurden die Inhalte und die Gestaltung umgesetzt. "Wir arbeiten bereits seit einigen Jahren an der Entwicklung, unabhängig von der aktuellen Situation", so eine Ministeriums-Sprecherin.

Auch EU-Bürger als Zielgruppe

Zur Zielgruppe gehören sowohl nach Deutschland gekommene Flüchtlinge als auch EU-Bürger, etwa aus Osteuropa oder Heiratsmigranten aus der Türkei. Diese Menschen verfügten oft noch nicht über die nötigen Sprach- und Landeskenntnisse. Zudem sei der Zugang zu Wissen über verschiedene Aspekte der sexuellen Gesundheit in vielen Herkunftsländern eingeschränkt und häufig nicht Gegenstand des Schulunterrichts.

mb/AFP

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