Guttenberg will um Vertrauen kämpfen

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Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg

München - Die Plagiats-Affäre um seine Dissertation - für Verteidigungsminister zu Guttenberg (CSU) einige "der härtesten Wochen meines politischen Lebens". Er wolle kämpfen, um politisches Vertrauen zurück zu gewinnen.

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Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) spricht angesichts der Plagiats-Affäre um seine Dissertation von "einigen der härtesten Wochen meines politischen Lebens". Er könne sich "zum Glück auf eine sehr starke Familie verlassen", sagte er in einem Interview des Münchner Merkur (Dienstagsausgabe). Der Minister kündigte an, um die Rückgewinnung politischen Vertrauens zu kämpfen. "Ich trage politische Verantwortung nicht, um mich von einem Karriereschritt zum nächsten zu retten." Sein Anspruch bleibe, "dem Vertrauen gerecht zu werden. Wenn dieser Anspruch in Teilen gelitten hat, muss man daran arbeiten, ihn wieder zu erfüllen." Die harsche Kritik von Professoren, er sei ein Betrüger, habe er "zur Kenntnis zu nehmen. Ich glaube, es wäre übermenschlich, wenn einen so harte Vorwürfe nicht innerlich beschäftigen würden." Auf die Frage nach Rücktrittsgedanken sagte er: "Sie sehen mich hier sitzen."

Guttenberg verteidigte zudem seine Entscheidung, den Kapitän des Segelschulschiffs "Gorch Fock" vorübergehen abzuberufen. "Ich würde sie wieder so treffen, auch auf Empfehlung der militärischen Führung", sagte er der Zeitung. Kapitän Schatz sei "nicht gefeuert oder geschasst. Er ist an Land kommandiert, daran darf ich nochmal erinnern, nicht nur zu seinem Schutz, sondern auch zu dem der Mannschaft während der laufenden Ermittlungen, die sachgerecht vonstatten gehen müssen. Ich habe immer gesagt, dass es sich um Vorwürfe handelt, nicht um Fakten. Wenn sich die Vorwürfe als haltlos erweisen, wird das dazu führen, dass er wieder das Kommando an Bord übernimmt." Guttenberg bekräftigte, das Schiff selbst besuchen zu wollen. "Ich habe gesagt: vor Heimkehr. Das wird keine hübsche Lustreise in die Dominikanische Republik sein, sondern ein Abschnitt der Reise etwa an der europäischen Atlantikküste oder der Nordsee. Auf jeden Fall hat die Mannschaft verdient, dass mit ihr gesprochen wird."

Guttenberg deutete auch an, sich parteiintern bei der Vorstandswahl im Herbst hinter CSU-Chef Horst Seehofer zu stellen. Er ist Parteivorsitzender, und er hat sich sehr klar geäußert, dass er weiterhin gerne will." Auf die Frage, ob er sich dem in den Weg stellen würde, sagte er: "Warum denn? Ich konzentriere mich auf das, was ist." Vor der Plagiats-Affäre war in der CSU spekuliert worden, Guttenberg habe schon 2011 selbst Interesse am Vorsitz.

mm

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