Heftige Kritik von Tschechen an Sudetendeutschen

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Franz Pany sorgte in Tschechien mit seinen Forderungen für Unmut

Prag - Nicht nur die tschechische Staatsregierung attackiert die Sudetendeutschen heftig. Auch die Opposition kritisierte die "Schamlosigkeit am Jahrestag des Niederbrennens von Lidice".

Nach dem Staatspräsidenten Václav Klaus haben in Tschechien auch Spitzenvertreter der Opposition die Sudetendeutschen scharf attackiert. Der Vize-Chef der Sozialdemokraten, Michal Hasek, kritisierte am Montag in einem Blogbeitrag die “sudetendeutsche Schamlosigkeit am Jahrestag des Niederbrennens von Lidice“.

“An dem Tag, an dem das Land des Todes der Kinder, Frauen und Männer von Lidice gedenkt, an dem 69 Jahre nach den Gräueltaten verstrichen sind, an deren Anfang die Liebe der Sudetendeutschen zum Führer stand“, habe sich der Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Franz Pany, erlaubt, den tschechischen Präsidenten zur Entschuldigung für das bei der Vertreibung verursachte Unrecht aufzufordern. An diesem Tag hätte er von den Sudetendeutschen Demut erwartet.

Hasek wertete Panys Worte als “Frechheit, Dummheit, Provokation“. Er sei überzeugt, dass diese “schändliche Tat“ Panys auch von deutschen Politikern als außergewöhnliche Schamlosigkeit verurteilt werde.

Der Parteivorsitzende der Kommunisten, Vojtech Filip, bezeichnete die Forderung der Sudetendeutschen “als Gipfel der Arroganz dieser Organisation“. Die Sudetendeutschen hätten auch nach 60 Jahren noch nicht begriffen, “wer den letzten Weltkrieg ausgelöst hat und wie sich daran die Deutschen beteiligt haben, die auf dem Gebiet der damaligen Tschechoslowakei lebten“.

Pany hatte am Samstag auf dem Sudetendeutschen Tag in Augsburg auf die Versöhnungsgeste der britischen Königin Elizabeth II. in Irland verwiesen und Präsident Klaus zu einem ähnlichen Signal aufgerufen. Klaus lehnte dies umgehend ab: Ausgerechnet in den Tagen des Gedenkens der “grauenhaften Tragödie“ von Lidice eine Entschuldigung zu verlangen, sei Ausdruck von außerordentlicher Gefühllosigkeit und Unbelehrbarkeit. Das Dorf Lidice war von den Nationalsozialisten im Juni 1942 dem Erdboden gleichgemacht worden. 340 Menschen fielen diesem NS-Massaker zum Opfer.

dapd

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