Doktorarbeit: Guttenberg soll abgeschrieben haben

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Berlin/München - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) muss sich gegen Vorwürfe wehren, er habe bei seiner Doktorarbeit getäuscht. Angeblich findet eine Überprüfung statt.

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Guttenberg soll seine Doktorarbeit teilweise abgeschrieben haben. Nach Angaben des Bremer Juraprofessors Andreas Fischer-Lescano hat der CSU-Politiker in seiner Dissertation einige Passagen wortwörtlich von anderen Autoren übernommen, ohne dies wie vorgeschrieben zu kennzeichnen. Die Arbeit sei an mehreren Stellen “ein dreistes Plagiat“ und “eine Täuschung“, sagte Fischer-Lescano der “Süddeutschen Zeitung“.

Der Minister verwahrte sich gegen die Vorwürfe, die von der Universität Bayreuth derzeit geprüft werden. “Ich habe die Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt“, bekräftigte der CSU-Politiker nach Angaben eines Ministeriumssprechers am Mittwoch in Berlin. Mit der Angelegenheit befasse sich bereits der Ombudsmann für wissenschaftliche Selbstkontrolle der Universität Bayreuth, fügte er hinzu. Die die 475 Seiten starke Arbeit trägt den Titel “Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU“.

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Ein Universitätssprecher sagte am Mittwoch: “Wir nehmen das zur Kenntnis und wir nehmen das ernst.“ Zu inhaltlichen Fragen oder möglichen Konsequenzen wolle man sich derzeit nicht äußern. Guttenberg hatte die Arbeit 2006 an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät eingereicht und dafür die Bestnote summa cum laude erhalten.

Fischer-Lescano hatte bei einer Google-Recherche herausgefunden, dass sich Textduplikate durch die gesamte Arbeit ziehen. Die Stellen, an denen sich ohne Nachweis wortgleiche Parallelen mit fremden Texten finden, umfassen demnach mehrere Seiten. Offensichtlich kopierte Abschnitte, die die “SZ“ abdruckte, sollen aus der “NZZ am Sonntag“ und einem Vortrag am Liechtenstein-Institut stammen.

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In der Promotionsordnung der Fakultät heißt es, der Bewerber für einen Doktortitel müsse erklären, dass er die Dissertation selbstständig verfasst und keine anderen als die von ihm angegebenen Hilfsmittel benutzt hat. Der Universitätssprecher erklärte, der erste Schritt sei nun, zu prüfen, ob die Vorwürfe gerechtfertigt seien. Im möglichen nächsten Schritt gehe es dann um die Frage “Welches Gewicht haben möglicherweise nicht als Zitate gekennzeichnete Passagen innerhalb der gesamten Arbeit?“ und schließlich: “Gibt es Anhaltspunkte für planmäßiges oder absichtliches Handeln?“

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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